Briefkurs (Ask)
Auch: Ask, Angebotspreis, Verkaufspreis (Händler), Ask-Kurs
Der Briefkurs (Ask) ist der Preis, zu dem ein Händler oder Market Maker ein Edelmetall verkauft – also der niedrigste Preis, zu dem Käufer am Markt sofort kaufen können.
Der Briefkurs (englisch: Ask oder Ask Price) ist eine der zwei zentralen Kursgrößen im Edelmetallhandel. Er bezeichnet den Preis, zu dem ein Händler, eine Bank oder ein Market Maker bereit ist, ein Edelmetall zu verkaufen. Wer also heute Gold, Silber oder Platin kaufen möchte, zahlt den Briefkurs – nicht den günstigeren Spotpreis im engeren Sinne, sondern den vom Anbieter gestellten Verkaufspreis.
Briefkurs und Geldkurs – das Kurs-Paar
Im professionellen Handel werden stets zwei Kurse gleichzeitig gestellt:
| Begriff | Englisch | Bedeutung | Richtung |
|---|---|---|---|
| Geldkurs | Bid | Preis, zu dem der Händler kauft | Käufer gibt Metall ab |
| Briefkurs | Ask | Preis, zu dem der Händler verkauft | Käufer erhält Metall |
Die Differenz zwischen beiden Werten heißt Spread und stellt die Handelsmarge des Zwischenhändlers dar. Je liquider der Markt und je standardisierter das Produkt, desto enger ist dieser Spread.
Spread = Briefkurs (Ask) − Geldkurs (Bid)
Wie entsteht der Briefkurs?
Am Spot-Markt für Edelmetalle (z. B. an der LBMA in London oder der COMEX in New York) ergibt sich der Kurs aus Angebot und Nachfrage. Market Maker – typischerweise Großbanken und Bullionhändler – stellen fortlaufend Geld- und Briefkurse. Der Briefkurs für Privatanleger setzt sich vereinfacht so zusammen:
- Spot-Referenzpreis (internationaler Marktpreis in USD/oz)
- + Währungsumrechnung (z. B. EUR/USD, siehe Wechselkurse)
- + Aufgeld/Agio des Händlers (Produktionskosten, Logistik, Gewinnmarge)
- = Briefkurs (der Preis, den Sie als Käufer zahlen)
Das Aufgeld variiert stark nach Produkt: Standardbarren haben geringere Aufschläge als Anlagemünzen, Sonderprägungen oder kleine Stückelungen.
Praktische Bedeutung für Edelmetallkäufer
Beim Kauf von Edelmetallen über Händler, Banken oder Online-Plattformen sehen Sie in der Regel nur den Verkaufspreis – das ist der Briefkurs inklusive aller Aufschläge. Der zugrundeliegende Spot-Preis ist auf Preisseiten wie der Goldpreis-Übersicht einzusehen.
Wichtige Faustregeln:
- Enger Spread (z. B. 0,3–0,5 % bei Großbarren) → effizienter, liquider Markt
- Weiter Spread (z. B. 3–8 % bei kleinen Münzen oder Sonderprodukten) → höhere Handelskosten
- Kurs bei Verkauf = Geldkurs (niedriger als der Briefkurs, zu dem Sie gekauft haben)
Den Ankaufspreis – also das, was Sie beim Wiederverkauf erhalten – können Sie mit dem Ankaufspreisrechner kalkulieren. Mit dem Schmelzwertrechner lässt sich ermitteln, welchen reinen Metallwert Ihr Stück besitzt.
Briefkurs vs. Fixing-Preis
Der Briefkurs ist ein fortlaufend aktualisierter Handelskurs und unterscheidet sich vom zweimal täglich festgestellten LBMA-Fixing, das als offizieller Referenzpreis für Lieferverträge und Bewertungen dient. Im Tagesverlauf kann der Briefkurs deutlich vom Fixing-Preis abweichen.
Kurz gemerkt
Der Briefkurs (Ask) ist der Preis, den Käufer zahlen – immer höher als der Geldkurs (Bid), den Händler beim Rückkauf bieten. Die Differenz (Spread) ist die unsichtbare Handelsgebühr: Je breiter der Spread, desto teurer ist der Einstieg und der Ausstieg aus einer Edelmetallposition.