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All-in Sustaining Costs (AISC)

Auch: AISC, All-in-Kosten, Gesamtproduktionskosten

Die All-in Sustaining Costs (AISC) sind eine standardisierte Kennzahl der Goldminenindustrie, die sämtliche Kosten abbildet, die nötig sind, um die aktuelle Förderkapazität einer Mine dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Die All-in Sustaining Costs (AISC) wurden 2013 vom World Gold Council eingeführt, um die bis dahin uneinheitliche Kostenkommunikation der Goldminenindustrie zu vereinheitlichen. Im Gegensatz zum älteren Begriff der „Cash Costs", der nur direkte Betriebskosten erfasste, sollen AISC ein realistisches Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Belastung je geförderter Feinunze liefern.

Was zählt zu den AISC?

Die AISC addieren auf Basis der Cash Costs weitere Kostenblöcke, die für den nachhaltigen Betrieb einer Mine unerlässlich sind:

  1. Cash Costs – direkte Förder-, Verarbeitungs- und Raffinierungskosten
  2. Sustaining Capital Expenditure (Capex) – Investitionen zum Erhalt der bestehenden Produktionskapazität (z. B. Ersatzgeräte, Infrastruktur)
  3. Explorations- und Erschließungskosten an bestehenden Minen
  4. Allgemeine Verwaltungskosten (G&A) auf Unternehmensebene
  5. Lizenz- und Abgabenkosten (Royalties), soweit nicht in Cash Costs enthalten

Wachstumsinvestitionen in neue Abbaubereiche oder neue Minen sind ausdrücklich nicht Teil der AISC – dafür existiert die weitergehende Kennzahl „All-in Costs (AIC)".

Formel (vereinfacht)

AISC (USD/oz) = Cash Costs + Sustaining Capex + Exploration (sustaining)
                + G&A + Royalties (sofern noch nicht enthalten)
                ÷ Geförderte Feinunzen

Warum sind AISC für Anleger relevant?

Der aktuelle Goldpreis im Vergleich zu den AISC einer Mine zeigt deren operative Marge: Liegt der Spotpreis deutlich über den AISC, arbeitet die Mine profitabel und kann Schulden tilgen oder Dividenden ausschütten. Fällt der Goldpreis unter die AISC, drohen Produktionskürzungen oder Minenkonsolidierungen – was mittelfristig das globale Angebot und die Nachfrage am Edelmetallmarkt beeinflusst und als indirekter Preissupport wirkt.

Die historischen Goldpreise zeigen, dass Phasen mit stark komprimierten Margen — etwa 2013–2015, als der Goldpreis von rund 1.700 USD auf unter 1.100 USD fiel und die AISC vieler Hochkostenproduzenten erreichte oder überstieg — regelmäßig zu Produktionsdrosselungen und anschließenden Preiserholungen führten.

Grenzen der Kennzahl

AISC sind keine GAAP-Größe und werden von jedem Unternehmen leicht unterschiedlich berechnet. Anleger sollten die Zusammensetzung im Geschäftsbericht prüfen. Auch berücksichtigen AISC keine Wachstums-Capex, Akquisitionskosten oder Finanzierungskosten – für eine vollständige Unternehmensanalyse sind diese ergänzend hinzuzuziehen. (Keine Anlageberatung.)

Kurz gemerkt

AISC ist die wichtigste Profitabilitätskennzahl für Goldminen: Sie zeigt, ab welchem Spotpreis eine Mine nachhaltig wirtschaftlich fördern kann – und damit, wie weit der Marktpreis vom strukturellen Kostenboden entfernt ist.

Quellen & weiterführende Informationen

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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