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Angebot & Förderung

Nachhaltiges Gold / Fairtrade-Gold

Auch: Ethical Gold, Responsible Gold, Nachhaltiges Gold, ARM-Gold

Fairtrade-Gold ist zertifiziertes Gold aus handwerklichem und kleinindustriellem Bergbau, das sozialen Mindeststandards, Umweltauflagen und einer verbindlichen Fairtrade-Prämie auf den Marktpreis genügt.

Fairtrade-Gold bezeichnet Edelmetall, das von zertifizierten Kleinbergbauorganisationen (sog. ASM – Artisanal and Small-scale Mining) gefördert wurde und die Standards von Fairtrade International sowie der Alliance for Responsible Mining (ARM) erfüllt. Käufer zahlen neben dem aktuellen Goldpreis eine verbindliche Fairtrade-Prämie, die den Fördergemeinschaften direkt zugute kommt. Damit soll der informelle, oft gefährliche Kleinbergbau – der weltweit schätzungsweise 15–20 % der jährlichen Goldproduktion ausmacht – schrittweise in legale, sichere und umweltverträgliche Strukturen überführt werden.

Zertifizierungsstandards im Überblick

Standard Herausgeber Schwerpunkt
Fairtrade Gold & Silver Fairtrade International / ARM Sozialstandards, Mindestpreis, Prämie
Fairmined Gold ARM (Alliance for Responsible Mining) Umwelt, Arbeitssicherheit, kein Quecksilber
LBMA Responsible Gold London Bullion Market Association Lieferketten-Due-Diligence ab Scheideanstalt
RJC Code of Practices Responsible Jewellery Council Gesamte Schmuck-Lieferkette

Fairtrade und Fairmined nutzen denselben zugrunde liegenden ARM-Standard; der Unterschied liegt im Lizenzmodell: Fairtrade lizenziert Händler und Juweliere in Importländern, Fairmined die Minenorganisationen direkt.

Was der Fairtrade-Aufschlag beinhaltet

Zertifizierte Abnehmer zahlen über den Spotpreis hinaus eine festgelegte Prämie (Stand der Fairtrade-Tarifstruktur: zuletzt 2.000 USD je Feinunze für Fairtrade und zusätzlich 200 USD für ökologisch produziertes Gold ohne Quecksilber und Cyanid). Die Prämie fließt in Gemeinschaftsprojekte: Schulen, Gesundheitsversorgung, Sicherheitsausrüstung und saubere Aufbereitungstechnologien. (Preisangaben sind Richtwerte; keine Anlage- oder Steuerberatung.)

Abgrenzung: Konfliktgold und konventionelle Förderung

Herkömmliches Gold durchläuft oft undurchsichtige Lieferketten, in denen Konfliktgold – aus Kriegsgebieten oder unter Einsatz von Zwangsarbeit gewonnenes Metall – nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Die LBMA verpflichtet zwar alle ihre Guten-Lieferbedingungen (Good Delivery) erfüllenden Scheideanstalten zu einer Responsible-Sourcing-Prüfung, dies betrifft jedoch primär die Scheideanstalt, nicht die Mine selbst.

Fairtrade-Gold setzt den Transparenzanker bereits bei der Fördergemeinschaft an und schreibt vor:

  1. Registrierung und Legalität der Förderorganisation
  2. Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
  3. Reduzierung oder Verzicht auf Quecksilber (Amalgamverfahren) und Cyanid
  4. Schutz sensibler Ökosysteme (keine Förderung in Schutzgebieten)
  5. Demokratische Entscheidungsstrukturen in der Bergbauorganisation
  6. Unabhängige Drittprüfung durch akkreditierte Auditoren

Marktbedeutung und Verfügbarkeit

Der Anteil von Fairtrade- und Fairmined-zertifiziertem Gold am globalen Markt ist noch gering – zertifizierte Organisationen befinden sich überwiegend in Kolumbien, Peru, Bolivien, Kenia und der Mongolei. Juweliere, einzelne Münzprägestätten und spezialisierte Edelmetallhändler bieten zertifiziertes Gold an, erkennbar am Fairtrade- oder Fairmined-Siegel auf Verpackung und Begleitdokument. Der Schmelzwert des Metalls ist identisch mit konventionellem Gold gleichen Feingehalts; der Mehrpreis liegt im Zertifizierungsaufschlag.

Kurz gemerkt

Fairtrade-Gold bietet Käufern eine nachprüfbare Lieferkette vom Kleinbergbau bis zur Scheideanstalt und unterstützt Fördergemeinschaften durch einen verbindlichen Aufschlag auf den Goldpreis. Der metallische Wert unterscheidet sich nicht von konventionellem Gold – der Unterschied liegt ausschließlich in Herkunft, Zertifizierung und sozialem Beitrag.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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