Aktueller Bitcoinpreis und Bitcoin-Kurs mit Chart
Bitcoin wird häufig „digitales Gold" genannt, und der Vergleich hat einen harten Kern: beide lassen sich nicht beliebig vermehren. Bei Gold begrenzt das die Geologie, bei Bitcoin ein Rechenwerk, das die Gesamtmenge auf 21 Millionen Stück festschreibt. Darüber hinaus gehen die beiden allerdings auseinander — Gold ist seit Jahrtausenden Zahlungsmittel und Industrierohstoff, Bitcoin existiert seit 2009 und hat weder einen Verwendungszweck außerhalb seines eigenen Netzwerks noch eine Notenbank, die Bestände hält. Entsprechend verhalten sich die Kurse: Bitcoin schwankt um ein Vielfaches stärker. Auf dieser Seite finden Sie den aktuellen Bitcoinpreis in Euro und US-Dollar, den Kursverlauf im interaktiven Chart, den Preis bis hinunter zum einzelnen Satoshi und das Verhältnis von Bitcoin zu Gold. Im Ratgeber weiter unten geht es darum, was die beiden wirklich verbindet, wo der Vergleich trägt und wo er in die Irre führt.
Hier sehen Sie den Preis für einen ganzen Bitcoin in Ihrer gewählten Währung, daneben die Veränderung gegenüber dem letzten Tagesschlusskurs.
Der Kurs wird alle 1 Minute neu abgerufen. Anders als bei den Edelmetallen gibt es keine Handelszeiten: Bitcoin wird an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gehandelt, auch an Feiertagen.
Tipp: Sie müssen keinen ganzen Bitcoin kaufen. Die Tabelle „Preis nach Teilmenge" weiter unten zeigt, was gängige Bruchteile kosten.
Die Zahl sagt, wie viele Feinunzen Gold ein Bitcoin derzeit kostet. Beide Preise werden in US-Dollar je Einheit verglichen, das Ergebnis ist deshalb unabhängig von Ihrer eingestellten Währung.
Steigt das Verhältnis, legt Bitcoin gegenüber Gold zu; fällt es, gewinnt Gold. Als Kennzahl funktioniert es wie das Gold-Silber-Ratio — nur mit ungleich größeren Ausschlägen, weil Bitcoin deutlich stärker schwankt als jedes Edelmetall.
Der Chart zeigt die Entwicklung des Bitcoinpreises im gewählten Zeitraum. Bewegen Sie die Maus über den Chart, um den Kurs an einem bestimmten Tag zu sehen.
Bedienung: Wählen Sie oben den Zeitraum. Mit der Maus können Sie in einen Bereich hineinzoomen. Die Karten darunter zeigen Hoch, Tief und Veränderung im gewählten Zeitraum.
Datenlage: Außer „Heute" zeigt der Chart Tagesschlusskurse — einen Wert je Tag. Die Reihe beginnt am 5. September 2019.
Alle Werte in EUR (€) je Bitcoin. Hoch und Tief beziehen sich auf Tagesschlusskurse, nicht auf Tageshöchst- oder Tiefstwerte.
Bitcoinpreis im Monatsverlauf in EUR: Aktuell 72.053,50, Hoch 77.488,18 (04.10.2026), Tief 71.667,91 (26.10.2026), Veränderung -3,84 %.Gefällt dir, was du siehst und liest?
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Ein Bitcoin ist in 100 Millionen Teile teilbar. Die kleinste Einheit heißt Satoshi, benannt nach dem unbekannten Urheber Satoshi Nakamoto.
Umgerechnet: 1 Bitcoin = 1.000 Millibitcoin (mBTC) = 100.000.000 Satoshi. Gehandelt werden fast immer Bruchteile — ein ganzer Bitcoin ist für die meisten Käufe keine praktische Größe.
Tipp: Beim Satoshi stehen acht Nachkommastellen, weil ein einzelner Satoshi derzeit weit unter einem Cent liegt. Auf zwei Stellen gerundet stünde dort nur „0,00".
1 BTC = 1.000 mBTC = 100.000.000 Satoshi
Verglichen wird der aktuelle Kurs mit dem ersten Tagesschlusskurs im jeweiligen Zeitraum. Das Datum dieses Vergleichswerts steht in der Tabelle, damit nachvollziehbar bleibt, worauf sich die Prozentzahl bezieht.
Hinweis: „Max" reicht bis zum Beginn unserer Reihe, nicht bis zur Entstehung von Bitcoin. Die Reihe beginnt 09/2019.
Höchster Tagesschlusskurs der Reihe: 111.803,04 € am 06.10.2025 — aktuell -35,55 % davon entfernt.
Der aktuelle Kurs wird alle 1 Minute bei unserem Datenanbieter abgerufen und als Stichprobe gespeichert. Der Chart und alle Kennzahlen beruhen auf Tagesschlusskursen vom 05.09.2019 bis zum 28.10.2026 — 2.595 Handelstage. Hoch- und Tiefstände beziehen sich damit auf Tagesschlusskurse und nicht auf Spitzen innerhalb eines Tages, die an Kryptobörsen höher ausfallen können. Bitcoin wird an vielen Börsen gleichzeitig gehandelt; zwischen den Plätzen gibt es jederzeit kleine Kursunterschiede. Die Werte in EUR entstehen aus dem Dollarkurs über den aktuellen Wechselkurs.
Ratgeber: Bitcoinpreis
Wie der Bitcoinpreis entsteht
Einen amtlichen Bitcoinkurs gibt es nicht. Anders als bei Gold, wo die London Bullion Market Association zweimal täglich ein Fixing feststellt, und anders als bei Kupfer, das an der Terminbörse notiert, entsteht der Bitcoinpreis an Dutzenden voneinander unabhängiger Handelsplätze gleichzeitig. Jeder dieser Plätze führt sein eigenes Orderbuch, und jeder hat damit seinen eigenen Kurs.
Dass die Preise trotzdem fast gleich laufen, liegt an den Händlern, die Unterschiede ausnutzen: Weicht ein Platz nach unten ab, wird dort gekauft und anderswo verkauft, bis die Differenz verschwunden ist. Übrig bleibt eine Spanne von meist weniger als einem Promille. Größer wird sie in hektischen Phasen, wenn Überweisungen zwischen den Plätzen nicht schnell genug nachkommen.
Was auf dieser Seite steht, ist deshalb kein Kurs „des" Bitcoinmarkts, sondern ein Referenzwert unseres Datenanbieters, der aus den Umsätzen mehrerer großer Handelsplätze gebildet wird. Für einen tatsächlichen Kauf gilt immer der Preis des Platzes, an dem gekauft wird — zuzüglich dessen Gebühren und der Spanne zwischen An- und Verkauf.
Rund um die Uhr, ohne Pause
Der zweite große Unterschied zu den Edelmetallen betrifft die Zeit. Der Goldhandel folgt den Börsenzeiten von Asien über London bis New York und ruht am Wochenende; auf unseren Metallseiten steht deshalb „Markt geschlossen", wenn nichts gehandelt wird. Bitcoin kennt das nicht. Das Netzwerk läuft an sieben Tagen in der Woche und an jedem Feiertag, und Kursbewegungen finden sonntagnachts genauso statt wie am Mittwochmittag.
Praktisch heißt das: Wenn der Goldpreis am Montagmorgen mit einer Lücke zum Freitagsschluss eröffnet, hat sich etwas ereignet, das der Markt nicht abbilden konnte. Bei Bitcoin gibt es keine solche Lücke, weil es keine Schließzeit gibt — die Bewegung passiert, während sie passiert.
Begrenzte Menge, geplant
Die Obergrenze liegt bei 21 Millionen Bitcoin. Sie steht nicht in einem Vertrag, sondern im Regelwerk der Software, die jeder Netzwerkteilnehmer ausführt — und sie ließe sich nur ändern, wenn die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer dieselbe Änderung gleichzeitig mitmachte. Weil eine erhöhte Obergrenze den Wert der bereits gehaltenen Bestände verwässern würde, hat niemand, der Bitcoin hält, ein Interesse daran.
Neue Bitcoin entstehen als Belohnung dafür, dass ein Teilnehmer einen Block von Transaktionen an die Kette anhängt. Diese Belohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke, was etwa vier Jahren entspricht. Sie begann 2009 bei 50 Bitcoin je Block und liegt seit der Halbierung im April 2024 bei 3,125. Die nächste Halbierung wird um 2028 erwartet.
Daraus ergibt sich ein Ausgabeplan, der im Voraus feststeht: Rund 94 Prozent aller Bitcoin, die es je geben wird, sind bereits ausgegeben. Der Rest verteilt sich auf die kommenden gut hundert Jahre, in immer kleineren Portionen.
| Halbierung | Belohnung je Block | Neue Bitcoin pro Tag |
|---|---|---|
| 2009 (Start) | 50 | ≈ 7.200 |
| 2012 | 25 | ≈ 3.600 |
| 2016 | 12,5 | ≈ 1.800 |
| 2020 | 6,25 | ≈ 900 |
| 2024 | 3,125 | ≈ 450 |
| ≈ 2028 (erwartet) | 1,5625 | ≈ 225 |
Bei einem Zielabstand von zehn Minuten je Block, also etwa 144 Blöcken am Tag. Die tatsächliche Zahl schwankt leicht, weil die Schwierigkeit erst alle 2.016 Blöcke nachgestellt wird.
Der Unterschied zur Knappheit von Gold
Gold ist knapp, weil es schwer zu finden ist. Die Jahresförderung liegt bei rund 3.000 Tonnen und wächst den Bestand damit um etwa 1,5 Prozent — eine Rate, die sich über Jahrzehnte kaum verändert hat, obwohl der Preis stark gestiegen ist. Steigt der Preis, werden auch ärmere Vorkommen rentabel, aber eine neue Mine braucht zehn bis fünfzehn Jahre von der Entdeckung bis zur Förderung. Die Knappheit des Goldes ist also eine Tatsache der Erdkruste und der Zeit.
Bei Bitcoin ist sie eine Regel. Das macht sie schärfer — die Obergrenze ist absolut, während die Erdkruste noch unentdecktes Gold enthält —, aber auch anders begründet: Sie gilt, solange die Teilnehmer sich an das Regelwerk halten. Bisher haben sie das getan, und zwar über sämtliche Streitigkeiten in der Geschichte des Netzwerks hinweg.
Teilbarkeit und Satoshi
Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Teile zerlegen. Die kleinste Einheit heißt Satoshi, nach dem Pseudonym des Urhebers. Rechnerisch gilt: 1 Bitcoin = 1.000 Millibitcoin (mBTC) = 100.000.000 Satoshi. Weil die Teilung im Rechenwerk angelegt ist und nicht im Nachhinein eingeführt wurde, kostet sie nichts — ein Bruchteil ist genauso übertragbar wie ein ganzes Stück.
Das ist der Punkt, an dem der Vergleich mit Edelmetallen praktisch wird. Eine Feinunze Gold lässt sich nicht teilen, ohne sie zu zerstören; wer kleinere Stücke will, kauft kleinere Barren oder Münzen — und zahlt dafür einen Aufschlag, der mit sinkender Stückgröße steigt. Ein Gramm-Barren kostet je Gramm deutlich mehr als ein Kilobarren. Bei Bitcoin gibt es diesen Stückkosteneffekt nicht: Der Preis je Satoshi ist derselbe, ob man eine Million kauft oder zehn.
Umgekehrt entstehen Kosten dort, wo bei Gold keine sind. Eine Überweisung im Bitcoin-Netzwerk kostet eine Gebühr, die nicht vom Betrag abhängt, sondern vom Platz, den die Transaktion in einem Block belegt. Bei kleinen Beträgen kann diese Gebühr darum ins Gewicht fallen — ein Betrag, der kleiner ist als die Gebühr, lässt sich praktisch nicht sinnvoll bewegen.
Die Tabelle „Preis nach Teilmenge" oben zeigt die Stufen, in denen tatsächlich gehandelt wird. Beim Satoshi stehen dort acht Nachkommastellen: Bei einem fünfstelligen Bitcoinpreis liegt ein einzelner Satoshi weit unter einem Cent, und auf zwei Stellen gerundet wäre die Zeile leer.
Bitcoin und Gold im Vergleich
„Digitales Gold" ist ein Werbebegriff, und ob er trägt, lässt sich nachrechnen. Die folgenden Zahlen stammen aus den Reihen dieser Seite: Tagesschlusskurse in US-Dollar, Bitcoin und Gold über genau dieselben 1.667 Handelstage vom 5. September 2019 bis zum 20. Oktober 2026. Die Rechnung in Dollar ist Absicht — in Euro steckte der Wechselkurs in beiden Reihen und würde sie künstlich ähnlicher erscheinen lassen.
| Kennzahl | Bitcoin | Gold |
|---|---|---|
| Jahresschwankung | 62 % | 19 % |
| Tage mit mehr als 5 % Bewegung | 241 | 6 |
| Tage mit mehr als 10 % Bewegung | 55 | 1 |
| Größter Rückgang vom Höchststand | −77 % | −26 % |
| Entwicklung im Zeitraum | +681 % | +172 % |
Jahresschwankung = annualisierte Standardabweichung der täglichen Veränderungen. Gerechnet nur zwischen benachbarten Handelstagen, damit Datenlücken keine Wochenbewegung als Tagesbewegung ausgeben.
Dreimal so stark bewegt
Der Befund ist eindeutig: Bitcoin schwankte im selben Zeitraum rund dreimal so stark wie Gold. An 241 von 1.667 Tagen bewegte sich der Bitcoinkurs um mehr als fünf Prozent — bei Gold geschah das an sechs Tagen. Der größte Rückgang vom Höchststand betrug bei Bitcoin 77 Prozent und zog sich vom November 2021 bis zum November 2022, also über ein ganzes Jahr; bei Gold waren es 26 Prozent.
Dafür lag auch der Ertrag höher: plus 681 gegen plus 172 Prozent. Das ist der Handel, auf den es hinausläuft, und keine Zahl entscheidet ihn — wer einen Rückgang von drei Vierteln nicht aushält, für den ist der höhere Ertrag unerreichbar, weil er vorher verkauft.
Sie laufen nicht gemeinsam
Die Korrelation der täglichen Veränderungen beträgt 0,12. Das bedeutet praktisch: kein Zusammenhang. Steigt Gold an einem Tag, sagt das über Bitcoin nahezu nichts aus, und umgekehrt genauso. Die beiden sind keine Variationen desselben Themas, sondern zwei Anlagen, die unabhängig voneinander laufen.
Für die „digitales Gold"-These ist das zugleich das stärkste und das schwächste Argument. Stark, weil zwei unabhängige Anlagen in einem Depot zusammen ruhiger laufen als jede für sich — das ist der eigentliche Nutzen von Streuung. Schwach, weil Bitcoin sich damit gerade nicht wie Gold verhält: Wer ihn kauft, weil er Gold ähnele, kauft etwas anderes als gedacht.
Das Verhältnis der beiden
Wie viele Feinunzen Gold ein Bitcoin kostet, schwankt erheblich. Der Tiefstwert in unserer Reihe lag am 12. März 2020 bei 3,07 Unzen — mitten im Einbruch der Pandemie, als Bitcoin stärker fiel als Gold. Der Höchstwert von 40,06 Unzen datiert vom 17. Dezember 2024. Zwischen diesen beiden Punkten liegt ein Faktor von dreizehn, und beide Werte sind kaum fünf Jahre voneinander entfernt.
Zum Vergleich: Das Gold-Silber-Verhältnis bewegte sich im selben Zeitraum zwischen 44 und 126, also um einen Faktor von knapp drei. Auch das ist viel — nur eben vier Mal weniger als bei Bitcoin. Das sagt weniger über Gold und Silber als über Bitcoin: eine Kennzahl, die sich verdreizehnfachen kann, taugt kaum als Orientierungsmarke, wie sie beim Gold-Silber-Verhältnis mit seinem langjährigen Mittel gebräuchlich ist.
Was den Kurs bewegt
Bei Gold lässt sich die Nachfrage in Blöcke zerlegen, die sich beziffern lassen: Schmuck, Industrie, Barren und Münzen, Zentralbanken, börsengehandelte Fonds. Bei Bitcoin gibt es keine Industrienachfrage und keinen Verbrauch — es fließt nichts ab, nichts wird verarbeitet. Was den Preis bewegt, ist ausschließlich die Bereitschaft, ihn zu halten statt zu verkaufen.
Zinsniveau
Wie Gold wirft Bitcoin keine Erträge ab. Steigen die Zinsen auf sichere Anlagen, wächst der entgangene Zins, den das Halten kostet — und beide werden weniger attraktiv. Das ist der einzige Treiber, den Bitcoin und Gold tatsächlich teilen.
Regulierung
Entscheidungen von Aufsichtsbehörden wirken unmittelbar. Die Zulassung börsengehandelter Fonds in den USA Anfang 2024 öffnete institutionellen Anlegern einen Zugang, den sie vorher nicht hatten; umgekehrt haben Handelsverbote und Beschränkungen in einzelnen Ländern in der Vergangenheit scharfe Rückgänge ausgelöst.
Halbierung der Ausgabemenge
Alle vier Jahre halbiert sich der Nachschub an neuen Bitcoin. Weil der Termin seit 2009 feststeht, ist er lange vorher bekannt — ein Markt kann ein angekündigtes Ereignis einpreisen, bevor es eintritt. Was tatsächlich jeweils geschah, lässt sich am Chart ablesen; dass es jedes Mal wieder so kommt, folgt daraus nicht.
Bewegungen großer Bestände
Ein erheblicher Teil aller Bitcoin liegt auf wenigen Adressen. Verkauft ein großer Halter — ein Fonds, eine Insolvenzmasse, ein Staat, der beschlagnahmte Bestände verwertet —, trifft das auf einen Markt, der dünner ist als der Goldmarkt. Solche Verkäufe sind oft im Vorhinein bekannt und wirken trotzdem.
Technische Störungen und Zusammenbrüche
Die größten Einbrüche der Geschichte gingen nicht auf das Netzwerk zurück, sondern auf die Unternehmen darum herum: zusammengebrochene Handelsplätze, ausgefallene Kreditgeber, verlorene Kundenbestände. Das Protokoll selbst lief dabei durch — was aber nichts half, wenn die eigenen Bitcoin bei einem insolventen Verwahrer lagen.
Stimmung und Aufmerksamkeit
Ohne Industrienachfrage und ohne Zinskupon bleibt ein größerer Anteil des Preises reine Erwartung als bei jedem Edelmetall. Darum wirken Nachrichten, Berichterstattung und Zuflüsse in Fonds unmittelbarer auf den Kurs — und darum sind die Ausschläge größer.
Wie man Bitcoin hält
Bei Gold ist die Frage einfach gestellt: im Tresor zu Hause, im Bankschließfach, beim Händler eingelagert oder als Wertpapier. Bei Bitcoin lautet sie anders, nämlich: Wer kennt den Schlüssel? Besitz heißt hier nicht, etwas in der Hand zu haben, sondern die geheime Zahl zu kennen, mit der sich ein Guthaben bewegen lässt. Wer sie kennt, verfügt; wer sie verliert, verliert alles; wer sie weitergibt, hat sie verschenkt.
Eigene Verwahrung
Der Schlüssel liegt auf einem Gerät oder auf Papier, das nur Ihnen zugänglich ist. Kein Dritter kann darauf zugreifen — und keiner kann helfen, wenn er verloren geht. Schätzungen gehen davon aus, dass mehrere Millionen Bitcoin auf diese Weise dauerhaft unerreichbar geworden sind.
Verwahrung bei einem Anbieter
Ein Handelsplatz oder eine Bank hält den Schlüssel für Sie. Bequemer, und ein vergessenes Kennwort ist kein Totalverlust. Dafür hängt Ihr Bestand an der Zahlungsfähigkeit dieses Unternehmens — bei mehreren Zusammenbrüchen der Vergangenheit war das der entscheidende Unterschied.
Wertpapiere
Börsengehandelte Produkte bilden den Kurs ab, ohne dass Sie einen Schlüssel verwahren. Sie laufen über das gewohnte Depot, kosten dafür eine laufende Gebühr — und steuerlich werden sie in Deutschland anders behandelt als direkt gehaltene Bitcoin.
Einen Unterschied zu Gold sollte man dabei nicht übersehen: Ein Goldbarren im Schrank ist zwar stehlbar, aber nicht aus der Ferne. Ein Schlüssel, der auf einem Rechner mit Internetverbindung liegt, ist von überall angreifbar — und eine Bitcoin-Überweisung lässt sich nicht zurückholen. Es gibt keine Stelle, die sie rückbuchen könnte.
Steuern in Deutschland
Hier liegt die auffälligste Gemeinsamkeit mit den Edelmetallen — und sie ist keine Metapher, sondern dieselbe Vorschrift. Direkt gehaltene Bitcoin gelten steuerlich als anderes Wirtschaftsgut, und Gewinne aus ihrem Verkauf fallen unter das private Veräußerungsgeschäft nach § 23 Einkommensteuergesetz. Genau dort steht auch physisches Gold.
Daraus folgt dieselbe Mechanik wie bei einem Goldbarren: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei, unabhängig von seiner Höhe. Innerhalb des Jahres wird er mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, sofern die Summe aller privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro erreicht. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber — die Freigrenze ist kein Freibetrag.
Beim Kauf fällt keine Mehrwertsteuer an. Der Europäische Gerichtshof hat den Umtausch von herkömmlicher Währung in Bitcoin 2015 als umsatzsteuerfreie Finanzdienstleistung eingeordnet. Bei den Edelmetallen gilt diese Freiheit nur für Anlagegold; Silber, Platin, Palladium und die übrigen Metalle werden mit 19 Prozent belastet. In diesem Punkt steht Bitcoin dem Gold näher als dem Silber.
Anders sieht es bei börsengehandelten Produkten aus: Für Wertpapiere gilt grundsätzlich die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, unabhängig von der Haltedauer. Die Einjahresfrist greift dort nicht — derselbe Unterschied wie zwischen einem Goldbarren und einem Gold-ETC.
Hinweis: Das ist der allgemeine Rahmen und keine steuerliche Beratung. Wie Ihr Fall zu behandeln ist, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab, und die Rechtslage kann sich ändern. Bei Bitcoin kommt hinzu, dass eine Reihe von Sachverhalten eigene Regeln hat, die hier nicht behandelt sind — Staking, Lending, Mining und das Tauschen einer Kryptowährung gegen eine andere, das als Veräußerung gilt und die Haltefrist neu starten lässt. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich an einen Steuerberater.