Nickel-Weißgold
Auch: Nickelweißgold, Nickel-White Gold
Nickel-Weißgold ist eine Goldlegierung, bei der Nickel als primäres Aufhellungsmetall eingesetzt wird, um dem Gelbgold eine silbrig-weiße Farbe zu verleihen.
Nickel-Weißgold entsteht, wenn Gelbgold mit Nickel, Zink und teils Kupfer oder Palladium legiert wird. Der Nickelanteil von typischerweise 8–14 % übernimmt die Hauptaufgabe der Aufhellung: Nickel ist ein stark bleichendes Metall, das die Gelbfärbung des Goldes wirkungsvoll unterdrückt. Trotzdem wirkt die Oberfläche frisch legiert leicht gelblich oder cremefarbig – weshalb die meisten Schmuckstücke aus Nickel-Weißgold abschließend rhodiniert werden, also mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen.
Zusammensetzung und Feingehalte
Die gängigsten Legierungen sind 585er Gold (14 Karat) und 750er Gold (18 Karat). Bei 585er Nickel-Weißgold besteht die Legierung zu 58,5 % aus reinem Gold, der Rest verteilt sich auf Nickel (ca. 10–14 %), Zink (ca. 4–8 %) und Kupfer. Beim Schmelzwertrechner wird stets der Feingoldanteil zugrunde gelegt – der Nickelanteil hat keinen Edelmetallwert.
| Feingehalt | Goldanteil | Typische Zusätze |
|---|---|---|
| 333 (8 Karat) | 33,3 % | Ni, Zn, Cu |
| 585 (14 Karat) | 58,5 % | Ni, Zn, Cu |
| 750 (18 Karat) | 75,0 % | Ni, Zn, (Pd) |
Allergieproblem und EU-Regulierung
Nickel ist einer der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien. Die EU-Nickelrichtlinie (94/27/EG, heute in der REACH-Verordnung verankert) begrenzt die Nickelabgabe aus Gegenständen, die dauerhaft mit der Haut in Berührung kommen, auf 0,5 Mikrogramm pro Quadratzentimeter und Woche. Schmuck, der diesen Grenzwert überschreitet, darf in der EU nicht vermarktet werden. Die Rhodinierung reduziert die Nickelabgabe erheblich – sobald die Schicht abgenutzt ist, kann jedoch direkter Hautkontakt mit dem Untermetall entstehen.
Als allergiearme Alternative hat sich Palladium-Weißgold etabliert, das ohne Nickel auskommt und in der EU generell bevorzugt empfohlen wird.
Verarbeitung und Eigenschaften
Nickel erhöht die Härte und Zugfestigkeit der Legierung, was Nickel-Weißgold besonders für filigrane Fassungen und Pavé-Schmuck geeignet macht. Gleichzeitig senkt der hohe Nickelanteil die Duktilität – das Material ist spröder als vergleichbare Palladium-Weißgold-Legierungen und erfordert beim Löten und Polieren Erfahrung.
Den aktuellen Goldpreis – Basis für die Materialwertberechnung jedes Weißgoldstücks – zeigt der Goldrechner in Echtzeit.
Kurz gemerkt
Nickel-Weißgold ist kostengünstig, hart und weit verbreitet, birgt aber ein reales Allergiepotenzial. Wer empfindliche Haut hat oder Schmuck für Dauerträger sucht, sollte Palladium-Weißgold oder rhodinierten Schmuck mit regelmäßiger Auffrischung bevorzugen.