Iridium
Auch: Ir, Iridium-Metall
Iridium (Ir) ist ein silberweißes Platingruppen-Edelmetall mit einer der höchsten Dichten aller Elemente (22,56 g/cm³, knapp hinter Osmium) und außergewöhnlicher Korrosionsbeständigkeit.
Iridium gehört zur Gruppe der Platingruppenmetalle und gilt als eines der seltensten und am schwersten zu verarbeitenden Metalle der Erde. Mit einer Dichte von 22,56 g/cm³ ist es das zweitdichteste natürlich vorkommende Element – knapp hinter dem verwandten Osmium (22,59 g/cm³). Entdeckt wurde es 1803 von Smithson Tennant, der es nach der griechischen Göttin Iris (Regenbogen) benannte, da seine Salze in auffällig verschiedenen Farben erscheinen.
Vorkommen und Gewinnung
Iridium tritt in der Erdkruste in Konzentrationen von etwa 0,001 ppb auf – rund zehnmal seltener als Gold. Es wird fast ausschließlich als Beiprodukt bei der Nickel- und Kupfergewinnung aus Platinerzen gewonnen, vorwiegend in Südafrika (Bushveld-Komplex), Russland und Zimbabwe. Die weltweite Jahresproduktion schwankt zwischen sieben und neun Tonnen und ist damit deutlich geringer als die von Platin oder Palladium.
Eigenschaften
Die technischen Kenndaten von Iridium sind außergewöhnlich:
- Höchste Korrosionsbeständigkeit aller Metalle: Iridium löst sich weder in Salzsäure noch in Schwefelsäure. Nur Königswasser greift es unter bestimmten Bedingungen an.
- Extrem hoher Schmelzpunkt von 2.446 °C – höher als nahezu alle technisch nutzbaren Metalle.
- Hohe Härte (Mohs 6,5) kombiniert mit ausgeprägter Sprödigkeit, was die mechanische Verarbeitung erheblich erschwert.
Industrielle Anwendungen
Wegen seiner Widerstandsfähigkeit findet Iridium in Hochtemperatur- und Hochpräzisions-Anwendungen Einsatz:
| Bereich | Anwendung |
|---|---|
| Automobilindustrie | Zündkerzenelektroden (Ir-Legierung) |
| Chemie | Tiegelmaterial für Einkristallzucht |
| Medizin | Strahlentherapie (Ir-192-Implantate) |
| Luft- und Raumfahrt | Raketentriebwerke, Hitzeabschirmung |
| Messtechnik | Historisch: Urkilogramm-Legierung (Pt-10%Ir) |
Iridium als Anlage- und Handelsobjekt
Im Gegensatz zu Gold, Silber, Platin oder Palladium existiert für Iridium kein etablierter Terminmarkt (COMEX) und kein tägliches Fixing. Preise werden von Industriegroßhändlern wie Johnson Matthey oder Heraeus als Richtpreise veröffentlicht. Die extreme Marktenge – wenige Tonnen Jahresproduktion, wenige Großabnehmer – führt zu teils starken Preisschwankungen bei geringen Handelsmengen. Iridium ist primär ein Industriemetall; liquide Anlageprodukte (Münzen, ETCs) sind kaum verfügbar. Vergleichbare historische Preisentwicklungen der Platingruppenmetalle lassen sich auf der Plattform nachverfolgen.
Steuerliche und anlageberatende Hinweise zu Iridium als Investitionsobjekt sind individuell zu prüfen – dieser Eintrag stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar.
Kurz gemerkt
Iridium ist das dichteste und korrosionsbeständigste Metall der Erde, das fast ausschließlich als Beiprodukt der Platinförderung anfällt und wegen seiner extremen Seltenheit sowie fehlender liquider Handelsmärkte primär als Industriemetall gilt. Aktuelle Preise verwandter Platingruppenmetalle bieten Orientierung für das Preisniveau dieses Marktsegments.