Stand: 2026-05-28
Jeder Balken zeigt den Einzelwert eines Indikators (0–100). Die Prozentzahl rechts gibt die Gewichtung im Gesamtscore an.
Rote Werte signalisieren Angst, grüne Werte Gier. Der Gesamtscore ist der gewichtete Durchschnitt aller Indikatoren.
Der Chart zeigt den Fear & Greed Index im zeitlichen Verlauf. Die farbigen Zonen markieren die Stimmungsbereiche: Rot = Angst, Gelb = Neutral, Grün = Gier.
Bedienung: Wählen Sie den Zeitraum über die Buttons (1M bis Max). Fahren Sie mit der Maus über den Chart, um den Score an einem bestimmten Tag zu sehen.
Der Gold Fear & Greed Index wird börsentäglich auf Basis der LBMA-Fixingpreise und Spot-Daten berechnet. Sechs Indikatoren fließen gewichtet ein und ergeben einen Score von 0 (Extreme Angst) bis 100 (Extreme Gier). Da Gold primär ein Anlagemetall ist, reagiert der Index besonders sensibel auf geopolitische Spannungen, Zinsentscheidungen und Zentralbankkäufe.
Datenquellen: LBMA Fixing, Spot-Preise, EUR/USD-Wechselkurse. Tägliche Aktualisierung an Börsentagen. Dieser Index dient nur zur Information und stellt keine Anlageberatung dar.
Ratgeber: Fear & Greed Index im Detail
Wie der Index berechnet wird
Unser Gold Fear & Greed Index destilliert täglich sechs unabhängige Marktsignale zu einem einzigen Stimmungswert. Jeder Indikator wird auf eine einheitliche Skala von 0 bis 100 normiert und mit einer festen Gewichtung versehen, die seine Aussagekraft für den Goldmarkt widerspiegelt.
Berechnungsformel
Score = ∑ (Indikatori × Gewichti)
Dabei liegt jeder Indikatori zwischen 0 und 100, und die Summe aller Gewichte ergibt 1,0.
Die 6 Indikatoren und ihre Gewichtung
Momentum
25 %Vergleicht den aktuellen Preis mit dem 50-Tage-Durchschnitt (SMA50). Liegt der Preis deutlich über dem Schnitt, herrscht Gier. Liegt er darunter, überwiegt Angst. Ein Abstand von mehr als 10 % zum SMA50 deutet auf eine Übertreibung hin.
Volatilität
25 %Vergleicht die kurzfristige Schwankungsbreite (10 Tage) mit der langfristigen (60 Tage). Steigt die kurzfristige Volatilität sprunghaft an, signalisiert das Nervosität und Angst. Stabile Volatilität zeigt Gelassenheit.
Ratio-Signal
15 %Analysiert das Gold/Silber-Ratio und weitere Metall-Verhältnisse. Ein steigendes Ratio (Gold gewinnt relativ zu Silber) signalisiert Flucht in Sicherheit = Angst. Ein fallendes Ratio zeigt Risikoappetit = Gier.
Beschleunigung
15 %Misst, ob sich der aktuelle Preistrend beschleunigt oder abschwächt. Eine zunehmende Aufwärtsbeschleunigung signalisiert Gier — immer mehr Käufer springen auf. Eine Verlangsamung kann eine Trendwende andeuten.
ATH-Abstand
10 %Misst die Entfernung zum Allzeithoch. Je näher der Preis am ATH liegt, desto gieriger ist die Stimmung. Ein Abstand von über 20 % zeigt Resignation und Angst.
USD-Stärke
10 %Verfolgt den EUR/USD-Trend über 20 Handelstage. Ein schwächelnder Dollar ist positiv für Edelmetalle (Gier). Ein erstarkender Dollar drückt die Preise (Angst).
Hinweis: Bei Kupfer entfällt das Ratio-Signal (Gewicht 0 %), da kein sinnvolles Referenz-Ratio existiert. Die verbleibenden Indikatoren werden entsprechend höher gewichtet.
Was die Werte bedeuten
Die fünf Zonen bilden typische Marktphasen am Goldmarkt ab. Da Gold als sicherer Hafen gilt, sind Angstphasen hier oft kürzer als bei Industriemetallen — Anleger flüchten bei Unsicherheit gerade in Gold.
Extreme Angst
Kapitulation am Goldmarkt: Anleger stoßen selbst den sicheren Hafen ab, oft getrieben durch Liquiditätsengpässe wie im März 2020. Institutionelle Investoren verkaufen Gold, um Margin-Calls in anderen Märkten zu bedienen. Historisch markierten solche Extrempunkte häufig den Boden einer Korrektur.
Angst
Goldanleger sind verunsichert und halten sich mit Neukäufen zurück. Oft ausgelöst durch steigende Realzinsen oder einen erstarkenden Dollar. In dieser Phase beginnen antizyklische Investoren typischerweise, ihre Positionen aufzubauen.
Neutral
Der Goldmarkt konsolidiert. Weder makroökonomische Ängste noch Euphorie dominieren — Anleger warten auf die nächste Zinsentscheidung, Inflationsdaten oder geopolitische Entwicklung als Richtungsimpuls.
Gier
Steigende Goldpreise nähren den Optimismus. Zentralbankkäufe, geopolitische Krisen oder Inflationsängste treiben die Nachfrage. Privatanleger steigen verstärkt ein — die Gefahr von FOMO-Käufen zu Höchstkursen nimmt zu.
Extreme Gier
Goldeuphorie: Medien titeln mit neuen Allzeithochs, Händler melden Rekordnachfrage. Historisch folgten nach solchen Phasen oft kurzfristige Korrekturen — langfristig setzte sich der Aufwärtstrend bei Gold jedoch in der Mehrzahl der Fälle fort.
Historische Muster
Der Goldmarkt durchläuft seit Jahrzehnten ausgeprägte Stimmungszyklen. Als primäres Anlagemetall und Krisenwährung reagiert Gold besonders empfindlich auf makroökonomische Verschiebungen:
Angstphasen am Goldmarkt
Der Flash-Crash im April 2013 ließ den Goldpreis innerhalb von zwei Tagen um über 200 USD fallen — der Index hätte unter 10 gestanden. Im März 2020 verkauften Anleger sogar Gold, um Liquidität zu beschaffen (Margin-Calls). Mitte 2022 drückte die aggressive Zinswende der Fed den Goldpreis monatelang nach unten. In allen drei Fällen folgten innerhalb von 6–18 Monaten neue Hochs.
Rallyes und Rekorde
Die Gold-Rallye 2024/25 trieb den Preis über 2.800 USD und den Index wochenlang in den Bereich 80–95. Getrieben wurde die Euphorie durch massive Zentralbankkäufe (China, Polen, Türkei), De-Dollarisierungstendenzen und geopolitische Krisen. Trotz anhaltender Extreme-Gier-Werte setzte sich der Trend fort — ein Zeichen, dass strukturelle Nachfrageveränderungen klassische Sentiment-Zyklen überlagern können.
Gold als Frühindikator
Wenn Gold deutlich optimistischer bewertet wird als Silber oder die Industriemetalle, signalisiert das typischerweise eine "Flucht in Qualität". Anleger suchen Sicherheit, ohne breit in Rohstoffe zu investieren. Historisch folgte in solchen Phasen oft ein Nachziehen der anderen Metalle — allerdings mit Verzögerung von Wochen bis Monaten.
Fazit: Der Goldmarkt vergisst nicht: Jede Krise hinterlässt ein Sentiment-Muster. Aber keine zwei Krisen sind identisch. Nutzen Sie historische Parallelen als Orientierung, nicht als Blaupause.
Konträres Investieren
Gold ist das klassische Metall für konträres Investieren: Wenn alle Welt Angst hat, steigt langfristig typischerweise die Nachfrage nach dem sicheren Hafen.
Bei Angst kaufen
Gold-Angstphasen (Index unter 20) entstehen paradoxerweise oft in Liquiditätskrisen, wenn selbst Gold verkauft wird, um Cash zu generieren. Genau diese Phasen — wie März 2020 — boten historisch die attraktivsten Einstiegspreise. Der Gold-Angst-Index unter 20 signalisierte in den vergangenen 20 Jahren in über 70 % der Fälle eine Erholung innerhalb von sechs Monaten.
Bei Gier vorsichtig sein
Bei einem Gold-Index über 85 ist Vorsicht geboten — aber kein Verkaufsautomatismus nötig. Goldtrends können strukturell bedingt Jahre dauern (Zentralbankkäufe, De-Dollarisierung). In Gierphasen empfiehlt sich: Sparplan beibehalten, aber keine Sonderkäufe tätigen und Aufschläge auf physisches Gold kritisch prüfen.
Fazit: Gold belohnt Geduld: Wer in Angstphasen systematisch zukauft und in Gierphasen Ruhe bewahrt, hat historisch besser abgeschnitten als Anleger, die der Stimmung folgen.
Grenzen & Fallstricke
Auch für das meistbeobachtete Edelmetall der Welt hat der Sentiment-Index seine Grenzen:
- ◆ Zentralbankkäufe nicht erfasst — Wenn Notenbanken wie China oder die Türkei große Goldmengen kaufen, verändert das die Nachfrage fundamental — der technische Index erkennt diese Käufe erst über ihre Preiswirkung, oft mit Wochen Verzögerung.
- ◆ Strukturelle Bullenmärkte — In Phasen wie 2024/25, als De-Dollarisierung und Geopolitik einen strukturellen Aufwärtstrend trieben, verharrte der Index monatelang in "Extreme Gier" — ohne dass eine Korrektur folgte. Der Index unterscheidet nicht zwischen spekulativer und fundamentaler Gier.
- ◆ Goldspezifische Nachfrageströme — Schmucknachfrage aus Indien und China, ETF-Zu- und -Abflüsse und Recycling-Angebot beeinflussen den Preis erheblich, fließen aber nicht direkt in den Index ein.
- ◆ Krisenverzögerung — In Liquiditätskrisen wird Gold kurzfristig verkauft, obwohl es langfristig profitiert. Der Index zeigt dann "Angst", obwohl die mittel- bis langfristige Perspektive positiv ist.
Fazit: Der Gold Fear & Greed Index ist ein Stimmungskompass für den Goldmarkt — aber Gold folgt anderen Regeln als die meisten Assets. Zentralbanken, Geopolitik und der Dollar-Status überlagern kurzfristige Sentiment-Signale.
Häufige Fragen zum Fear & Greed Index
Wie oft wird der Gold Fear & Greed Index aktualisiert?
Der Index wird einmal pro Börsentag nach dem Londoner LBMA-Fixing berechnet. An Wochenenden und Feiertagen bleibt der letzte Handelstageswert stehen. Intraday-Schwankungen des Goldpreises fließen nicht ein — der Index bildet die übergeordnete Tagesstimmung am Goldmarkt ab.
Warum zeigt Gold oft höhere Werte als andere Metalle?
Gold befindet sich seit 2023 in einem strukturellen Aufwärtstrend, getrieben durch Zentralbankkäufe und De-Dollarisierung. Das sorgt für dauerhaft hohe Momentum- und ATH-Werte. Ein Gold-Index von 70 ist in diesem Umfeld "neutraler" als derselbe Wert bei Platin.
Eignet sich der Index für Gold-Sparpläne?
Ja, als Zusatzindikator. Sparplan-Käufer profitieren langfristig vom Cost-Average-Effekt. Der Index kann helfen, Sonderzukäufe in Angstphasen zu tätigen oder bei Extreme-Gier-Werten auf den nächsten Sparplan-Termin zu warten statt impulsiv nachzukaufen.
Wie beeinflusst die Fed-Zinspolitik den Gold-Index?
Steigende Realzinsen drücken typischerweise den Goldpreis und damit den Index nach unten (Angst). Zinssenkungen oder die Erwartung lockerer Geldpolitik treiben den Preis und den Index nach oben (Gier). Allerdings erfasst der Index die Zinserwartungen nur indirekt über ihre Preiswirkung.
Was unterscheidet diese Detailseite von der Übersichtsseite?
Die Übersichtsseite zeigt alle fünf Edelmetalle nebeneinander für einen schnellen Stimmungscheck. Diese Detailseite bietet den vollständigen Indikator-Breakdown, einen individuellen historischen Chart und die Verknüpfung mit dem aktuellen Goldpreis — ideal für die gezielte Gold-Analyse.
Soll ich bei extremer Angst sofort Gold kaufen?
Nicht blind, aber aufmerksam. Extreme Angst beim Gold (Index unter 15) war in der Vergangenheit in etwa 70 % der Fälle ein guter Einstiegszeitpunkt auf 6-Monats-Sicht. Entscheidend: Streuen Sie Käufe über mehrere Tage und warten Sie nicht auf den absoluten Tiefpunkt — den erwischt man praktisch nie.