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Preis & Markt

Ankaufspreis

Auch: Rückkaufpreis, Bid-Preis, Aufkaufpreis

Der Ankaufspreis ist der Preis, den ein Händler oder eine Scheideanstalt für den Kauf von Edelmetallen vom Privatverkäufer zahlt – er liegt stets unterhalb des aktuellen Spotpreises.

Der Ankaufspreis bezeichnet den Betrag, den ein Edelmetallhändler, eine Bank oder eine Scheideanstalt einem privaten Verkäufer für dessen Gold, Silber, Platin oder Palladium zahlt. Er ist die Gegenseite des Händlerverkaufspreises und liegt grundsätzlich unterhalb des aktuellen Spotpreises, weil Händler ihren Einkauf, ihre Betriebskosten und ihr Preisrisiko einkalkulieren müssen.

Beim Verkauf von Münzen oder Barren sollte man den aktuellen Goldpreis oder Silberpreis kennen, um das eigene Angebot richtig einordnen zu können.

Wie entsteht der Ankaufspreis?

Der Ausgangspunkt jeder Ankaufskalkulation ist der internationale Spotmarktpreis (Kassakurs), der an der LBMA in London oder an der COMEX in New York festgestellt wird. Davon ausgehend zieht der Händler verschiedene Posten ab:

  1. Handels-Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis, mit der operative Kosten und Gewinn abgedeckt werden.
  2. Schmelz- und Prüfkosten – bei Altgold, Schmuck oder Dentallegierungen muss der Feingehalt erst analysiert werden (Röntgenfluoreszenzanalyse, Schmelzprobe).
  3. Kurs- und Lagerrisiko – zwischen Ankauf und Weiterverkauf können Kurse schwanken.
  4. Prägeaufschlag oder Abzug – bei Sammlermünzen mit Premiumpreis kann der Händler unter Umständen die Nachfrage am Markt berücksichtigen.

Die Berechnungsformel lautet vereinfacht:

Ankaufspreis = Spotpreis × Feingehalt × Gewicht − Händlerabzug

Konkret für einen 14-Karat-Goldring mit 5 g Raugewicht (Spotpreis 85 €/g angenommen):

Feingewicht = 5 g × 0,585 = 2,925 g
Materialwert = 2,925 g × 85 €/g = 248,63 €
Ankaufspreis ≈ 248,63 € × 0,90 = 223,77 € (Beispiel, 10 % Händlerabzug)

Den genauen Wert für eigene Objekte ermittelt der Schmelzwertrechner oder der Ankaufspreisrechner.

Ankaufspreis nach Produktkategorie

Die Höhe des Abschlags vom Spotpreis hängt stark davon ab, wie leicht das Material weiterveräußert werden kann:

Kategorie Typischer Abschlag vom Spot Bemerkung
Standardmünzen (Krügerrand, Philharmoniker) 0 – 3 % Hohe Liquidität, einfache Echtheitsverifizierung
Gängige Goldbarren (LBMA Good Delivery) 0,5 – 2 % Sofortige Weitergabe möglich
Kleinbarren (1 – 10 g) 2 – 6 % Höhere Stückkosten relativ zum Wert
Schmuck / 585er Gold 5 – 15 % Schmelzkosten + Legierungsanalyse
Zahngold / Dentallegierungen 8 – 20 % Aufwändige Aufbereitung
Bruchgold, Granulat 5 – 18 % Stark schwankend je Feingehalt

Hinweis: Diese Spannen sind Richtwerte und variieren je Händler, Marktlage und Menge.

Abgrenzung: Spotpreis, Geldkurs und Ankaufspreis

Die Begriffe werden im Alltag häufig verwechselt:

  • Spotpreis – der aktuelle Marktpreis an internationalen Börsen für sofortige Lieferung, in der Regel pro Feinunze in US-Dollar.
  • Geldkurs (Bid) – der Kurs, zu dem ein Market-Maker am Interbankenmarkt kauft; im Großhandel nur wenige Cent unter dem Spot.
  • Ankaufspreis (Einzelhandel) – der tatsächliche Betrag, den ein Privatverkäufer erhält; beinhaltet den vollständigen Handelsspread plus eventuelle Prüf- und Schmelzkosten.

Der Spread zwischen Ankaufspreis und Verkaufspreis ist damit das zentrale Qualitätsmerkmal eines Händlerangebots.

Steuerliche Hinweise

Beim Verkauf von Anlagegold (999-Barren, Standardmünzen) fällt in Deutschland keine Umsatzsteuer an. Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften können jedoch unter § 23 EStG steuerpflichtig sein, wenn die Haltefrist von zwölf Monaten unterschritten wird und der Gewinn die Freigrenze übersteigt. Dies ist keine Steuer- oder Anlageberatung; im Einzelfall bitte einen Steuerberater konsultieren.

Beim Ankauf von Edelmetallen ab 2.000 € ist eine Legitimationsprüfung nach dem Geldwäschegesetz vorgeschrieben – der Verkäufer muss sich dann mit einem gültigen Ausweis identifizieren.

Tipps für den bestmöglichen Ankaufspreis

  • Vergleiche einholen: Mindestens drei Angebote einholen – Online-Ankäufer, regionaler Händler und Scheideanstalt.
  • Kurszeitpunkt beachten: Verkaufen, wenn der Spotpreis hoch steht, verbessert die absolute Ausbeute erheblich.
  • Produkt identifizieren: Gängige Münzen erzielen bessere Konditionen als unbekannte Stücke, weil der Händler keinen Prüfaufwand hat.
  • Menge bündeln: Größere Mengen werden häufig zu günstigeren Konditionen angekauft.
  • Feingehalt kennen: Für Schmuck lohnt es sich, den Feingehalt vorher zu kennen – etwa durch den Stempel (585, 750) – um Angebote besser prüfen zu können.

Kurz gemerkt

Der Ankaufspreis ist immer der Preis aus Sicht des Händlers – er kauft, der Privatverkäufer verkauft. Je liquider und standardisierter das Edelmetall, desto geringer der Abschlag vom Spotpreis und desto fairer das erzielbare Ergebnis. Ein einfacher Vergleich mit dem aktuellen Goldpreis oder dem Schmelzwertrechner hilft, überhöhte Abzüge zu erkennen.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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