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Reinheit & Legierungen

Vergoldung

Auch: Goldauflage, Goldplattierung, vergoldet

Vergoldung bezeichnet das Aufbringen einer dünnen Goldschicht auf einen Träger aus unedlem oder edlem Metall, Glas oder Keramik, um Aussehen, Korrosionsschutz oder elektrische Eigenschaften zu verbessern.

Eine Vergoldung ist kein massives Goldstück, sondern ein Schichtverbund: Auf einem Trägermaterial – häufig Messing, Kupfer, Sterlingsilber oder rostfreier Stahl – wird eine hauchdünne Goldlage aufgebracht. Das Ergebnis sieht aus wie Gold, enthält aber nur einen Bruchteil des Edelmetalls. Wer den tatsächlichen Materialwert eines vergoldeten Stücks kennen möchte, sollte den Schmelzwertrechner nutzen – denn bei dünnen Auflagen ist der Goldanteil praktisch vernachlässigbar.

Verfahren im Überblick

Verfahren Schichtdicke Typische Anwendung
Galvanische Vergoldung 0,1 – 10 µm Schmuck, Elektronik, Medizintechnik
Feuervergoldung (Amalgam) 1 – 30 µm Historische Sakralkunst, Restaurierung
Mechanische Vergoldung (Walzgold / Double) 10 – 100 µm Uhrengehäuse, hochwertige Accessoires
PVD-Vergoldung (Aufdampfen) 0,1 – 1 µm Uhren, Designobjekte
Blattgold-Auflage 0,1 – 0,5 µm Architektur, Buchkunst, Gastronomie

Die galvanische Vergoldung (Elektroplattierung) ist heute das meistgenutzte Verfahren: Das Werkstück wird als Kathode in ein goldhaltiges Elektrolytbad eingetaucht; durch Gleichstrom scheiden sich Goldionen auf der Oberfläche ab. Die Schichtdicke ist exakt steuerbar und liegt für Modeschmuck oft bei nur 0,5 µm – zu wenig, um bei der Preisbewertung ins Gewicht zu fallen.

Die historische Feuervergoldung mischte Gold mit Quecksilber zu einem Amalgam, das aufgetragen und dann erhitzt wurde; das Quecksilber verdampfte, das Gold blieb haften. Dieses Verfahren ist wegen seiner Giftigkeit heute verboten und nur noch in der Restaurierung unter strengen Schutzmaßnahmen zulässig.

Vergoldung vs. verwandte Begriffe

  • Vermeil: Vergoldung auf Sterlingsilber (≥ 925) mit mindestens 2,5 µm Gold; gesetzlich geschützter Begriff in Frankreich und den USA.
  • Double / Golddouble: Mechanisch aufgewalzte Goldschicht (≥ 10 µm), fester und langlebiger als galvanische Auflagen.
  • Rhodinierung: Analoges Verfahren mit Rhodium statt Gold, üblich bei Weißgold-Schmuck zur Aufhellung.

Kennzeichnung und Rechtslage

In der EU sind vergoldete Erzeugnisse nicht als „Gold" zu bezeichnen. Zulässige Angaben sind „vergoldet", „gold-plated" oder die Schichtdicke in Mikrometern. Fehlt ein Feingehaltsstempel, ist klar: Es handelt sich um kein massives Edelmetallprodukt. Ankäufer honorieren Vergoldungen beim Altgoldankauf entsprechend gering – der Ankaufspreisrechner zeigt, warum: Der tatsächliche Goldanteil eines galvanisch vergoldeten 10-g-Schmuckstücks mit 1 µm Schicht beträgt typischerweise weniger als 5 mg Gold.

Langlebigkeit und Pflege

Die Haltbarkeit hängt stark von der Schichtdicke und dem Trägermetall ab:

  1. Dünne galvanische Auflagen (< 1 µm) reiben an Kontaktstellen innerhalb von Monaten durch.
  2. Vermeil und Double halten bei pfleglichem Umgang mehrere Jahre bis Jahrzehnte.
  3. Säuren, Schweiß, Chlor und mechanische Beanspruchung beschleunigen den Abrieb.
  4. Nachvergolden ist möglich, wenn das Trägerstück unbeschädigt ist.

Für Sammler und Anleger gilt: Vergoldete Münzen oder Barren besitzen keinen höheren Goldwert als die Basismünze – die aufgebrachte Goldmenge ist minimal. Die Münzen-Echtheitsprüfung kann helfen, zwischen massiven Goldmünzen und vergoldeten Kopien zu unterscheiden.

Kurz gemerkt

Vergoldung ist eine Oberflächenveredelung, kein Goldprodukt – der Edelmetallgehalt ist verschwindend gering und hat auf den Materialwert kaum Einfluss. Wer Wert auf echten Goldgehalt legt, achtet auf Feingehaltsstempel und kauft Anlagegold in geprüfter Qualität.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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