Kaufkraft-Rechner — was ist Ihr Geld von damals heute wert?
Datenquelle: Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes, Basis 2020 = 100. Metallkurse aus unserer historischen Preisdatenbank.
660,83 €
Das sind −33,9 % Kaufkraft in 20,0 Jahren. Um sich heute dasselbe leisten zu können, bräuchten Sie 1.513,25 €.
Verbraucherpreisindex 83,0 → 125,6 (Preise +51,3 %)
6.829,10 €
nominal +582,9 %
Nach Abzug der Inflation entspricht das einer Kaufkraft von 4.512,86 € — real +351,3 %.
Gold hat die Teuerung in diesem Zeitraum geschlagen — die Kaufkraft ist gestiegen.
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Ratgeber: Kaufkraft & Inflation
Was aus 100 Euro geworden ist
Alle Werte stammen aus denselben Reihen wie der Rechner oben — amtlicher Verbraucherpreisindex und unsere historischen Goldkurse. Die Tabelle rechnet sich bei jedem Monatswechsel neu.
| 100 € aus | Kaufkraft heute | Verlust | Preise gestiegen | real, in Edelmetall angelegt | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Gold | Silber | Platin | Palladium | ||||
| 1991 | 48,17 € | −51,8 % | +107,6 % | +495 % | +695 % | — | — |
| 1995 | 56,05 € | −43,9 % | +78,4 % | +531 % | +618 % | — | — |
| 2000 | 59,79 € | −40,2 % | +67,2 % | +662 % | +473 % | — | — |
| 2005 | 64,17 € | −35,8 % | +55,8 % | +605 % | +563 % | — | — |
| 2010 | 69,51 € | −30,5 % | +43,9 % | +214 % | +186 % | -4 % | +170 % |
| 2015 | 74,12 € | −25,9 % | +34,9 % | +163 % | +182 % | +5 % | +25 % |
| 2020 | 79,46 € | −20,5 % | +25,9 % | +101 % | +146 % | +29 % | -48 % |
Die erste Zeile ist die bemerkenswerteste: Von 100 Euro aus dem Jahr 1991 ist heute weniger als die Hälfte übrig. Wer damals Gold oder Silber gekauft hat, steht real — also nach Abzug der gesamten Teuerung — deutlich im Plus.
Genauso wichtig sind aber die roten Zahlen: Platin liegt seit 2010 real im Minus, Palladium seit 2020 sogar klar. Edelmetall schützt die Kaufkraft nicht automatisch — es kommt auf Metall und Einstiegszeitpunkt an. Wer nur die Goldspalte betrachtet, zieht den falschen Schluss.
Die Striche bei Platin und Palladium vor 2010 sind keine Nullwerte, sondern fehlende Kurse: Unsere Reihen reichen für diese beiden Metalle weniger weit zurück. Und alle Metallspalten zeigen bewusst die reale Entwicklung — nominal sähe jede Zeile spektakulärer aus, aber eben auch unehrlicher.
Was Kaufkraftverlust wirklich bedeutet
Inflation heißt nicht, dass Ihr Geld verschwindet — es bleibt derselbe Betrag auf dem Konto. Was sich ändert, ist die Menge an Waren, die Sie dafür bekommen. Genau das misst der Rechner: Er vergleicht den Preisstand Ihres Startmonats mit dem heutigen.
Die Falle, in die fast jeder tappt
Wenn die Preise um 50 % steigen, verlieren Sie nicht 50 % Kaufkraft, sondern rund 33 %. Rechnen Sie nach: Was 100 € kostete, kostet nun 150 €. Ihre alten 100 € kaufen davon zwei Drittel. Beide Zahlen beschreiben denselben Vorgang, nur von zwei Seiten — deshalb weist der Rechner oben beides aus: den Verlust an Kaufkraft und den Betrag, den Sie heute bräuchten.
Der Effekt wirkt leise, weil er sich über Jahre verteilt. Zwei Prozent jährlich klingen harmlos — nach zwanzig Jahren fehlt rund ein Drittel. Und anders als ein Börsencrash erzeugt er keine Schlagzeile, an der man ihn festmachen könnte.
Was der Verbraucherpreisindex misst — und was nicht
Der Verbraucherpreisindex (VPI) bildet einen Warenkorb ab, der dem Konsum eines Durchschnittshaushalts entsprechen soll: Miete, Lebensmittel, Energie, Verkehr, Freizeit, Versicherungen. Rund 650 Güterarten stecken darin, jede mit eigenem Gewicht — Wohnen wiegt schwer, Zeitungen kaum. Diese Gewichte werden regelmäßig an das tatsächliche Ausgabeverhalten angepasst.
Daraus folgt der wichtigste Vorbehalt: Ihre persönliche Inflationsrate ist eine andere. Wer zur Miete wohnt und täglich pendelt, erlebt in einer Energiekrise etwas völlig anderes als ein Wohnungseigentümer ohne Auto. Der VPI ist ein Durchschnitt, kein Kontoauszug.
Ebenfalls nicht enthalten: Vermögenspreise. Steigende Immobilien-, Aktien- oder Goldpreise tauchen im Index nicht auf — nur Konsumgüter zählen. Wer beobachtet, dass Wohnungen sich stärker verteuern als der Warenkorb, sieht keinen Fehler in der Statistik, sondern misst schlicht etwas anderes.
Die hier verwendete Reihe stammt unmittelbar aus der Datenbank des Statistischen Bundesamtes und reicht monatlich bis Januar 1991 zurück. Sie wird täglich abgeglichen; neue Monatswerte erscheinen, sobald das Amt sie veröffentlicht — üblicherweise in der zweiten Hälfte des Folgemonats.
Gold als Inflationsschutz — was die Zahlen hergeben
„Gold schützt vor Inflation" ist der meistzitierte Satz der Branche — und er stimmt nur mit einer Zeitangabe. Probieren Sie es im Rechner selbst aus: Verschieben Sie den Startzeitpunkt und beobachten Sie, wie das Ergebnis kippt.
Über lange Zeiträume hat Gold seine Kaufkraft in aller Regel nicht nur erhalten, sondern ausgebaut. Über einzelne Jahrzehnte gilt das keineswegs. Wer zum Höchststand einsteigt, wartet unter Umständen sehr lange: Nach dem Hoch von 1980 dauerte es Jahrzehnte, bis die damalige Kaufkraft real wieder erreicht war — nominal sah der Kurs längst besser aus, real eben nicht. Genau diese Lücke zwischen beiden Zahlen macht der Rechner sichtbar.
Der Grund für die Schwankung: Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividende. Sein Preis hängt daran, was Alternativen abwerfen. Sind die Zinsen nach Abzug der Inflation hoch, ist zinsloses Metall unattraktiv; sind sie negativ, wird es zur Zuflucht. Dazu kommen Angebot und Nachfrage sowie die Käufe der Notenbanken. Deshalb reagiert Gold weniger auf die Inflationsrate selbst als auf den Realzins.
Praktisch heißt das: Gold ist eine Versicherung gegen Geldentwertung über Jahrzehnte, kein Instrument für einzelne Inflationsjahre. Wer es als kurzfristigen Ausgleich einsetzt, kann ebenso gut daneben liegen.
Silber, Platin und Palladium verhalten sich anders
Die drei weißen Metalle sind Industriemetalle mit Anlagecharakter — und diese Reihenfolge ist entscheidend. Ihr Preis hängt stark an der Nachfrage aus Fertigung und Technik, nicht nur am Anlagemotiv. In einer Rezession kann die Inflation steigen und der Kurs trotzdem fallen, weil Fabriken weniger abnehmen.
Silber schwankt deutlich heftiger als Gold. In starken Aufwärtsphasen läuft es Gold davon, in Abwärtsphasen fällt es tiefer. Als Kaufkraftschutz ist es damit das unruhigere Instrument — was der Vergleich im Rechner je nach Startzeitpunkt sehr unterschiedlich ausfallen lässt.
Platin und Palladium hängen besonders eng an der Autoindustrie, weil beide in Katalysatoren stecken. Technologiewechsel schlagen hier unmittelbar durch: Verschiebt sich die Nachfrage zwischen den Metallen oder zur Elektromobilität, bewegt das den Kurs weit mehr als jede Verbraucherpreisstatistik. Für diese beiden Metalle beginnt unsere Kursreihe zudem später als für Gold und Silber — der Rechner weist das im Ergebnis aus, statt stillschweigend einen kürzeren Zeitraum zu vergleichen.
Realzins: warum das Sparbuch trotz Zinsen verliert
Entscheidend ist nie der Zins auf dem Papier, sondern der Realzins: der Zins abzüglich der Teuerung. Drei Prozent Zinsen bei vier Prozent Inflation bedeuten ein Minus — Ihr Guthaben wächst, Ihre Kaufkraft schrumpft.
Zwei Details, an denen häufig falsch gerechnet wird. Erstens ist der Realzins kein simples Abziehen: Bei langen Zeiträumen zählt das Verhältnis der Wachstumsfaktoren, nicht die Differenz der Prozentwerte — der Rechner oben macht es deshalb über die Indexstände. Zweitens greift bei Zinserträgen die Abgeltungsteuer auf den nominalen Ertrag. Besteuert wird also auch der Teil, der nur die Inflation ausgleicht.
Für Edelmetalle gilt spiegelbildlich: Sie werfen nichts ab, unterliegen aber nach Ablauf der Spekulationsfrist keiner Steuer auf den Gewinn. Was dabei für Ihren Fall gilt, rechnet der Steuer-Schätzer durch.
Warum Geld überhaupt an Wert verliert
Kaufkraftverlust ist kein Unfall, sondern erklärtes Ziel. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig rund zwei Prozent Teuerung an — leicht steigende Preise gelten als Schmiermittel für Löhne und Investitionen, fallende Preise als gefährlich, weil Käufe aufgeschoben werden. Ihr Geld soll also planmäßig langsam an Wert verlieren.
Das war nicht immer so. Bis 1971 war der Dollar im Rahmen von Bretton Woods an Gold gebunden, davor galt vielerorts der klassische Goldstandard. Die Geldmenge war dadurch begrenzt — mit dem Ende dieser Bindung entfiel die Schranke. Seither ist Geld ungedeckt, sein Wert beruht auf Vertrauen in die ausgebende Institution.
Genau daraus speist sich das Interesse an Edelmetall: Gold lässt sich nicht per Beschluss vermehren. Die jährliche Minenförderung erhöht den vorhandenen Bestand nur um wenige Prozent. Deshalb gilt es als Krisenwährung — und deshalb kaufen auch Zentralbanken selbst seit Jahren wieder Gold, obwohl sie Geld schöpfen könnten.
Wichtig zur Einordnung: Das gilt für physisches Metall. Wer Zertifikate oder unbesicherte Papierforderungen hält, hat weiterhin ein Gegenparteirisiko — der Unterschied ist im Lexikon unter Papiergold erklärt.
Der Haken: Steuern auf Scheingewinne
Das Finanzamt kennt keine Inflationsbereinigung. Besteuert wird der nominale Gewinn — auch dann, wenn er real gar keiner ist. Wer über zwanzig Jahre eine Anlage hält, deren Wert genau mit der Teuerung gestiegen ist, hat real nichts gewonnen, zahlt auf dem Papier aber Steuern auf den Zuwachs.
Bei Zinsen und den meisten Kapitalerträgen greift die Abgeltungsteuer auf den vollen nominalen Ertrag. Für physische Edelmetalle gilt dagegen eine Besonderheit: Nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei. Beim Kauf ist Anlagegold zudem von der Umsatzsteuer befreit — bei Silber, Platin und Palladium ist das anders, dort schlägt die Mehrwertsteuer zu Buche, teils gemildert durch die Differenzbesteuerung.
Was in Ihrem Fall gilt, überschlägt der Steuer-Schätzer. Das ersetzt keine Beratung — die steuerliche Behandlung hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab.