Feingehalt
Auch: Feinheit, Reinheitsgrad, Feingoldgehalt, Karat
Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Edelmetall in einer Legierung steckt – angegeben in Tausendstel (z. B. 999) oder in Karat (z. B. 585 = 14 Karat).
Der Feingehalt – auch Feinheit genannt – beschreibt den Anteil des reinen Edelmetalls in einer Legierung. Reine Edelmetalle sind für viele Zwecke zu weich, deshalb werden sie mit anderen Metallen (etwa Kupfer, Silber oder Palladium) gemischt. Der Feingehalt sagt, wie hoch der Anteil des eigentlichen Edelmetalls in dieser Mischung ist.
Zwei Angaben: Tausendstel und Karat
Es gibt zwei gebräuchliche Schreibweisen:
- Promille / Tausendstel: 999 bedeutet 999 von 1000 Teilen sind Feingold – also 99,9 %. Diese Angabe steht heute auf fast allen Barren und Anlagemünzen.
- Karat (bei Gold): Hier sind 24 Karat = 100 % Feingold. 18 Karat entsprechen 18/24 = 750/1000.
Die wichtigsten Goldlegierungen im Überblick:
| Karat | Feingehalt | Feingoldanteil |
|---|---|---|
| 24 kt | 999 | 99,9 % |
| 22 kt | 916 | 91,6 % |
| 18 kt | 750 | 75,0 % |
| 14 kt | 585 | 58,5 % |
| 8 kt | 333 | 33,3 % |
Warum der Feingehalt über den Wert entscheidet
Der Materialwert eines Schmuckstücks hängt direkt vom Feingehalt ab. Ein 585er-Goldring enthält nur 58,5 % Feingold – der Rest ist Kupfer und Silber, das kaum etwas zum Edelmetallwert beiträgt. Um den reinen Metallwert (den Schmelzwert) zu berechnen, multipliziert man das Gewicht mit dem Feingehalt und dem aktuellen Goldpreis. Genau das übernimmt der Schmelzwert-Rechner automatisch – auch für gemischte Posten aus 333er-, 585er- und 750er-Gold.
Feingehaltsstempel (Punze)
In Deutschland dürfen Edelmetallwaren mit einer Punze gestempelt sein, die den Feingehalt ausweist – etwa „750" für 18-karätiges Gold oder „925" für Sterlingsilber. Anders als in vielen Nachbarländern besteht in Deutschland keine gesetzliche Stempelpflicht, der angegebene Feingehalt muss aber der Wahrheit entsprechen. Bei Zahngold fehlt die Punze meist ganz; hier hilft der spezialisierte Zahngold-Rechner, der von typischen Legierungen zwischen 750 und 900 ausgeht.
Kurz gemerkt
Der Feingehalt ist der Schlüssel zum Materialwert: Ohne ihn lässt sich aus Gewicht und Tagespreis kein belastbarer Wert ableiten. Wer Schmuck oder Bruchgold bewerten will, sollte immer zuerst den Feingehalt bestimmen – über die Punze oder eine fachkundige Prüfung.