London Fix
Auch: LBMA-Fixing, Londoner Fixingpreis, Gold Fixing, Silver Fix
Der London Fix ist ein täglich zweimal festgesetzter Referenzpreis für Gold, Silber, Platin und Palladium, der von der LBMA koordiniert wird und weltweit als Abrechnungsbasis für physische Edelmetallgeschäfte gilt.
Der London Fix – offiziell heute als LBMA Gold Price bzw. LBMA Silver Price bekannt – ist der meistbeachtete Referenzpreis am physischen Edelmetallmarkt. Er entstand 1919, als sich fünf Londoner Goldhändler das erste Mal trafen, um einen einheitlichen Tagespreis für Gold festzulegen. Heute dient er als Abrechnungsbasis für Minenverträge, Schmuckeinkauf, Zentralbankreserven und strukturierte Finanzprodukte rund um den Globus. Den aktuellen Goldpreis sowie historische Preisentwicklungen können Sie jederzeit hier nachschlagen.
Wie das Fixing funktioniert
Das moderne Verfahren ist vollständig elektronisch und wird von ICE Benchmark Administration (IBA) im Auftrag der LBMA durchgeführt. Am Goldfixing nehmen akkreditierte Banken und Händler teil. Die Preisfindung läuft in iterativen Auktionsrunden ab:
- IBA gibt einen Startkurs vor.
- Teilnehmer melden anonym Kauf- und Verkaufsvolumina.
- Der Kurs wird so lange angepasst, bis Angebot und Nachfrage innerhalb eines definierten Toleranzkorridors übereinstimmen.
- Sobald Gleichgewicht erreicht ist, wird der Preis als offizieller Fixingpreis veröffentlicht.
Das Verfahren ist damit transparenter als das alte telefonische Fixing, das 2014 (Silber) und 2015 (Gold) reformiert wurde – unter anderem infolge von Manipulationsvorwürfen, die zu Milliardenstrafen gegen mehrere Großbanken führten.
Übersicht: Fixingzeiten und Metalle
| Metall | Fixingtermin(e) | Uhrzeit (London) |
|---|---|---|
| Gold | AM Fix & PM Fix | ~10:30 Uhr / ~15:00 Uhr |
| Silber | 1× täglich | ~12:00 Uhr |
| Platin | AM Fix & PM Fix | ~09:45 Uhr / ~14:00 Uhr |
| Palladium | AM Fix & PM Fix | ~09:45 Uhr / ~14:00 Uhr |
Platin und Palladium werden über die LPPM (London Platinum and Palladium Market) fixiert, folgen aber demselben Auktionsprinzip.
Unterschied zwischen Fixing und Spotpreis
Der Spotpreis schwankt sekündlich an den globalen OTC-Märkten (Over-the-Counter), während der London Fix ein einmaliger, täglich festgestellter Schnappschuss ist. Wichtige Unterschiede:
- Spotpreis: Kontinuierlicher Interbankenpreis, rund um die Uhr handelbar (außer Wochenende).
- London Fix: Stichtagspreis, der für Verträge, Schiedsklauseln und Buchführung genutzt wird.
- Zeitliche Abweichung: Der PM Fix spiegelt den europäischen Nachmittagsmarkt wider, zu dem auch US-amerikanische Händler bereits aktiv sind – er gilt daher als besonders liquide und marktrepräsentativ.
Praktische Bedeutung
- Minenproduzenten verkaufen ihre Goldproduktion häufig zum PM-Fix.
- Schmuck- und Industrieunternehmen kalkulieren Rohstoffkosten auf Fix-Basis.
- Zentralbanken nutzen Fix-Kurse für die Bewertung ihrer Goldreserven.
- ETFs und ETCs wie Xetra-Gold oder physisch besicherte Fonds berechnen den Nettoinventarwert (NAV) auf Basis des PM Fixes.
- Schiedsklauseln in langfristigen Lieferverträgen verweisen explizit auf den LBMA Gold Price PM.
Mit dem Goldrechner können Sie eigene Mengen auf Basis des aktuellen Kurses bewerten; für historische Fix-Vergleiche stehen Tagesdaten seit Jahrzehnten zur Verfügung.
Reformgeschichte
1919 Erstes telefonisches Gold Fixing (5 Banken, NM Rothschild)
1968 Einführung des Two-Tier-Systems (offiziell/marktbasiert)
2014 Silver Fix eingestellt → LBMA Silver Price (CME/Refinitiv)
2015 Goldfix → elektronische IBA-Auktion (LBMA Gold Price)
2014 Platin/Palladium → elektronisches LPPM-Fixing
Kurz gemerkt
Der London Fix ist kein verhandelter Preis zwischen einzelnen Händlern, sondern das Ergebnis einer regulierten, anonymen Auktion mit globaler Reichweite. Er bleibt der wichtigste Referenzpunkt für physische Edelmetalltransaktionen weltweit – auch wenn der sekündliche Spotpreis im täglichen Handel dominiert.