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Physik & Chemie

Spezifisches Gewicht

Auch: Relative Dichte, Dichteverhältnis, spez. Gewicht

Das spezifische Gewicht (auch: relative Dichte) gibt an, wie viel schwerer ein Stoff im Vergleich zu Wasser (Dichte 1,0 g/cm³) ist, und ist eine der zuverlässigsten Kennzahlen zur Echtheitsprüfung von Edelmetallen.

Das spezifische Gewicht (Fachbegriff: relative Dichte) ist eine dimensionslose Größe, die das Verhältnis der Dichte eines Stoffes zur Dichte von reinem Wasser bei 4 °C (= 1,0 g/cm³) beschreibt. In der Praxis wird der Begriff oft synonym mit der Dichte in g/cm³ verwendet, da der Zahlenwert identisch ist. Für Edelmetallkäufer und -prüfer ist die Größe unverzichtbar: Ein echter Goldbarren fühlt sich bei gleicher Größe deutlich schwerer an als eine Fälschung aus einem leichteren Metall – das spezifische Gewicht verrät den Schwindel.

Formel und Messung

Die Dichte ergibt sich aus Masse und Volumen:

ρ = m / V

ρ  = Dichte in g/cm³
m  = Masse in Gramm (Trockenwiegen)
V  = Volumen in cm³

Das Volumen ist bei unregelmäßigen Objekten (Münzen, Bruchgold) schwer direkt zu messen. Die eleganteste Methode ist das archimedische Prinzip: Man wiegt das Stück trocken, dann untergetaucht in Wasser. Die Differenz entspricht dem Gewicht des verdrängten Wassers – daraus folgt das Volumen, daraus die Dichte. Unser Echtheitsprüfungs-Rechner führt diese Berechnung Schritt für Schritt durch.

Spezifische Gewichte im Vergleich

Metall Dichte (g/cm³) Bemerkung
Osmium 22,59 dichtestes stabiles Element
Iridium 22,56 zweitdichtestes Element
Platin 21,45 schwerer als Gold
Gold (999) 19,32 wichtigster Referenzwert
Wolfram 19,25 gefährliches Fälschermetall
Palladium 12,02 deutlich leichter als Gold
Silber (999) 10,49 gut messbar
Kupfer 8,96 Basismetall in Legierungen
Aluminium 2,70 sofort auffällig leicht

Die Nähe von Wolfram (19,25 g/cm³) zum Goldwert (19,32 g/cm³) macht Wolfram-Fälschungen per Dichtetest allein schwer entlarvbar – hier sind zusätzliche Methoden wie Ultraschall oder Röntgenfluoreszenz notwendig.

Einfluss des Feingehalts auf die Dichte

Legierungen weichen von den Reinmetallwerten ab. Je geringer der Feingehalt, desto stärker beeinflusst das Legierungsmetall die Gesamtdichte:

  • 750er Gold (18 Karat): ca. 15,5–16,5 g/cm³ (je nach Legierungsmetall)
  • 585er Gold (14 Karat): ca. 12,9–14,0 g/cm³
  • 925er Silber (Sterlingsilber): ca. 10,36 g/cm³

Wer den Schmelzwert von Altgold berechnen möchte, braucht den Feingehalt – und wer den Feingehalt nicht kennt, kann ihn über eine kombinierte Dichte- und Gewichtsmessung eingrenzen. Der Münzgewicht-Prüfer vergleicht Soll- und Ist-Gewicht für gängige Münzen automatisch.

Praktische Echtheitsprüfung

  1. Trockenwiegen mit einer Feinwaage (Auflösung 0,01 g oder besser).
  2. Untergetaucht wiegen in destilliertem Wasser (Faden oder Körbchen, keine Luftblasen).
  3. Volumen berechnen: V = (Trockenmasse − Unterwassermasse) / 1,0 g/cm³
  4. Dichte berechnen: ρ = Trockenmasse / V
  5. Ergebnis vergleichen mit den Sollwerten in der Tabelle oben.

Eine Abweichung von mehr als ± 0,5 g/cm³ vom Sollwert ist ein ernstes Warnsignal. Bei Münzen empfiehlt sich zusätzlich die Münzgrößen-Prüfung (Durchmesser und Dicke).

Kurz gemerkt

Das spezifische Gewicht ist eine der ältesten und zuverlässigsten physikalischen Methoden zur Materialprüfung – Archimedes soll den Grundgedanken bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. erkannt haben. Für Edelmetallbesitzer gilt: Wer Waage und Wasserglas kombiniert, kann viele Fälschungen kostenfrei und ohne Labor entlarven.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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