Vermeil
Auch: Silver-Gilt, Silbervergoldung
Vermeil bezeichnet vergoldetes Sterlingsilber mit einer Mindest-Goldauflage von 2,5 Mikrometer, das als eigenständige Schmuckkategorie zwischen Massivgold und einfacher Vergoldung angesiedelt ist.
Vermeil (gesprochen: ver-méj, aus dem Französischen für „vergoldet") ist ein spezifischer Schmuckwerkstoff: ein Sterlingsilber-Träger (Feingehalt ≥ 925/1000), dessen Oberfläche durch galvanische Vergoldung mit einer definierten Goldschicht veredelt wird. Das Ergebnis vereint die Optik von Massivgold mit dem günstigeren Substanzwert von Silber.
Gesetzliche Mindeststandards
Die Anforderungen an Vermeil sind international nicht einheitlich geregelt:
| Region | Trägermetall | Mindest-Golddicke | Goldgehalt der Auflage |
|---|---|---|---|
| USA (FTC) | Sterling (925) | 2,5 µm | ≥ 10 Karat (417/1000) |
| UK / EU (Handel) | Sterling (925) | 0,5 – 2,5 µm | variiert je Anbieter |
| Frankreich (traditionell) | Sterling (925) | keine Norm | oft 18 Karat |
In der Europäischen Union existiert keine einheitliche gesetzliche Vermeil-Definition; viele Hersteller orientieren sich am strengeren US-Standard der Federal Trade Commission (FTC).
Abgrenzung zu ähnlichen Produkten
Vermeil ist klar von verwandten Begriffen zu trennen:
- Double / Golddouble: Mechanisch aufgewalzte Goldschicht auf unedlem Träger (Messing, Kupfer) – kein Silbersubstrat.
- Vergoldung: Galvanische Goldauflage auf beliebigem Träger, oft unter 0,5 µm – ohne Anforderung an das Grundmaterial.
- Rhodinierung: Rhodiumauflage auf Weiß- oder Silberschmuck für erhöhte Härte und Glanz – kein Gold.
Das Alleinstellungsmerkmal von Vermeil liegt im Edelmetall-Substrat: Wer ein Vermeil-Stück einschmelzt oder beim Schmelzwertrechner bewertet, erhält den vollen Silber-Materialwert des Trägers; die dünne Goldschicht trägt mengenmäßig kaum bei.
Herstellung
Vermeil entsteht durch galvanische Abscheidung: Der gereinigte Sterlingsilber-Rohling wird in ein goldhaltiges Elektrolytbad getaucht; ein Gleichstrom scheidet Goldionen auf der Oberfläche ab. Die Schichtdicke – gemessen in Mikrometern (µm) – bestimmt Haltbarkeit und Kosten. Die FTC-Mindestanforderung liegt bei 2,5 µm; Stücke mit 3 µm und mehr werden im Handel bisweilen als „Heavy Vermeil" vermarktet.
Materialwert und Ankauf
Beim Ankauf oder Silberrechner zählt primär das Gewicht des Silberträgers multipliziert mit dem aktuellen Silberpreis. Die Goldschicht ist so dünn (wenige Milligramm je Gramm Schmuck), dass sie im Schmelzwert praktisch nicht ins Gewicht fällt. Ein Ankäufer wird Vermeil daher üblicherweise als 925er Silber kalkulieren. (Keine Steuer- oder Anlageberatung.)
Kurz gemerkt
Vermeil steht für vergoldetes Sterlingsilber mit definierten Mindeststandards – optisch auf Goldniveau, im Materialwert aber ein Silberprodukt. Wer den echten Substanzwert wissen möchte, nutzt den Schmelzwertrechner und rechnet mit dem Silberanteil.