Aufgeld-Rechner — Agio über dem Spotpreis berechnen
Aufgeld eines Angebots berechnen
Produkt wählen und den Angebotspreis eingeben, um das Aufgeld zu berechnen.
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Passende Rechner
Ratgeber: Aufgeld verstehen
Was ist das Aufgeld?
Das Aufgeld — auch Agio oder englisch Premium — ist der Aufschlag, den Sie beim Kauf von Münzen und Barren über dem reinen Metallwert bezahlen. Der reine Metallwert ergibt sich aus dem Spotpreis (dem Weltmarktpreis pro Feinunze) mal der enthaltenen Feinmetallmenge. Alles, was der Händlerpreis darüber liegt, ist das Aufgeld.
Das Aufgeld deckt reale Kosten: Prägung bzw. Guss, Vertrieb, Lagerung, Versicherung, Verwaltung — und die Marge des Händlers. Es ist damit kein „Betrug", sondern der normale Preis dafür, physisches Metall in handlicher, geprüfter Form zu bekommen. Entscheidend ist nur, ob das Aufgeld marktüblich ist. Genau das prüft der Rechner oben.
Merksatz: Der Spotpreis ist für alle Produkte gleich — teuer oder günstig wird ein Kauf allein über das Aufgeld. Zwei Barren mit identischem Feingoldgehalt können sich im Preis deutlich unterscheiden.
Formel & Rechenbeispiel
Das Aufgeld berechnet sich in zwei Schritten:
Metallwert = Feingewicht (g) × Spotpreis pro Gramm
Aufgeld % = (Angebotspreis − Metallwert) ÷ Metallwert × 100
Beispiel mit dem aktuellen Goldpreis: Eine 1-oz-Münze enthält 31,1035 g Feinmetall. Beim aktuellen Spot von 121,70 €/g beträgt der Metallwert 3.785,19 €. Kostet die Münze im Angebot 3.955,53 €, sind das 170,34 € Aufgeld — also rund 4,5 %. Der Rechner oben nimmt Ihnen diese Rechnung mit Live-Kurs ab.
Aufgeld nach Stückelung
Die wichtigste Regel: Je kleiner die Einheit, desto höher das prozentuale Aufgeld. Prägung und Vertrieb kosten pro Stück ähnlich viel — verteilt auf weniger Metall steigt der Aufschlag. Typische Bandbreiten bei Gold-Neuware (marktabhängig, ohne Händlernennung):
| Stückelung | Typ | Typisches Aufgeld |
|---|---|---|
| 1 kg / 500 g | Barren | ca. 1–2 % |
| 100 g | Barren | ca. 2–3 % |
| 1 oz | Barren | ca. 3–4 % |
| 1 oz (Krügerrand, Maple …) | Münze | ca. 3–6 % |
| 20 g / 10 g | Barren | ca. 5–8 % |
| 1/2 oz | Münze | ca. 6–9 % |
| 1/4 oz | Münze | ca. 8–12 % |
| 1/10 oz · 5 g | Münze / Barren | ca. 10–18 % |
| 1 g · 1/20 oz | Barren / Münze | ca. 15–25 % |
Die Werte sind grobe Orientierung und schwanken mit Angebot, Nachfrage und Prägeanstalt — in Krisenzeiten steigen sie spürbar. Der Rechner vergleicht Ihr konkretes Angebot mit dem Live-Spot und ordnet es in diese Bandbreiten ein.
10.000 €: eine Unze gegen zehn Zehntel
Der Aha-Moment: Wer 10.000 € investiert, bekommt für dasselbe Geld unterschiedlich viel Gold — je nach Stückelung. Bei einem Aufgeld von 4,5 % auf eine ganze Unze gegen 12 % auf zehn Zehntelunzen fließt der Unterschied direkt in weniger Feingold:
1 × ganze Unze · Aufgeld ~4,5 %
Von 10.000 € landen rund 9.570 € als reiner Goldwert im Tresor — nur ~430 € sind Aufschlag.
10 × Zehntelunze · Aufgeld ~12 %
Hier sind es nur noch rund 8.930 € Goldwert — gut 1.070 € gehen als Aufgeld verloren.
Das sind rund 640 € Unterschied bei gleichem Einsatz — allein durch die Stückelung. Der Preis dafür: Zehntelunzen sind besser teilbar und im Krisenfall flexibler. Die Faustregel lautet daher: die größte Einheit kaufen, die zu Budget und geplantem Verkaufsverhalten passt — und nur ein paar kleine Einheiten für die Flexibilität.
Münze oder Barren?
Bei gleichem Feingewicht ist der Metallwert identisch — der Unterschied liegt im Aufgeld und in der Handhabung. Barren haben meist das niedrigere Aufgeld, weil ihre Herstellung günstiger ist. Anlagemünzen kosten etwas mehr, sind dafür weltweit bekannt, leichter prüf- und wiederverkäuflich — der Handel erkennt einen Krügerrand, Maple Leaf oder Philharmoniker in Sekunden. Als Anlagegold sind beide mehrwertsteuerfrei.
Für den reinen Metallpreis führt der Barren, für Liquidität und Teilbarkeit die Münze. Ein kleines Münz-Aufgeld ist der Preis für die leichtere Wiederveräußerlichkeit — für viele Anleger gut investiert.
Aufgeld beim Verkauf: der Spread
Das Aufgeld ist nur die halbe Wahrheit — entscheidend für die Rendite ist der Spread, die Spanne zwischen An- und Verkauf. Beim Wiederverkauf bekommen Sie in der Regel etwas unter dem Spotpreis: Der Ankaufspreis liegt bei gängigen Barren und bekannten Münzen am dichtesten am Spot, bei Kleinstückelung und Exoten weiter darunter.
Für die tatsächlichen Kosten eines Investments zählt also nicht nur das Aufgeld beim Kauf, sondern der gesamte Round-Trip: Kauf über Spot plus Verkauf unter Spot. Gerade deshalb sind liquide Standardprodukte mit engem Spread meist die günstigere Wahl. Was beim Verkauf realistisch herauskommt, schätzt der Ankaufspreis-Rechner.
Silber, Platin & die Steuer im Aufgeld
Ein wichtiger Sonderfall: Anders als Anlagegold sind Silber, Platin und Palladium nicht von der Umsatzsteuer befreit. Bei Silbermünzen greift meist die Differenzbesteuerung, bei Silberbarren die volle Mehrwertsteuer. Diese Steuer steckt im Endpreis und lässt das „Aufgeld" auf den ersten Blick sehr hoch wirken.
Der Rechner vergleicht Ihren Angebotspreis mit dem reinen Metallwert — bei Silber, Platin und Palladium ist der ausgewiesene Aufschlag daher inklusive Steueranteil zu lesen. Das ist kein Rechenfehler, sondern der reale Aufpreis, den Sie zahlen. Für einen fairen Vergleich stellen Sie am besten gleiche Steuerarten gegenüber (z. B. differenzbesteuerte Münze gegen differenzbesteuerte Münze).
Kurz: Bei Gold ist das Aufgeld reiner Aufschlag. Bei Silber/Platin/Palladium enthält es zusätzlich die Umsatz- bzw. Differenzsteuer — der Prozentwert liegt daher systematisch höher.
Aufgeld als Marktindikator
Das Aufgeld ist nicht konstant — es atmet mit dem Markt. In Phasen großer Nachfrage (Krisen, Crash-Ängste, Knappheit bei Prägeanstalten) steigen die Aufgelder deutlich, teils auf ein Vielfaches des Normalniveaus, und Lieferzeiten wachsen. In ruhigen Phasen mit viel verfügbarer Ware sinken sie wieder.
Für Käufer heißt das: Ein niedriges Aufgeld ist oft ein Zeichen entspannter Marktlage — ein guter Moment für den physischen Kauf. Umgekehrt signalisieren stark gestiegene Aufgelder Stress im physischen Markt. Wer langfristig kauft, für den ist ein niedriges Aufgeld wichtiger als der exakte Tageskurs.
Häufige Fehler beim Aufgeld
- ◆Nur auf den Metallwert schauen: Zwei Produkte mit gleichem Feingehalt können sich im Preis deutlich unterscheiden. Erst das Aufgeld macht ein Angebot teuer oder günstig.
- ◆Versand & Zahlungsgebühren vergessen: Ein niedriges Aufgeld nützt wenig, wenn Versand und Kartengebühr es wieder auffressen. Immer den Endpreis vergleichen.
- ◆Zu kleine Stückelung wählen: Viele kleine Einheiten statt einer großen — das prozentuale Aufgeld frisst spürbar Rendite (siehe 10.000-€-Beispiel).
- ◆Angebote unter Metallwert für Schnäppchen halten: Ein Preis klar unter dem Spot ist ein Warnsignal — Fälschung oder Betrug — kein Glücksfall.
- ◆Aufgeld und Spread verwechseln: Für die Rendite zählt der gesamte Round-Trip: Aufgeld beim Kauf plus Abschlag beim Verkauf.
- ◆Sammlermünzen als Anlage kaufen: Numismatische Aufschläge sind kein Aufgeld auf Metall — beim Wiederverkauf ist der Sammlerpreis oft weg.