Gold-Silber-Ratio
Auch: GSR, Gold-Silber-Verhältnis, Ratio
Die Gold-Silber-Ratio gibt an, wie viele Unzen Silber man für eine Unze Gold benötigt – ein beliebter Indikator zur relativen Bewertung der beiden Metalle.
Die Gold-Silber-Ratio (GSR) ist eine einfache Kennzahl: Sie teilt den Goldpreis durch den Silberpreis und sagt damit, wie viele Unzen Silber dem Wert einer Unze Gold entsprechen. Steht die Ratio bei 80, kostet eine Unze Gold so viel wie 80 Unzen Silber.
Die Berechnung
Ratio = Goldpreis je Unze ÷ Silberpreis je Unze
Da sich beide Preise auf dieselbe Einheit – die Feinunze – beziehen und in derselben Währung notieren, ist die Ratio eine dimensionslose Zahl. Der aktuelle Wert samt Chart steht auf der Seite Gold-Silber-Ratio.
Was die Zahl aussagt
Historisch schwankte das Verhältnis stark. Über die letzten Jahrzehnte pendelte es meist zwischen etwa 50 und 90, mit Ausschlägen darüber und darunter in Extremphasen. Anleger deuten die Ratio gern als Hinweis auf die relative Bewertung:
- Hohe Ratio (z. B. über 80): Silber gilt gegenüber Gold als vergleichsweise günstig.
- Niedrige Ratio (z. B. unter 50): Gold erscheint gegenüber Silber preiswerter.
Manche Anleger schichten anhand der Ratio zwischen den Metallen um – etwa von Gold in Silber, wenn die Ratio historisch hoch steht, in der Erwartung einer späteren Rückkehr zum Mittelwert. Das ist eine Strategie, keine Garantie: Die Ratio kann lange in Extrembereichen verharren.
Warum Silber stärker schwankt
Silber ist zu einem großen Teil Industriemetall und hat einen deutlich kleineren Markt als Gold. Dadurch reagiert der Silberpreis empfindlicher auf Konjunktur und Nachfrageschwankungen – die Ratio bewegt sich in Krisen und Booms oft kräftig. Wer die Wertentwicklung eines konkreten Silberbestands prüfen möchte, nutzt den Silberrechner; den langfristigen Verlauf beider Metalle zeigt die Seite historische Edelmetallpreise.
Kurz gemerkt
Die Gold-Silber-Ratio ist ein schneller Blick auf das Kräfteverhältnis der beiden wichtigsten Edelmetalle. Sie ersetzt keine Prognose, hilft aber, teuer und günstig relativ einzuordnen – und macht sichtbar, warum Silber als das „bewegtere" der beiden Metalle gilt.