Jetzt in 27 EU-Ländern verfügbar — in deiner Sprache, mit lokalen MwSt.-Sätzen & Rechnern
Sprache
Reinheit & Legierungen

Weißgold

Auch: White Gold, Or blanc

Weißgold ist eine Goldlegierung, der Weißmetalle wie Palladium, Nickel oder Silber zugesetzt werden, um die charakteristische silbrig-weiße Farbe zu erzeugen.

Weißgold ist keine eigenständige Metallsorte, sondern eine Goldlegierung, bei der reines Gold (Feingold 999) mit einem oder mehreren Weißmetallen verschmolzen wird, bis die Legierung eine silbrig-weiße Farbe annimmt. Der Goldgehalt bestimmt dabei den Karat-Feingehalt und – in Kombination mit dem aktuellen Goldpreis – den Materialwert des Stücks. Weißgold ist heute das meistverwendete Material für Verlobungs- und Trauuringe in Westeuropa.

Zusammensetzung und Legierungssysteme

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptsysteme:

Legierungstyp Weißmetall(e) Typischer Feingehalt Rhodinierung nötig?
Palladium-Weißgold Palladium (8–13 %), Silber 750 (18 kt) Nein / optional
Nickel-Weißgold Nickel (8–14 %), Kupfer, Zink 585 (14 kt) oder 750 Ja (Standard)
Palladium-Nickel-Mix Pd + Ni + Cu 750 Meist ja

Palladium-Weißgold (auch „nickelfrei") gilt als die hochwertigere Variante: Palladium verleiht der Legierung eine natürliche Weiße und ist hypoallergen. Der Nachteil ist der höhere Materialpreis, da Palladium zu den Platingruppenmetallen gehört und an der Edelmetallbörse eigenständig gehandelt wird.

Nickel-Weißgold ist günstiger in der Herstellung, jedoch kann Nickel bei empfindlichen Personen Kontaktallergien auslösen. Die EU-Nickelrichtlinie (94/27/EG, heute in REACH-Anhang XVII verankert) begrenzt die Nickelabgabe bei Schmuck auf 0,5 µg/cm²/Woche. Deshalb werden Nickel-Weißgold-Schmuckstücke heute routinemäßig rhodiniert.

Rhodinierung

Da keine Weißgold-Legierung die blendend weiße Brillanz von Platin oder Silber von Natur aus erreicht, werden die meisten Weißgoldschmuckstücke mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen – einer Technik, die als Rhodinierung bezeichnet wird. Rhodium ist das hellste und härteste der Platingruppenmetalle und erzeugt eine spiegelglatte, kratzfeste Oberfläche.

Die Rhodiumschicht beträgt typischerweise 0,05–0,5 µm. Sie nutzt sich durch täglichen Gebrauch ab, weshalb ein Auffrischen alle 1–3 Jahre beim Juwelier üblich ist.

Feingehalte und Stempelung

750er Weißgold  =  750 ‰ Gold  =  18 Karat  (75,0 % Au)
585er Weißgold  =  585 ‰ Gold  =  14 Karat  (58,5 % Au)
375er Weißgold  =  375 ‰ Gold  =   9 Karat  (37,5 % Au)

In Deutschland und der EU müssen Goldschmuckstücke den Feingehalt als Punze tragen (z. B. „750" oder „18K"). Der eigentliche Goldanteil lässt sich über den aktuellen Goldpreis und den Schmelzwertrechner ermitteln – ein nützlicher Anhaltspunkt bei Ankauf oder Verkauf von Altgold.

Abgrenzung zu ähnlichen Materialien

  • Platin: natürlich weiß, dichter (ca. 21,4 g/cm³), teuerer, kein Rhodiumauftrag nötig.
  • Silber: silberweiß, aber kein Gold-Anteil, deutlich günstiger, läuft an (Anlaufen/Tarnish).
  • Neusilber: enthält kein Silber, ist eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung – trotz des irreführenden Namens.
  • Weißgold ist also stets echter Goldschmuck mit definiertem Goldgehalt und entsprechendem Materialwert.

Materialwert und Ankauf

Beim Ankauf von Weißgoldschmuck wird ausschließlich der Goldanteil vergütet – die Legierungsmetalle (Palladium, Nickel, Silber) spielen beim Ankaufspreis meist eine untergeordnete Rolle, da die Mengen gering sind. Mit dem Schmelzwertrechner lässt sich der theoretische Metallwert schnell ermitteln. Den aktuellen Materialpreis für Palladium-Legierungen zeigt der Palladiumpreis.

Hinweis: Dieser Eintrag dient der sachlichen Information und stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar.

Kurz gemerkt

Weißgold ist Gelbgold mit zugesetzten Weißmetallen – meist Palladium oder Nickel – und trägt immer eine Feingehaltspunze (750, 585 usw.). Die typische silbrig-weiße Hochglanzoberfläche entsteht bei den meisten Legierungen erst durch eine aufgetragene Rhodiumschicht, die sich im Laufe der Zeit abnutzt und erneuert werden kann.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

Cookie-Banner? Nein!

Kein Tracking, keine Werbung. → Hand drauf ←

Fehler melden

Helfen Sie uns, die Seite zu verbessern