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Fear & Greed Index /

Palladium Fear & Greed Index - Marktstimmung und Analysen

· Updateintervall: 1 Minute ·
Kaum ein Edelmetall schwankt so heftig wie Palladium — und genau deshalb ist das Stimmungsbarometer hier besonders wertvoll. Der Palladium Fear & Greed Index fasst sechs technische Indikatoren zusammen und liefert einen täglichen Score zwischen 0 und 100. Der Breakdown verrät, ob die aktuelle Stimmung von Preisdynamik, Schwankungsintensität oder dem Dollar-Trend angetrieben wird. Im historischen Chart sehen Sie die extremen Ausschläge, die diesen Markt kennzeichnen. Vergleichen Sie die Palladium-Stimmung gezielt mit Platin — denn die beiden Schwestermetalle konkurrieren um dieselben industriellen Anwendungen. Der Ratgeber erklärt, warum geopolitische Risiken bei Palladium schwerer wiegen als bei jedem anderen Edelmetall.

Stand: 2026-05-28

Palladium Fear & Greed Index: 30 (Angst) Extreme Angst Angst Neutral Gier Extreme Gier 30 0 100 Angst Palladium
Aktueller Palladiumpreis
1.176,24 €
-1,34% zum Vortag
Details
Gramm
37,82 €
Feinunze
1.176,24 €
Kilogramm
37.816,99 €
Indikator-Breakdown
Indikator-Breakdown

Jeder Balken zeigt den Einzelwert eines Indikators (0–100). Die Prozentzahl rechts gibt die Gewichtung im Gesamtscore an.

Rote Werte signalisieren Angst, grüne Werte Gier. Der Gesamtscore ist der gewichtete Durchschnitt aller Indikatoren.

Momentum (25%)
Extreme Angst
Volatilität (25%)
61
Gier
Ratio-Signal (15%)
37
Angst
Beschleunigung (15%)
31
Angst
ATH-Abstand (10%)
Extreme Angst
USD-Stärke (10%)
37
Angst
Historischer Verlauf
Historischer Verlauf

Der Chart zeigt den Fear & Greed Index im zeitlichen Verlauf. Die farbigen Zonen markieren die Stimmungsbereiche: Rot = Angst, Gelb = Neutral, Grün = Gier.

Bedienung: Wählen Sie den Zeitraum über die Buttons (1M bis Max). Fahren Sie mit der Maus über den Chart, um den Score an einem bestimmten Tag zu sehen.

Palladium Fear & Greed Index: Aktueller Score 30 (Angst), Stand 2026-05-28. Momentum: 2. Volatilität: 61. Ratio-Signal: 37. Beschleunigung: 31. ATH-Abstand: 0. USD-Stärke: 37.
Methodik

Sechs technische Indikatoren bilden die Grundlage des Palladium Fear & Greed Index, der börsentäglich einen Wert zwischen 0 und 100 liefert. Palladiums enge Marktliquidität und die Abhängigkeit von russischen Exporten sorgen dafür, dass der Index häufiger Extremwerte erreicht als bei anderen Edelmetallen.

Stimmungszonen
0–20
Extreme Angst
21–40
Angst
41–60
Neutral
61–80
Gier
81–100
Extreme Gier

Datenquellen: LBMA Fixing, Spot-Preise, EUR/USD-Wechselkurse. Tägliche Aktualisierung an Börsentagen. Dieser Index dient nur zur Information und stellt keine Anlageberatung dar.

Wie der Index berechnet wird

Beim Palladium Fear & Greed Index fließen sechs technische Faktoren in die tägliche Berechnung ein. Jeder Faktor wird zunächst auf die einheitliche 0–100-Skala transformiert, bevor er mit seiner spezifischen Gewichtung zum Gesamtscore beiträgt — angepasst an die ausgeprägte Volatilität des Palladiummarktes.

Berechnungsformel

Score = ∑ (Indikatori × Gewichti)

Dabei liegt jeder Indikatori zwischen 0 und 100, und die Summe aller Gewichte ergibt 1,0.

Die 6 Indikatoren und ihre Gewichtung

Momentum

25 %

Vergleicht den aktuellen Preis mit dem 50-Tage-Durchschnitt (SMA50). Liegt der Preis deutlich über dem Schnitt, herrscht Gier. Liegt er darunter, überwiegt Angst. Ein Abstand von mehr als 10 % zum SMA50 deutet auf eine Übertreibung hin.

Volatilität

25 %

Vergleicht die kurzfristige Schwankungsbreite (10 Tage) mit der langfristigen (60 Tage). Steigt die kurzfristige Volatilität sprunghaft an, signalisiert das Nervosität und Angst. Stabile Volatilität zeigt Gelassenheit.

Ratio-Signal

15 %

Analysiert das Gold/Silber-Ratio und weitere Metall-Verhältnisse. Ein steigendes Ratio (Gold gewinnt relativ zu Silber) signalisiert Flucht in Sicherheit = Angst. Ein fallendes Ratio zeigt Risikoappetit = Gier.

Beschleunigung

15 %

Misst, ob sich der aktuelle Preistrend beschleunigt oder abschwächt. Eine zunehmende Aufwärtsbeschleunigung signalisiert Gier — immer mehr Käufer springen auf. Eine Verlangsamung kann eine Trendwende andeuten.

ATH-Abstand

10 %

Misst die Entfernung zum Allzeithoch. Je näher der Preis am ATH liegt, desto gieriger ist die Stimmung. Ein Abstand von über 20 % zeigt Resignation und Angst.

USD-Stärke

10 %

Verfolgt den EUR/USD-Trend über 20 Handelstage. Ein schwächelnder Dollar ist positiv für Edelmetalle (Gier). Ein erstarkender Dollar drückt die Preise (Angst).

Hinweis: Bei Kupfer entfällt das Ratio-Signal (Gewicht 0 %), da kein sinnvolles Referenz-Ratio existiert. Die verbleibenden Indikatoren werden entsprechend höher gewichtet.

Was die Werte bedeuten

Palladium springt häufiger zwischen den Extremzonen als jedes andere Edelmetall. Die enge Marktstruktur und geopolitische Abhängigkeiten führen dazu, dass neutrale Phasen selten lange anhalten.

0–20

Extreme Angst

Panische Abverkäufe am Palladiummarkt — häufig ausgelöst durch Substitutionsängste (Umstieg auf Platin in Katalysatoren) oder Nachfrageeinbrüche in der Automobilindustrie. Die enge Liquidität verstärkt den Preisverfall zusätzlich.

21–40

Angst

Palladium unter Druck: Schwächere Automobilabsätze oder Fortschritte bei der Substitution durch Platin verunsichern den Markt. Die wenigen spezialisierten Palladium-Investoren halten sich zurück und warten auf Bestätigung eines Bodens.

41–60

Neutral

Der enge Palladiummarkt findet ein vorübergehendes Gleichgewicht. Automobilproduktion und russische Exporte verlaufen planmäßig. In dieser seltenen Ruhephase ist der Markt besonders anfällig für externe Schocks in beide Richtungen.

61–80

Gier

Palladium-Optimismus: Steigende Automobilproduktion oder Lieferunterbrechungen aus Russland treiben den Preis. Spekulanten setzen auf Angebotsknappheit — die geringe Markttiefe kann Preisbewegungen rasch verstärken.

81–100

Extreme Gier

Palladium im Rausch: Angebotsdefizite treffen auf spekulative Nachfrage und treiben den Preis in extreme Höhen. Die Parallelen zu 2019–2021 (Verdreifachung des Preises) sind verlockend — aber genau solche Phasen endeten historisch mit scharfen Korrekturen.

Historische Muster

Palladium ist das volatilste Edelmetall — und sein Sentiment-Verlauf liest sich wie eine Achterbahnfahrt. Geopolitische Abhängigkeiten und ein extrem enger Markt sorgen für dramatische Stimmungswechsel:

Angst durch Substitution und Nachfragerückgang

Seit dem Höchststand bei über 3.000 USD im März 2022 befindet sich Palladium in einem ausgedehnten Abwärtstrend. Der Index hat wiederholt extreme Angstwerte unter 15 registriert. Auslöser: Die zunehmende Substitution durch das günstigere Platin in Katalysatoren, schwächere Automobilproduktion und das Auslaufen der russischen Lieferengpässe nach dem Abflauen der Sanktionseffekte.

Angebotsengpässe und Preisexplosion

Zwischen 2019 und 2022 erlebte Palladium eine historische Rallye: Der Preis verdreifachte sich von 1.000 auf über 3.000 USD, der Index stand monatelang über 85. Getrieben durch chronische Angebotsdefizite (70 % der Produktion aus Russland und Südafrika) und steigende Automobilproduktion nach der Corona-Krise. Diese Phase demonstrierte, wie lange Extreme-Gier-Phasen in engen Märkten anhalten können.

Palladium als Gegenpart zu Gold

Palladium zeigt oft die gegenteilige Stimmung zu Gold: In geopolitischen Krisen steigt Gold (Sicherheit), während Palladium unter Rezessionsängsten leidet (weniger Autos = weniger Katalysatoren). Diese negative Korrelation der Stimmung macht Palladium zu einem wertvollen Diversifikationsinstrument im Edelmetall-Portfolio.

Fazit: Palladiums Sentiment-Geschichte ist eine Warnung vor Extremen: Die spektakulärsten Rallyes endeten mit den härtesten Korrekturen. Wer hier konträr agiert, braucht besonders viel Geduld und Disziplin.

Konträres Investieren

Konträres Investieren bei Palladium ist eine Disziplin für erfahrene Anleger: Die extremen Schwankungen bieten große Chancen, aber auch erhebliche Risiken.

Bei Angst kaufen

Palladium-Angstphasen (Index unter 20) signalisieren oft Substitutionsängste oder Überangebot. Entscheidend ist die Frage, ob der Angstauslöser struktureller oder zyklischer Natur ist. Bei zyklischen Tiefs (Automobilkonjunktur schwach) lohnt konträres Handeln historisch. Bei strukturellen Verschiebungen (dauerhafte Substitution durch Platin) kann die Angst berechtigt sein.

Bei Gier vorsichtig sein

Palladium-Gierphasen (Index über 80) wurden zwischen 2019 und 2022 durch echte Angebotsdefizite getrieben — hier war konträres Verkaufen riskant, weil die Fundamentaldaten den hohen Preis stützten. Die Lektion: Bei Palladium muss man unterscheiden, ob Gier spekulativ oder fundamental begründet ist.

Fazit: Palladium ist kein Metall für passive Kontrarianer. Wer hier antizyklisch handelt, muss die Automobilindustrie und russische Exportpolitik eng verfolgen — denn bei Palladium entscheidet die fundamentale Angebotslage stärker über das Ergebnis als die reine Stimmung.

Grenzen & Fallstricke

Der engste und geopolitisch sensibelste Edelmetallmarkt stellt den Sentiment-Index vor besondere Herausforderungen:

  • Extrem enger Markt — Der Palladiummarkt ist der kleinste der vier großen Edelmetallmärkte. Einzelne Großtransaktionen oder Hedge-Fund-Positionen können den Preis um mehrere Prozent bewegen — der Index kann solche Einzelereignisse nicht von breiter Stimmungsänderung unterscheiden.
  • Russland-Abhängigkeit — Rund 40 % der globalen Palladiumproduktion stammt aus Russland. Sanktionen, Exportbeschränkungen oder geopolitische Eskalationen können den Markt über Nacht verändern — der technische Index hinkt solchen Ereignissen prinzipbedingt hinterher.
  • Substitutionsrisiko asymmetrisch — Die mögliche Substitution von Palladium durch Platin in Katalysatoren ist ein langfristiger Trend, der den "fairen" Preis strukturell senkt. Angst-Signale können daher berechtigt sein und müssen nicht zur Mean Reversion führen.
  • Automobilzyklus dominiert — Über 80 % der Palladiumnachfrage kommt aus der Automobilindustrie. Der Index spiegelt daher stark die Erwartungen an die Automobilkonjunktur wider — nicht den Edelmetallmarkt im engeren Sinne.

Fazit: Palladiums Sentiment-Index ist ein wertvolles Werkzeug, aber das geopolitisch riskanteste Edelmetall erfordert zusätzlich die ständige Beobachtung der russischen Exportpolitik, der Automobilproduktionszahlen und der Substitutionsfortschritte.

Häufige Fragen zum Fear & Greed Index

Wie oft wird der Palladium-Index aktualisiert?

Die Berechnung erfolgt börsentäglich nach dem LBMA-Fixing. Da Palladium der volatilste Edelmetallmarkt ist, können die Tageswerte um 5–10 Punkte schwanken — deutlich mehr als bei Gold oder Silber.

Warum steht der Palladium-Index so oft auf Extremwerten?

Palladiums enger Markt und die geopolitische Abhängigkeit von Russland führen zu überdurchschnittlich häufigen Extremausschlägen. Der Index verbringt mehr Zeit in den Zonen "Extreme Angst" und "Extreme Gier" als bei jedem anderen Metall — die neutrale Zone ist eher die Ausnahme.

Welche Rolle spielt die Substitution durch Platin?

Automobilhersteller ersetzen zunehmend Palladium durch das günstigere Platin in Benzinkatalysatoren. Dieser Trend drückt langfristig auf die Palladium-Nachfrage und kann Angst-Signale im Index erzeugen, die fundamental berechtigt sind und nicht zur Mean Reversion führen müssen.

Wie beeinflusst der Ukraine-Konflikt den Index?

Russland liefert rund 40 % des weltweiten Palladiums. Sanktionen oder Lieferunterbrechungen können den Preis sprunghaft treiben und den Index in Richtung Gier schieben. Umgekehrt kann eine Entspannung der Lage die Angebotssorgen lösen und den Index einbrechen lassen.

Ist Palladium ein sinnvolles Investment für Privatanleger?

Palladium ist aufgrund der extremen Volatilität, der geringen Liquidität und der strukturellen Substitutionsrisiken kein Metall für Einsteiger. Der Fear & Greed Index hilft erfahrenen Investoren beim Timing — aber die fundamentalen Risiken erfordern tieferes Marktwissen als bei Gold oder Silber.

Warum gibt es kein Palladium-Sparplan-Angebot?

Die meisten Anbieter bieten keine Palladium-Sparpläne an, weil der Markt zu volatil und die Nachfrage zu gering ist. ETCs auf Palladium existieren zwar, haben aber höhere Spreads und geringere Liquidität als Gold- oder Silber-Produkte.

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