COMEX
Auch: Commodity Exchange, NYMEX COMEX
Die COMEX (Commodity Exchange) ist die weltweit bedeutendste Terminbörse für Gold- und Silber-Futures und maßgeblicher Preisreferenzmarkt für physische Edelmetalle.
Die COMEX (Commodity Exchange) ist eine Abteilung der CME Group in New York und gilt als der wichtigste Preisbildungsmarkt für Gold- und Silber-Futures. Obwohl es sich um einen Terminmarkt handelt, orientiert sich der weltweite Spotpreis für Gold und Silber maßgeblich an den dort gehandelten Kontrakten. Täglich werden an der COMEX mehr Feinunzen Gold auf dem Papier gehandelt, als die globale Minenproduktion eines ganzen Jahres hergibt – was die enorme Bedeutung dieses Marktes für die Preisfindung unterstreicht.
Geschichte und Einordnung
Die COMEX wurde 1933 in New York gegründet und fusionierte 1994 mit der New York Mercantile Exchange (NYMEX). Im Jahr 2008 übernahm die CME Group beide Börsen. Heute läuft der Handel über die elektronische Plattform CME Globex, die eine nahezu lückenlose Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit ermöglicht.
Wie COMEX-Futures funktionieren
Ein COMEX-Futures-Kontrakt ist eine verbindliche Vereinbarung, eine festgelegte Menge Edelmetall zu einem heute festgelegten Preis an einem zukünftigen Liefertermin zu kaufen oder zu verkaufen. Die Standardkontraktgrößen sind:
| Metall | Kontraktgröße | Lieferfähiger Feingehalt |
|---|---|---|
| Gold | 100 Feinunzen | mind. 995/1000 |
| Silber | 5.000 Feinunzen | mind. 999/1000 |
| Kupfer | 25.000 Pfund | Elektrolytkupfer |
In der Praxis werden über 99 % aller Kontrakte vor Fälligkeit glattgestellt (d. h. durch einen Gegenkontrakt aufgehoben) – physische Lieferung ist die seltene Ausnahme. Dennoch ist das Recht auf physische Abnahme entscheidend für die Preisbindung an den realen Markt.
COMEX-Preis vs. Spotpreis
Der Zusammenhang zwischen COMEX-Futures und dem Spotpreis lässt sich vereinfacht so darstellen:
Spotpreis ≈ Nächstfälliger Futures-Preis − Tragungskosten (Cost of Carry)
Die sogenannten „Tragungskosten" umfassen Lagergebühren, Versicherung und entgangene Zinsen auf den gebundenen Kapitalbetrag. Liegt der Futures-Preis über dem Spotpreis, spricht man von Contango; liegt er darunter, von Backwardation.
Bedeutung für Privatanleger
Obwohl Privatanleger selten direkt an der COMEX handeln, beeinflusst sie jeden Kauf:
- Preisfindung: Der Goldpreis und der Silberpreis, den Händler und Banken ausweisen, leiten sich unmittelbar aus COMEX-Notierungen ab.
- Papiergold-Vehikel: Gold-ETCs, Zertifikate und unallokierte Konten beziehen ihren Wert oft über COMEX-Preise.
- Arbitrage-Kopplung: Große Händler sorgen durch Arbitrage dafür, dass physische Großhandelspreise und COMEX-Preise nah beieinander bleiben.
- Volatilität: Positionsveränderungen großer Spekulanten (sog. „Managed Money") können kurzfristig erhebliche Preisschwankungen erzeugen, ohne dass sich am physischen Angebot etwas geändert hat.
Wer physisches Edelmetall kauft oder den aktuellen Marktstand beobachten möchte, findet auf dieser Seite stets aktuelle Daten: Historische Edelmetallpreise geben zudem Einblick, wie sich COMEX-getriebene Preisbewegungen über Jahre entwickelt haben.
COMEX und das LBMA-Fixing
Neben der COMEX gibt es mit dem LBMA-Fixing einen zweiten globalen Preisreferenzpunkt, der täglich in London per Auktion ermittelt wird. Beide Märkte sind eng miteinander verknüpft: London dominiert den physischen Großhandel (Barren, Raffinerie-Settlement), während New York den Terminmarkt anführt. Internationale Banken und Händler nutzen stets beide Referenzen für ihre Absicherungsgeschäfte.
Kurz gemerkt
Die COMEX ist das Herzstück des globalen Edelmetall-Terminmarkts und damit maßgeblicher Treiber der Spot- und Händlerpreise weltweit. Wer Edelmetalle kauft oder beobachtet, begegnet COMEX-Preisen täglich – auch ohne je einen Futures-Kontrakt abgeschlossen zu haben.