Karat (Gold-Feingehalt)
Auch: kt, ct, Karat-Gold, Goldkarat
Karat (Abkürzung kt oder ct) ist die traditionelle Maßeinheit für den Goldgehalt einer Legierung: 24 Karat entsprechen reinem Gold (999 ‰ Feingehalt, höchste Handelsreinheit 999,9 ‰).
Das Karat (Abkürzung kt, seltener ct) ist die älteste und im Schmuck- und Münzhandel bis heute gebräuchlichste Einheit, um den Goldanteil in einer Legierung auszudrücken. Die Skala reicht von 1 kt bis 24 kt, wobei 24 Karat reines Gold bedeutet. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem gleichnamigen Karat als Gewichtseinheit für Diamanten und Edelsteine, das eine völlig andere Bedeutung hat.
Herkunft und Hintergrund
Der Begriff leitet sich vom arabischen qīrāṭ und dem griechischen kerátion (Johannisbrotkernsamen) ab – einem historischen Gewichtsnormal. Im Mittelalter etablierte sich die Vorstellung, Gold in 24 gleiche Teile zu untergliedern, weil der byzantinische Goldsolidus 24 siliquae wog. Diese Unterteilung hat sich bis heute gehalten: Jedes Karat entspricht einem Vierundzwanzigstel des Gesamtgewichts der Legierung.
Umrechnung: Karat zu Feingehalt (Promille)
Der Feingehalt gibt an, wie viel Gramm Reingold in 1 000 Gramm der Legierung enthalten sind. Die Umrechnung ist geradlinig:
Feingehalt (‰) = Karat-Zahl × (1 000 ÷ 24)
Beispiel 18 kt: 18 × (1 000 ÷ 24) = 750 ‰
Übersicht der gebräuchlichsten Goldlegierungen
| Karat | Feingehalt (‰) | Goldanteil (%) | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 24 kt | 999 | 99,9 | Barren, Münzen (Feingold) |
| 22 kt | 916 | 91,6 | Bullionmünzen (z. B. Krügerrand) |
| 18 kt | 750 | 75,0 | Hochwertiger Schmuck, Uhren |
| 14 kt | 585 | 58,5 | Meistgenutzter Schmuckstandard in Deutschland |
| 9 kt | 375 | 37,5 | Standard im Vereinigten Königreich |
| 8 kt | 333 | 33,3 | Gesetzlicher Mindeststandard in Deutschland |
Den aktuellen Goldpreis für diese Legierungen können Sie im Schmelzwertrechner direkt vergleichen.
Legierungsmetalle und ihre Wirkung
Reines Gold (24 kt) ist sehr weich und für die meisten Alltagsgegenstände wenig geeignet. Durch Legieren mit anderen Metallen werden Härte, Farbe und Bearbeitbarkeit gezielt gesteuert:
- Kupfer erhöht Härte und verschiebt die Farbe ins Rötliche → Rotgold
- Silber erzeugt ein blasseres Gelbgold und erhöht Duktilität
- Palladium oder Nickel ergeben Weißgold (oft zusätzlich rhodiniert)
- Silber + Kupfer gemeinsam sind die klassische Mischung für Schmuckgold
Je niedriger der Karatwert, desto höher ist der Anteil dieser Legierungsmetalle.
Punzen und Stempel
In Deutschland und der EU sind Goldwaren ab einem Gewicht von 0,5 Gramm verpflichtend mit einem Feingehaltsstempel zu kennzeichnen. Üblich sind die Promillewerte (z. B. 585, 750, 999), während die Karatangabe außerhalb Deutschlands – besonders in den USA und Großbritannien – verbreiteter ist. Historische Stücke tragen häufig noch Karatangaben als Punze.
Karat im Anlagegold
Für Anlagegold im steuerrechtlichen Sinne (§ 25c UStG, Umsatzsteuerbefreiung) muss Gold-Barren einen Feingehalt von mindestens 995 ‰ (entspricht annähernd 23,88 kt) und Goldmünzen mindestens 900 ‰ (entspricht 21,6 kt) aufweisen. Bullionmünzen wie der Krügerrand mit 916 ‰ (22 kt) erfüllen diese Voraussetzung. Hinweis: Dies ist keine Steuer- oder Anlageberatung; bitte wenden Sie sich für individuelle Fragen an einen Steuerberater.
Der Materialwert einer Goldlegierung lässt sich schnell ermitteln: Im Goldrechner geben Sie Gewicht und Karat ein und erhalten den aktuellen Schmelzwert auf Basis des Spotpreises.
Abgrenzung: Karat (Diamant) vs. Karat (Gold)
| Merkmal | Karat (Gold) | Karat (Diamant/Edelstein) |
|---|---|---|
| Bedeutung | Reinheitsgrad (Anteil) | Gewicht |
| Skala | 1–24 | ab 0,01 ct aufwärts |
| Einheit | dimensionslos (Verhältnis) | 1 ct = 0,2 Gramm |
| Abkürzung | kt (oder ct) | ct |
Weitere Hintergründe zum Karat als Gewichtsmaß finden Sie im Lexikoneintrag zu Diamantgewichten.
Kurz gemerkt
Karat misst den Goldgehalt einer Legierung auf einer Skala von 1 bis 24 – 24 kt bedeutet reines Gold. Für den schnellen Schmelzwert hilft der Schmelzwertrechner; wer Altgold oder Zahngold bewerten möchte, nutzt am besten den Zahngoldrechner.