Legierung
Auch: Metalllegierung, Legierungsmetall
Eine Legierung ist ein Gemisch aus einem Hauptmetall und einem oder mehreren Zusatzmetallen (Legierungsmetallen), das gezielt veränderte physikalische oder chemische Eigenschaften besitzt.
Eine Legierung entsteht, wenn mindestens zwei metallische Elemente miteinander verschmolzen werden. Im Edelmetallbereich ist das Basismetall – Gold, Silber, Platin oder Palladium – stets der Hauptbestandteil; die Zusatzmetalle bestimmen Farbe, Härte, Verarbeitbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Der Feingehalt gibt an, welcher Anteil des Gesamtgewichts auf das reine Edelmetall entfällt – ausgedrückt in Tausendsteln (Promille) oder Karat.
Warum wird Edelmetall legiert?
Reines Gold (999,9 ‰) ist sehr weich und für Schmuck kaum geeignet. Durch Legieren lässt sich:
- Härte und Abriebfestigkeit erhöhen (wichtig für Ringe und Armbänder)
- Farbe gezielt steuern – Kupfer ergibt Rotgold, Palladium oder Nickel ergibt Weißgold
- Schmelzpunkt anpassen (relevant für die Verarbeitung in der Gießerei)
- Kosten senken – ein niedrigerer Edelmetallanteil reduziert den Materialwert
Typische Goldlegierungen im Überblick
| Bezeichnung | Feingehalt | Karat | Typische Zusatzmetalle |
|---|---|---|---|
| Feingold | 999 ‰ | 24 kt | – |
| 916er Gold | 916 ‰ | 22 kt | Kupfer |
| 750er Gold | 750 ‰ | 18 kt | Cu, Ag, Pd, Ni |
| 585er Gold | 585 ‰ | 14 kt | Cu, Ag, Zn |
| 375er Gold | 375 ‰ | 9 kt | Cu, Ag, Zn |
| 333er Gold | 333 ‰ | 8 kt | Cu, Ag, Zn |
Silberlegierungen
Auch Silber wird fast immer legiert. Das bekannteste Beispiel ist Sterlingsilber mit 925 ‰ Silber und 75 ‰ Kupfer – ein Standard, der seit dem Mittelalter für Münzen und Besteck gilt. Weitere verbreitete Feingehalte:
- 835er Silber – klassisches Bestecksilber in Deutschland
- 800er Silber – häufig in älterem Münz- und Tafelsilber
- 958er Silber (Britannia) – hochreines Silber, vor allem für britische Münzen
Berechnung des Materialwerts
Der Schmelzwert einer Legierung ergibt sich aus dem Feingewicht:
Feingewicht = Raugewicht × (Feingehalt ÷ 1000)
Schmelzwert = Feingewicht × aktueller Spotpreis je Gramm
Mit dem Schmelzwertrechner lässt sich dieser Wert für Gold, Silber und andere Metalle schnell ermitteln. Der Goldrechner berücksichtigt dabei automatisch den eingegebenen Feingehalt.
Weißgold – eine besondere Gruppe
Weißgold ist eine Goldlegierung, die durch Zusatz von Palladium oder Nickel eine silbrige Farbe erhält. Da der Gelbton oft noch durchschimmert, werden Weißgoldstücke häufig rhodiniert – mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen, die für den charakteristischen Hochglanz sorgt. Diese Schicht ist verschleißbar und muss gelegentlich erneuert werden.
Legierungen erkennen und prüfen
Der Feingehaltsstempel (Punze) auf Schmuckstücken gibt Auskunft über die Zusammensetzung. In Deutschland und der EU ist die Angabe in Tausendsteln üblich (z. B. „585" für 14-karätiges Gold). Die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) ermöglicht eine zerstörungsfreie, präzise Bestimmung der Legierungszusammensetzung – wichtig beim Altgoldankauf.
Kurz gemerkt
Legierungen machen Edelmetalle erst praxistauglich: Sie steuern Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit, während der Feingehalt den echten Edelmetallanteil – und damit den Substanzwert – verbindlich festlegt. Beim Kauf oder Verkauf von Schmuck und Barren lohnt sich stets der Blick auf Stempel und Promille-Angabe.