Aktuelle Wechselkurse mit Charts und historischen Werten
EUR/USD
1,1652
| Zeitraum | Veränderung | % |
|---|---|---|
| 7 Tage | +0,00 | +0,05 % |
| 30 Tage | -0,01 | -0,74 % |
| seit 01.01. | -0,01 | -1,01 % |
| 1 Jahr | +0,03 | +2,96 % |
| 5 Jahre | -0,06 | -4,60 % |
Wie hoch war der EUR/USD-Kurs an einem bestimmten Tag?
Ratgeber: Wechselkurse & Edelmetalle
Warum Wechselkurse für Edelmetall-Anleger wichtig sind
Gold, Silber, Platin und Palladium werden an den internationalen Börsen ausschließlich in US-Dollar gehandelt. Für Anleger im Euroraum bedeutet das: Der tatsächliche Preis eines Edelmetalls in Euro ergibt sich immer aus zwei Faktoren — dem Dollarpreis des Metalls und dem aktuellen EUR/USD-Wechselkurs. Beide bewegen sich unabhängig voneinander, was zu einer doppelten Exposition führt.
Diese Wechselwirkung wird oft unterschätzt. Ein Anleger, der physisches Gold in Euro kauft, hält nicht nur eine Position in Gold, sondern implizit auch eine Short-Position im US-Dollar. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, profitiert der Euro-Anleger zusätzlich — und umgekehrt.
Rechenbeispiel: Währungseffekt auf den Goldpreis
Gold notiert stabil bei 2.500 $/oz. Der EUR/USD-Kurs fällt von 1,10 auf 1,05.
Ergebnis: Obwohl der Goldpreis in Dollar unverändert blieb, stieg er in Euro um rund 109 €/oz (+4,8 %) — allein durch die Wechselkursbewegung.
Doppelte Exposition verstehen
Wer Edelmetalle in Euro kauft, trägt zwei Risiken gleichzeitig: das Metallpreisrisiko (Schwankung des Dollarpreises) und das Währungsrisiko (Schwankung des EUR/USD-Kurses). In manchen Marktphasen verstärken sich beide Effekte gegenseitig — etwa wenn der Dollar aufwertet und gleichzeitig der Goldpreis steigt. In anderen Phasen neutralisieren sie sich: Gold fällt in Dollar, aber der schwächere Euro federt den Verlust ab.
Für langfristige Edelmetall-Anleger ist dieses Zusammenspiel besonders relevant, denn Währungsbewegungen können über Jahre hinweg einen erheblichen Teil der Gesamtrendite ausmachen. Zwischen 2014 und 2015 stieg der Goldpreis in Euro um über 10 %, obwohl er in Dollar sogar leicht fiel — der starke Dollar machte den Unterschied.
Merke: Wenn du den Goldpreis in Euro verfolgst, beobachtest du immer zwei Märkte gleichzeitig — den Goldmarkt und den Devisenmarkt. Ein steigender Euro-Goldpreis kann auf einen steigenden Dollarpreis, einen fallenden Euro oder eine Kombination aus beidem zurückzuführen sein.
EUR/USD — Das wichtigste Währungspaar
Das Währungspaar EUR/USD ist das meistgehandelte Devisenpaar der Welt und macht rund 23 % des täglichen Devisenumsatzes aus — das entspricht einem Volumen von über 2 Billionen US-Dollar pro Tag. Für Edelmetall-Anleger im Euroraum ist es der entscheidende Umrechnungsfaktor, denn jede Veränderung des EUR/USD-Kurses wirkt sich unmittelbar auf den Euro-Preis von Gold, Silber, Platin und Palladium aus.
Einflussfaktoren auf den EUR/USD-Kurs
- ◆ Zinsdifferenz Fed vs. EZB: Der wohl wichtigste Einflussfaktor. Erhöht die US-Notenbank (Fed) die Zinsen stärker als die Europäische Zentralbank (EZB), fließt Kapital in den Dollar — der EUR/USD-Kurs fällt. Für Euro-Anleger verteuert sich Gold dadurch zusätzlich.
- ◆ Inflationsraten: Höhere Inflation im Euroraum entwertet den Euro gegenüber dem Dollar, sofern die EZB nicht gegensteuert. Paradoxerweise kann hohe Inflation sowohl den Goldpreis in Dollar treiben als auch den Euro schwächen — ein doppelt positiver Effekt für Euro-Gold.
- ◆ Politische Stabilität: Geopolitische Unsicherheiten, Regierungskrisen oder Handelsstreitigkeiten können den Dollar als Weltreservewährung stärken und den Euro unter Druck setzen. In Krisenzeiten fließt Kapital typischerweise in den Dollar und in Gold gleichzeitig.
- ◆ Handelsbilanz: Die Leistungsbilanz der Eurozone beeinflusst die Nachfrage nach Euro auf dem Devisenmarkt. Ein Handelsüberschuss stützt den Euro, ein Defizit schwächt ihn. Energieimporte (v. a. Öl und Gas) werden in Dollar abgerechnet und belasten die europäische Handelsbilanz.
Historische Bandbreite seit Euro-Einführung
Seit der Einführung des Euro im Januar 1999 hat der EUR/USD-Kurs eine enorme Bandbreite durchlaufen. Er startete bei 1,1747, fiel bis Oktober 2000 auf ein Allzeittief von 0,8225 und stieg anschließend bis Juli 2008 auf ein Allzeithoch von 1,6038. Danach pendelte er sich in einem Korridor zwischen 1,05 und 1,25 ein, mit gelegentlichen Ausreißern — etwa der kurzzeitigen Parität (1:1) im September 2022.
Diese Schwankungsbreite von über 80 Cent zeigt, wie massiv der Wechselkurs den Euro-Goldpreis langfristig beeinflusst. Ein Euro-Anleger, der im Jahr 2000 Gold kaufte, als der EUR/USD bei 0,85 stand, zahlte pro Unze erheblich mehr in Euro als ein Anleger, der bei einem Kurs von 1,50 kaufte — selbst bei identischem Dollarpreis.
Wie die EZB-Politik den EUR beeinflusst
Die Geldpolitik der EZB ist ein zentraler Hebel für den Euro-Kurs. Leitzinserhöhungen stärken den Euro, weil sie Euro-Anlagen attraktiver machen. Zinssenkungen und geldpolitische Lockerung (Quantitative Easing) schwächen ihn, weil sie die Geldmenge ausweiten und die Rendite europäischer Anleihen drücken.
Für Edelmetall-Anleger ergibt sich ein interessantes Muster: Eine lockere EZB-Politik schwächt den Euro und macht Gold in Euro teurer — selbst wenn der Dollarpreis stagniert. Gleichzeitig senken niedrige Realzinsen die Opportunitätskosten von Gold (das keine Zinsen abwirft) und treiben den Dollarpreis nach oben. In solchen Phasen kann Gold in Euro besonders stark steigen, weil beide Effekte in dieselbe Richtung wirken.
EUR/CHF — Der Schweizer Franken als sicherer Hafen
Der Schweizer Franken (CHF) gilt neben Gold als einer der klassischen sicheren Häfen im globalen Finanzsystem. Die Schweiz vereint politische Neutralität, eine konservative Fiskalpolitik, eine unabhängige Zentralbank und einen der weltweit größten Finanzplätze. In Krisenzeiten fließt Kapital regelmäßig in den Franken — ähnlich wie in Gold.
Für Edelmetall-Anleger ist der EUR/CHF-Kurs aus einem weiteren Grund relevant: Die Schweiz beherbergt einige der größten Goldraffinieren der Welt (Valcambi, PAMP, Argor-Heraeus) und ist ein zentraler Handelsplatz für physisches Gold. Zudem nutzen viele Anleger Schweizer Zollfreilager zur steueroptimierten Lagerung von Edelmetallen.
Der Franken-Schock von 2015
Am 15. Januar 2015 hob die Schweizerische Nationalbank (SNB) überraschend den seit September 2011 geltenden Mindestkurs von 1,20 CHF pro Euro auf. Innerhalb von Minuten schoss der Franken um rund 30 % nach oben und der EUR/CHF-Kurs stürzte von 1,20 auf zeitweise unter 0,85 ab. Es war eines der dramatischsten Ereignisse in der Geschichte des Devisenmarktes.
Für Edelmetall-Anleger hatte der Franken-Schock unmittelbare Konsequenzen: Der Goldpreis in Schweizer Franken fiel durch die massive Aufwertung trotz stabilem Dollarpreis. Gleichzeitig verteuerten sich Schweizer Lagergebühren und Raffineriekosten für Euro-Anleger schlagartig. Die Episode verdeutlicht, wie abrupte Wechselkursverschiebungen den effektiven Edelmetallpreis in einer Fremdwährung verändern können.
Bedeutung für Schweizer Edelmetallhandel und Zollfreilager
Die Schweiz verarbeitet nach Schätzungen rund zwei Drittel des weltweit raffinierten Goldes. Die vier großen Raffinerien am Tessin veredeln Rohgold aus aller Welt zu standardisierten Barren. Für europäische Anleger, die über Schweizer Händler kaufen oder ihr Gold in Schweizer Zollfreilagern (Freeports) verwahren, ist der EUR/CHF-Kurs deshalb geschäftsrelevant.
Zollfreilager in Zürich, Genf und anderen Schweizer Städten bieten Edelmetall-Lagerung ohne Mehrwertsteuer, solange die Metalle im Lager verbleiben. Die Lagergebühren werden typischerweise in CHF berechnet. Ein starker Franken verteuert diese Kosten für Euro-Anleger, ein schwacher Franken vergünstigt sie. Bei größeren Beständen kann die Wechselkursentwicklung die Lagerkosten über Jahre hinweg spürbar beeinflussen.
Tipp: Wenn du Edelmetalle über Schweizer Händler kaufst oder in einem Schweizer Zollfreilager lagerst, behalte den EUR/CHF-Kurs im Blick. Ein günstiger Kurs kann den Kaufzeitpunkt ebenso beeinflussen wie der Metallpreis selbst. Unsere Wechselkurs-Seite zeigt dir beide Kurse in Echtzeit.
EUR/GBP — Das britische Pfund
Das britische Pfund Sterling (GBP) ist die älteste noch existierende Währung der Welt und die viertmeistgehandelte Devise am globalen Devisenmarkt. Für den Edelmetallmarkt hat das Pfund eine besondere Bedeutung, denn London ist seit Jahrhunderten das Zentrum des internationalen Goldhandels.
Brexit und die Auswirkungen auf das Pfund
Das Brexit-Referendum im Juni 2016 löste die stärkste Abwertung des Pfund Sterling seit Jahrzehnten aus. Der EUR/GBP-Kurs sprang über Nacht von 0,76 auf über 0,83 — das Pfund verlor rund 10 % seines Wertes gegenüber dem Euro. In den folgenden Jahren blieb die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU ein dominanter Faktor für das Währungspaar.
Für Edelmetall-Anleger hatte der Brexit eine indirekte, aber spürbare Auswirkung: Der LBMA Gold Price, der in London festgestellt wird, ist die globale Referenz für den Goldpreis. Britische Händler, die in Pfund kalkulieren, erlebten durch die Abwertung einen markanten Anstieg des Goldpreises in ihrer Heimatwährung. Für Euro-Anleger, die über London handeln, veränderte sich das Preisgefüge ebenfalls.
Bank of England Zinspolitik
Die Bank of England (BoE) verfolgt ein Inflationsziel von 2 % und steuert den Leitzins (Bank Rate) entsprechend. Unterschiedliche Zinsniveaus zwischen der BoE und der EZB treiben den EUR/GBP-Kurs. Hebt die BoE die Zinsen stärker an als die EZB, wertet das Pfund auf (EUR/GBP fällt), senkt sie stärker, wertet es ab (EUR/GBP steigt).
Für Edelmetall-Anleger ist die BoE-Politik indirekt relevant: Hohe britische Zinsen stärken das Pfund und können Goldkäufe über den Londoner Markt für Euro-Anleger relativ verteuern. Umgekehrt macht ein schwaches Pfund London als Handelsplatz für Euro-Käufer günstiger.
London als Edelmetall-Handelsplatz (LBMA)
Die London Bullion Market Association (LBMA) betreibt den weltweit größten außerbörslichen Markt für Gold und Silber. Der täglich um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit festgestellte LBMA Gold Price dient als globale Benchmark für Zentralbanken, Minengesellschaften, Juweliere und Anleger. Auch der LBMA Silver Price, Platinum Price und Palladium Price werden in London festgestellt.
Der LBMA Gold Price wird zwar in US-Dollar notiert, zusätzlich aber auch in britischen Pfund und Euro veröffentlicht. Die Umrechnung erfolgt zu den zum Fixing-Zeitpunkt geltenden Devisenkursen. Da London der Haupthandelsplatz für physisches Gold ist, beeinflusst der EUR/GBP-Kurs die Transaktionskosten für europäische Marktteilnehmer, die Gold über Londoner Handelsbanken und Tresorhäuser kaufen oder verkaufen.
Gut zu wissen: Der LBMA Gold Price wird täglich um 15:00 Uhr Londoner Zeit (16:00 MEZ) festgestellt und gilt als offizielle Tagesschlusskurs-Referenz. Viele Edelmetallhändler in Europa verwenden diesen Kurs als Abrechnungsgrundlage. Unser Portal zeigt den LBMA PM Fix als täglichen Schlusskurs an.