Aktueller Iridiumpreis und Iridiumkurs mit Chart & Rechner
Iridium ist das korrosionsbeständigste Metall der Erde und mit 22,56 g/cm³ nach Osmium das zweitdichteste Element überhaupt — ein Würfel von zehn Zentimetern Kantenlänge wöge über 22 Kilogramm. In der Erdkruste ist es rund zehnmal seltener als Gold, und die Weltjahresproduktion umfasst nur sieben bis neun Tonnen. Eingesetzt wird es dort, wo nichts anderes hält: in Zündkerzenelektroden von 0,4 Millimetern Durchmesser, in Tiegeln für die Einkristallzucht, als Katalysator in der Wasserstoffelektrolyse, in der Strahlentherapie und in Raketentriebwerken. Von 1889 bis 2019 bestand auch das Urkilogramm aus einer Platin-Iridium-Legierung. Wie die übrigen kleinen Platingruppenmetalle wird Iridium an keiner Börse gehandelt — es gibt kein Fixing und keinen Terminmarkt, sondern Richtpreise von Industriegroßhändlern. Hier finden Sie den aktuellen Iridiumpreis in Euro und US-Dollar je Feinunze, Gramm und Kilogramm sowie den Chart mit dem Kursverlauf. Im Ratgeber weiter unten erfahren Sie, warum dieser enge Markt bei kleinen Mengen in Stufen springt, wofür Iridium gebraucht wird und was beim Kauf zu bedenken ist.
Hier sehen Sie den aktuellen Iridiumpreis pro Feinunze (31,1 g) in Ihrer gewählten Währung, inklusive Tagesveränderung in Prozent und absolut.
Darunter finden Sie den aktuellen Wechselkurs sowie den Preis in der zweiten Währung. Ganz unten stehen die Preise pro Gramm, Feinunze und Kilogramm.
Tipp: Iridium wird nicht börslich gehandelt. Der Preis ist eine Händlernotierung, die zweimal täglich neu gestellt wird — zwischen zwei Notierungen bleibt der Wert unverändert, auch wenn die Seite neu geladen wird.
Quelle: Spot
Der Chart zeigt die Preisentwicklung des Iridiumpreises im gewählten Zeitraum. Bewegen Sie die Maus über den Chart, um den genauen Preis an einem bestimmten Tag zu sehen.
Bedienung: Wählen Sie oben den Zeitraum (Heute bis Max). Mit der Maus können Sie in einen Bereich hineinzoomen. Die Statistik-Karten darunter zeigen Hoch, Tief und Veränderung im gewählten Zeitraum.
Tipp: Im Zeitraum "Heute" sehen Sie die Intraday-Daten mit minütlicher Auflösung.
(21.10.26)
(28.09.26)
(21.10.26)
(29.09.26)
Schlagen Sie den Iridiumpreis für ein beliebiges Datum in der Vergangenheit nach. Sie sehen Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs sowie den Preis pro Gramm und Kilogramm.
Bedienung: Wählen Sie ein Datum. Falls an Ihrem gewählten Tag kein Handel stattfand, wird der nächstliegende Kurs angezeigt.
| 21.10.2026 | EUR | USD |
|---|---|---|
| Eröffnung | – | – |
| Hoch | – | – |
| Tief | – | – |
| Schluss | 8.456,58 € | 9.500,00 $ |
Quelle: Spot
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Hier sehen Sie den aktuellen Iridiumpreis umgerechnet auf verschiedene Gewichtseinheiten: Gramm, Feinunze (31,1 g) und Kilogramm.
In der zweiten Zeile steht jeweils der Preis in der anderen Währung zum Vergleich.
Tipp: Eine Feinunze (troy ounce) ist die internationale Handelseinheit für Edelmetalle und entspricht 31,1035 Gramm.
1 Feinunze (troy ounce) = 31,1035 Gramm
Diese Tabelle zeigt den aktuellen Grammpreis für verschiedene Iridium-Legierungen. Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Iridium in 1000 Teilen enthalten ist.
Beispiel: 750/1000 bedeutet 75 % reines Iridium (bei Gold entspricht das 18 Karat). Der Preis pro Gramm wird entsprechend dem Feingehalt berechnet.
| Feingehalt | Karat | Preis / Gramm |
|---|---|---|
| 999/1000 | Feiniridium | – |
| 999.5/1000 | Feiniridium | – |
Die Performance-Tabelle zeigt, wie sich der Iridiumpreis über verschiedene Zeiträume entwickelt hat: von heute bis 5 Jahre.
Sie sehen die absolute Veränderung in beiden Währungen sowie die prozentuale Veränderung. Grüne Werte bedeuten Gewinn, rote Werte Verlust.
Tipp: Vergleichen Sie die EUR- und USD-Performance, um den Einfluss des Wechselkurses zu erkennen.
| Zeitraum | EUR | % EUR | USD | % USD |
|---|---|---|---|---|
| Heute | -56,74 € | -0,67 % | +0,00 $ | +0,00 % |
| 7 Tage | +0,00 € | +0,00 % | +0,00 $ | +0,00 % |
| 30 Tage | +1.153,05 € | +15,79 % | +1.350,00 $ | +16,56 % |
| seit 01.01. | +4.304,88 € | +103,69 % | +4.867,13 $ | +105,06 % |
| 1 Jahr | +4.393,04 € | +108,11 % | +4.965,50 $ | +109,50 % |
Hier finden Sie einen schnellen Überblick über die aktuellen Preise der anderen Edelmetalle. Die Prozentzahl zeigt die Tagesveränderung.
Tipp: Klicken Sie auf ein Metall, um direkt zur entsprechenden Detail-Seite zu gelangen.
Ratgeber: Iridiumpreis
Was ist der Iridiumpreis?
Der Iridiumpreis gibt den Marktwert einer Feinunze (31,1035 Gramm) Iridium an. Iridium ist das chemische Element mit dem Symbol Ir und der Ordnungszahl 77 und gehört zur Gruppe der Platingruppenmetalle (PGM). Entdeckt wurde es 1803 von Smithson Tennant, der es nach der griechischen Göttin Iris benannte, weil seine Salze in auffällig verschiedenen Farben erscheinen. Wie alle Platinmetalle wird Iridium je Feinunze in Dollar gehandelt — wer in Euro rechnet, hat damit immer zwei bewegliche Größen im Preis: die Notierung selbst und den Dollarkurs.
Zwei physikalische Kennwerte erklären, warum dieses Metall überhaupt eingesetzt wird. Mit 22,56 g/cm³ ist Iridium das zweitdichteste natürlich vorkommende Element — nur Osmium ist mit 22,59 g/cm³ noch dichter. Und es ist das korrosionsbeständigste Metall überhaupt: Es löst sich weder in Salzsäure noch in Schwefelsäure. Dazu kommt ein Schmelzpunkt von 2.446 °C. Diese Beständigkeit hat allerdings einen Preis: Iridium ist hart und gleichzeitig ausgeprägt spröde, was die mechanische Verarbeitung erheblich erschwert und zu den Kosten des Endprodukts beiträgt.
Wie bei Rhodium und Ruthenium gibt es für Iridium keinen Börsenhandel: kein LBMA- oder LPPM-Fixing, keine Terminkontrakte an COMEX oder LME. Veröffentlichte Preise sind Richtpreise von Industriegroßhändlern wie Johnson Matthey und Heraeus.
Wichtig zu wissen: Auch der Iridiumpreis ist ein gerundeter Richtpreis, keine Tagesreihe. Unser Datenlieferant aktualisiert die Notierung nach eigener Auskunft alle zwölf Stunden, und über 30 Tage gemessen ändert sich der Wert an rund 34 Prozent der Tage — dann in runden Stufen. Ein gleichbleibender Wert heißt also nicht, dass sich der Markt nicht bewegt hat, sondern dass keine neue Notierung vorliegt. Deshalb zeigen wir für Iridium bewusst keinen Fear-&-Greed-Index.
Sieben bis neun Tonnen im Jahr
Iridium kommt in der Erdkruste in Konzentrationen von etwa 0,001 ppb vor und ist damit rund zehnmal seltener als Gold. Die weltweite Jahresproduktion schwankt zwischen sieben und neun Tonnen — zum Vergleich: Bei Gold sind es rund 3.000 Tonnen, bei Ruthenium etwa 35. Gewonnen wird Iridium fast ausschließlich als Beiprodukt der Nickel- und Kupfergewinnung aus Platinerzen, vorwiegend in Südafrika, Russland und Simbabwe.
Diese Mengenverhältnisse sind der Schlüssel zum Preisverhalten. In einem Markt von wenigen Tonnen Jahresproduktion und mit nur wenigen Großabnehmern verschiebt bereits ein einzelner größerer Auftrag das Gleichgewicht. Weil Iridium zudem nur als Beiprodukt anfällt, lässt sich die Fördermenge nicht gezielt erhöhen, wenn der Preis anzieht — die Anteile im Erz sind geologisch vorgegeben. Starke Preisbewegungen bei geringen Handelsmengen sind in diesem Markt daher die Regel, nicht die Ausnahme.
Warum Iridium gebraucht wird
Bei Gold entscheidet die monetäre Rolle über den Preis, bei Rhodium die Abgasgesetzgebung. Bei Iridium sind es die physikalischen Grenzwerte — sie erklären, warum ein Metall von sieben bis neun Tonnen Jahresproduktion überhaupt in Serienprodukte eingebaut wird. In jeder dieser Anwendungen gilt: Es gibt keinen billigeren Werkstoff, der die Aufgabe erfüllt.
Der Schmelzpunkt ist der Grund für die dünnen Elektroden in Zündkerzen: Eine Mittelelektrode von 0,4 Millimetern Durchmesser — dünner als eine Bleistiftmine — hält nur, wenn das Material die Temperaturen aushält. Und je dünner die Elektrode, desto weniger Spannung braucht der Funke. Dieselbe Eigenschaft macht Iridium zum Tiegelmaterial für die Einkristallzucht, bei der Schmelzen über Monate bei mehr als 1.500 °C gehalten werden, ohne dass der Tiegel reagiert.
Die Korrosionsbeständigkeit ist der Grund für den Einsatz in der Elektrolyse: An der Anode eines PEM-Elektrolyseurs herrschen Bedingungen, unter denen praktisch jedes andere Metall abgetragen würde. Und die Dichte ist nicht nur eine Kuriosität — in der Medizintechnik macht sie Platin-Iridium-Elektroden im Röntgenbild sichtbar, sodass der Operateur die Spitze während des Eingriffs sieht.
Die Kehrseite: Iridium ist hart und ausgeprägt spröde. Es lässt sich nur mit erheblichem Aufwand umformen, und bei der Bearbeitung entsteht Verschnitt, der wieder raffiniert werden muss. Diese Verarbeitungskosten sind der Grund, warum iridiumhaltige Bauteile deutlich über dem reinen Materialwert liegen — und warum der Materialpreis allein die Kosten eines Endprodukts nie erklärt.
Preisbildung ohne Börse
Bei Gold und Silber legt die LBMA zweimal täglich einen Referenzpreis fest, bei Platin und Palladium die LPPM. Für Iridium gibt es nichts davon, und auch keinen Terminkontrakt an COMEX, LME oder in Shanghai. Veröffentlichte Preise sind Richtpreise von Industriegroßhändlern — die bekanntesten Quellen sind Johnson Matthey und Heraeus.
Entscheidend für das Verständnis ist die Größe dieses Marktes. Bei sieben bis neun Tonnen Jahresproduktion und wenigen Großabnehmern gibt es keine Markttiefe, die größere Aufträge aufnehmen könnte, ohne den Preis zu bewegen. Bei Gold stehen hinter jedem Kurs unzählige Transaktionen; bei Iridium können einzelne Geschäfte das Niveau verschieben. Hinzu kommt, dass Iridium ausschließlich als Beiprodukt der Platin- und Nickelgewinnung anfällt: Selbst ein stark steigender Preis führt nicht zu mehr Förderung, weil die Anteile im Erz geologisch vorgegeben sind.
Der wichtigste Punkt: Unser Datenlieferant hat auf Nachfrage bestätigt, dass die Notierungen für Iridium alle zwölf Stunden aktualisiert werden. Über 30 Tage gemessen änderte sich der Wert an 34 Prozent der Tage, und zwar durchweg in runden Beträgen. Zum Vergleich: Platin und Palladium bewegen sich an praktisch jedem Handelstag, Rhodium an knapp 60 Prozent. Der Iridiumpreis ist damit ein gerundeter Richtwert — brauchbar für das Preisniveau, nicht brauchbar für Tagesveränderungen.
Was das praktisch bedeutet
- ◆ Ein Plateau ist keine Ruhe. Zwei von drei Tagen tragen denselben Wert wie ihr Vorgänger. Was in dieser Zeit zwischen Produzenten und Abnehmern verhandelt wurde, taucht erst in der nächsten Notierung auf — und dann auf einmal.
- ◆ Sprünge statt Bewegungen. Der Chart zeigt eine Treppe, keine Kurve. Das ist die Form dieses Marktes und kein Darstellungsfehler — und es ist der Grund, warum wir für Iridium keinen Fear-&-Greed-Index, keine Saisonalität und keinen Performance-Kalender anbieten.
- ◆ Breite Handelsspannen. Zwischen An- und Verkauf liegen mehrere Prozent, bei kleinen Mengen deutlich mehr — wer eine einzelne Unze kauft, zahlt den Aufschlag eines Marktes, der auf Kilogrammgeschäfte zwischen Industriekunden ausgelegt ist.
- ◆ Keine Absicherung über Futures. Wer Iridium für die Produktion braucht, kann das Preisrisiko nicht an der Börse abgeben, sondern nur über langfristige Lieferverträge — oder er trägt es.
- ◆ Unterschiedliche Preise je Quelle. Ohne amtlichen Kurs können zwei Händler am selben Tag verschieden notieren — das ist die Folge des außerbörslichen Handels. Ein Vergleich lohnt sich entsprechend.
In einem liquiden Börsenmarkt treten bei starken Preisausschlägen Arbitrageure auf, die Bewegungen dämpfen. Bei Iridium fehlt dieser Mechanismus vollständig: Es gibt keine Spekulanten, die Angebot und Nachfrage überbrücken, und keine Lagerbestände an einer Börse, aus denen bei Knappheit geliefert würde. Trifft Bedarf auf ein Angebot, das sich nicht ausweiten lässt, setzt sich der Richtpreis in Stufen neu.
Iridiumpreis-Entwicklung im Überblick
Auch bei Iridium entsteht der Preis ohne Börse: kein Fixing, kein Terminmarkt, keine fortlaufende Notierung. Industriegroßhändler veröffentlichen Richtpreise, und unser Datenlieferant aktualisiert sie alle zwölf Stunden. Gemessen ändert sich der Wert an rund einem Drittel der Tage, dann in runden Stufen. Der Chart zeigt deshalb eine Treppe und keine Kurve — das ist die Form dieses Marktes, kein Darstellungsfehler.
Was Iridium von den übrigen Platingruppenmetallen unterscheidet, ist die Größe des Marktes. Bei einer Weltjahresproduktion von sieben bis neun Tonnen und wenigen Großabnehmern gibt es keine Tiefe, die größere Aufträge aufnehmen könnte. Preisbewegungen entstehen hier nicht aus einer Vielzahl kleiner Transaktionen, sondern aus einzelnen Geschäften — mit der Folge, dass starke Sprünge bei geringen Mengen die Regel sind.
Was den Preis über längere Zeiträume bewegt
Iridium ist Katalysator an der Anode von PEM-Elektrolyseuren, und dafür ist bislang kein gleichwertiger Ersatz etabliert. Jeder Ausbau dieser Technologie bindet Iridium in Anlagen, die über Jahre laufen. Umgekehrt dämpft eine Verschiebung von Wasserstoffprojekten die Nachfrageerwartung unmittelbar — das ist derzeit der am stärksten diskutierte Hebel auf diesen Markt.
Iridium-Zündkerzen sind in Benzinmotoren verbreitet und werden im Service ersetzt. Dieser Posten hängt am Bestand an Verbrennungsmotoren, nicht nur am Neuwagenabsatz — er läuft also länger nach als bei einem Bauteil, das nur in der Erstausrüstung steckt.
Tiegel für die Einkristallzucht, Triebwerksbauteile, Hitzeabschirmungen, Strahlenquellen für die Medizintechnik. Diese Nachfrage ist klein, aber wenig preiselastisch: Wo Iridium eingesetzt wird, gibt es meist keine Alternative, und der Materialanteil am Endprodukt ist gering — ein höherer Metallpreis ändert die Kaufentscheidung daher kaum.
Südafrika, Russland und Simbabwe, jeweils als Beiprodukt der Nickel- und Kupfergewinnung aus Platinerzen. Die Anteile im Erz sind geologisch vorgegeben: Selbst ein stark steigender Iridiumpreis macht es nicht wirtschaftlich, mehr Iridium zu fördern. Recycling aus Industrieschrott ist die zweite Quelle und wirkt mit Verzögerung.
Wie bei Ruthenium gilt für die Einordnung: Maßgeblich ist der Chart auf dieser Seite. Er zeigt den Zeitraum, für den uns Tagesnotierungen vorliegen — ohne geschätzte Werte davor.
Historische Iridiumpreise abfragen
Die historische Abfrage für Iridium greift auf Tagesnotierungen zurück. Ein offizielles Fixing gibt es nicht — Iridium wird an keiner Börse gehandelt, und die Werte sind Richtpreise des jeweiligen Tages. Eröffnungs-, Höchst- und Tiefstkurse innerhalb eines Tages existieren entsprechend nicht: Ohne laufenden Handel gibt es keinen Tagesverlauf, sondern einen Tageswert.
Wie bei Ruthenium wird die Notierung nur alle zwölf Stunden aktualisiert; sie ändert sich an rund einem Drittel der Tage. Gleiche Werte an mehreren Tagen hintereinander sind daher zu erwarten und sagen nichts über die Marktlage. Für Auswertungen heißt das: Kennzahlen, die auf täglichen Veränderungen aufbauen — Volatilität, Momentum, Stimmungsindizes — sind auf dieser Reihe nicht aussagekräftig. Genau deshalb bieten wir sie für Iridium nicht an.
Zur Reichweite: Die Historie ist bei Iridium die kürzeste unter den von uns geführten Metallen. Welchen Zeitraum wir abdecken, zeigt der Chart in der Ansicht „Max". Ein Anfangsdatum nennen wir hier nicht, weil wir es nicht gegen den Anbieter verifiziert haben — und für die Zeit davor füllen wir keine geschätzten Werte ein.
Iridiumpreis nach Gewicht und Einheiten
Iridium wird in der Feinunze gerechnet — der Troy-Unze zu 31,1035 Gramm, nicht in der Handelsunze zu 28,3495 g. Zwischen beiden liegen knapp 10 %, und weil der Preis in beiden Varianten plausibel aussieht, ist diese Verwechslung die häufigste Fehlerquelle beim Umrechnen.
Bei Iridium kommt die Dichte als zweite Besonderheit hinzu. Mit 22,56 g/cm³ nimmt eine Feinunze Iridium nur rund 1,38 Kubikzentimeter ein und damit noch weniger als die Hälfte des Volumens, das dieselbe Masse Silber beansprucht (2,97 cm³). Wer Iridium nach Augenmaß einschätzt, unterschätzt das Gewicht deshalb regelmäßig; umgekehrt ist die auffällige Schwere ein erstes Echtheitsmerkmal.
- ◆ Feinunze (31,1035 g) — Die Notierungseinheit, auf die sich alle Richtpreise beziehen.
- ◆ Gramm — Die praktische Einheit im Handel mit kleinen Mengen. Umrechnung: Preis je Feinunze geteilt durch 31,1035.
- ◆ Kilogramm — Die Einheit der Industrie. Ein Kilogramm entspricht 32,1507 Feinunzen und ist, gemessen an einer Jahresproduktion von sieben bis neun Tonnen, bereits eine relevante Menge.
- ◆ Milligramm je Bauteil — Die Bezugsgröße der Serienfertigung. In einer Zündkerzenelektrode von 0,4 Millimetern Durchmesser steckt sehr wenig Iridium; über Millionen Fahrzeuge summiert es sich dennoch zu einem der größten Nachfrageposten.
Handelsformen und Reinheit
Gehandelt wird Iridium als Schwamm, als Pulver und als Barren, meist mit einer Reinheit von 999 oder höher. Anlagemünzen existieren nicht. Die Sprödigkeit des Metalls ist dabei kein Nebenaspekt, sondern ein Kostenfaktor: Iridium lässt sich nur mit erheblichem Aufwand umformen, weshalb verarbeitete Produkte deutlich über dem reinen Materialwert liegen.
In der Anwendung tritt Iridium überwiegend nicht als Reinmetall auf, sondern in Platin-Iridium-Legierungen — in Zündkerzen, in Elektroden für Herzschrittmacher und historisch im Urkilogramm, das von 1889 bis 2019 aus Platin mit zehn Prozent Iridium bestand. Für den Materialwert solcher Teile gilt dasselbe wie bei Ruthenium in Platin: Den Preis bestimmt überwiegend der Platinanteil. Ein eigener Punkt ist die Medizintechnik: Iridium-192 für die Strahlentherapie ist kein Metallhandel, sondern ein zugelassenes Strahlenprodukt, dessen Preis von Aktivierung, Zulassung und Logistik bestimmt wird — nicht vom Iridiumpreis.
Wofür Iridium verwendet wird
Iridium wird dort eingesetzt, wo andere Werkstoffe versagen — meist in kleinen Mengen pro Bauteil, aber ohne Alternative. Anders als bei Rhodium, dessen Nachfrage fast vollständig am Autokatalysator hängt, verteilt sich die Iridiumnachfrage auf mehrere Felder. Eine belastbare prozentuale Aufteilung geben wir hier bewusst nicht an: Die verfügbaren Sektorzahlen stammen aus Marktberichten, die wir nicht selbst geprüft haben.
Der bekannteste Einsatz. Der Schmelzpunkt von 2.446 °C — rund 680 °C über Platin — erlaubt Mittelelektroden von 0,4 Millimetern, dünner als eine Bleistiftmine. Je dünner die Elektrode, desto geringer die nötige Zündspannung und desto länger die Lebensdauer. Dieser Posten hängt am Bestand an Benzinmotoren, nicht nur am Neuwagenabsatz, denn Zündkerzen werden im Service ersetzt — er läuft daher länger nach als Bauteile der Erstausrüstung.
Der am stärksten diskutierte Nachfragehebel. Iridium ist Katalysator an der Anode von PEM-Elektrolyseuren, und dafür ist bislang kein gleichwertiger Ersatz etabliert — die Bedingungen dort sind so aggressiv, dass die Korrosionsbeständigkeit des Metalls zur Voraussetzung wird. Jeder Ausbau dieser Technologie bindet Iridium in Anlagen, die über Jahre laufen; umgekehrt dämpft eine Verschiebung von Wasserstoffprojekten die Nachfrageerwartung unmittelbar.
Für Displays, Halbleiter und optische Kristalle werden Schmelzen über lange Zeiträume bei hohen Temperaturen gehalten. Iridiumtiegel reagieren dabei nicht mit der Schmelze und verformen sich nicht. Das Metall wird hier nicht verbraucht, sondern gebunden — und am Ende der Lebensdauer zurückgewonnen, was diesen Posten zu einer wichtigen Recyclingquelle macht.
Zwei getrennte Anwendungen. Iridium-192 dient als Strahlenquelle in der Brachytherapie. Und Platin-Iridium-Elektroden sitzen in Herzschrittmachern: Das Iridium gibt Härte und schärft den Röntgenkontrast, sodass dünnere Elektroden möglich sind und der Operateur die Spitze im Bild verfolgen kann.
In Raketentriebwerken und Hitzeabschirmungen zählt allein, dass das Material hält. Historisch kommt die Messtechnik hinzu: Von 1889 bis 2019 war das Urkilogramm ein Zylinder aus Platin mit zehn Prozent Iridium — die Legierung wurde gewählt, weil sie über ein Jahrhundert formstabil und chemisch unverändert bleiben musste.
Woher das Metall kommt
Iridium wird nicht eigenständig abgebaut. Es fällt als Beiprodukt der Nickel- und Kupfergewinnung aus Platinerzen an, vorwiegend in Südafrika, Russland und Simbabwe. In der Erdkruste liegt die Konzentration bei etwa 0,001 ppb — rund zehnmal seltener als Gold. Der Grund für diese extreme Armut ist planetarischer Natur: Iridium ist bei der Entstehung der Erde zusammen mit dem Eisen in den Kern gesunken.
Genau diese Eigenschaft hat Iridium zu einem Werkzeug der Wissenschaft gemacht. Weil das Element in der Erdkruste praktisch fehlt, kann eine weltweite Iridiumspitze in einer Gesteinsschicht nicht von der Erde stammen. In der Schicht, in der die Dinosaurier aus dem Fossilbericht verschwinden, springt der Iridiumgehalt stark an — und das überführte 1980 den Verursacher: einen Asteroiden. Für den Markt bleibt die praktische Folge: Das Angebot ist preisunelastisch und folgt den Entscheidungen der Platinproduzenten. Die zweite Quelle ist das Recycling aus Industrieschrott, vor allem aus Tiegeln und Elektroden, das mit Verzögerung wirkt.
In Iridium investieren
Iridium ist für Privatanleger kaum zugänglich. Es gibt keine Anlagemünzen, keine verbreiteten börsengehandelten Produkte und keinen Börsenhandel. Was den Markt zusätzlich schwierig macht: Bei einer Jahresproduktion von sieben bis neun Tonnen ist jede private Nachfrage im Verhältnis zur Industrienachfrage unbedeutend — und entsprechend schlecht bedient.
Physische Barren und Pulver
Spezialisierte Anbieter führen Iridium als Barren, Schwamm oder Pulver mit einer Reinheit von 999. Anlagemünzen existieren nicht.
Zu beachten: Aufschlag und Rückkaufabschlag liegen deutlich über denen von Gold, dazu kommen 19 % Umsatzsteuer. Der Käuferkreis beim Wiederverkauf ist klein und besteht praktisch aus denselben Händlern. Bei Pulver und Schwamm muss die Reinheit vor dem Ankauf geprüft werden, was Zeit und Kosten verursacht.
Zertifikate und ETC
Ein verbreitetes börsengehandeltes Produkt auf Iridium gibt es nicht. Einzelne Emissionen auf PGM-Körbe enthalten Iridium als Bestandteil.
Zu beachten: In solchen Körben bestimmen Platin und Palladium den Verlauf — eine gezielte Iridiumposition entsteht dadurch nicht. Dazu kommt das Emittentenrisiko, und bei schmalen Orderbüchern schwanken die Handelsspannen stark.
Minenaktien
Reine Iridiumproduzenten gibt es nicht, weil Iridium nur als Beiprodukt anfällt. Über Aktien kauft man Platin- und PGM-Produzenten.
Zu beachten: Der Iridiumanteil am Umsatz dieser Unternehmen ist klein, der Aktienkurs folgt dem Iridiumpreis daher nur mittelbar. Hinzu kommen Förderkosten, Streiks, Energieversorgung, Wechselkurse und politische Risiken in den Förderländern.
Recyclingmaterial
Der gewerbliche Weg: ausgediente Tiegel, Elektroden und Elektrolyseur-Komponenten enthalten Iridium in verwertbarer Konzentration.
Zu beachten: Für Privatanleger kein Anlageweg. Der tatsächliche Gehalt lässt sich erst nach Analyse bestimmen, die Aufarbeitung ist aufwendig, und Ankaufspreise liegen entsprechend unter dem reinen Metallwert.
Einordnung: Iridium ist ein Industrierohstoff, kein Anlagemetall. Es eignet sich nicht als Baustein eines Edelmetalldepots und nicht als Absicherung gegen Inflation oder Krisen — es gibt keine Zentralbanknachfrage, keine Anlagetradition und keine Liquidität. Wer sich dennoch mit dem Preis befasst, tut es in der Regel aus einem anderen Grund: um Material zu bewerten, um Beschaffungskosten einzuordnen oder um die Entwicklung der Wasserstofftechnologie zu verfolgen, deren Elektrolyseure auf dieses Metall angewiesen sind.
Steuern auf Iridium in Deutschland
Anlagegold ist in der EU von der Umsatzsteuer befreit — Iridium ist es nicht. Wie bei Silber, Platin, Palladium, Rhodium und Ruthenium fällt beim Kauf von physischem Iridium der volle Umsatzsteuersatz von 19 % an.
Bei Iridium wiegen diese 19 % besonders schwer, weil sie auf eine ohnehin breite Handelsspanne aufschlagen und der Markt eng ist. In der Summe heißt das: Der Preis muss nach dem Kauf deutlich steigen, bevor ein Verkauf in den Gewinn führt — und bei einem Richtpreis, der sich nur an rund einem Drittel der Tage bewegt, ist der Zeitpunkt eines Verkaufs schwer zu planen. Die Differenzbesteuerung, die bei gebrauchten Silbermünzen die Belastung senkt, steht hier nicht zur Verfügung, weil es keine Iridium-Anlagemünzen gibt.
Beim Verkauf entscheidet die Haltedauer. Maßgeblich ist § 23 EStG, der physische Edelmetalle als privates Veräußerungsgeschäft behandelt: Wer innerhalb eines Jahres nach dem Kauf verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz — allerdings erst, wenn alle solchen Geschäfte eines Kalenderjahres zusammen die Freigrenze überschreiten. Nach einem Jahr Haltedauer bleibt der Gewinn steuerfrei. Diese Frist gilt nur für das Metall selbst: Zertifikate und ETC fallen unter die Abgeltungsteuer, und zwar unabhängig davon, wie lange man sie gehalten hat.
Hinweis: Das ist der allgemeine Rahmen und keine steuerliche Beratung. Wie Ihr Fall zu behandeln ist, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab, und die Rechtslage kann sich ändern. Bei Iridium kommt hinzu, dass ein erheblicher Teil des Handels gewerblich läuft — für Unternehmen und für Recyclingmaterial gelten andere Regeln als für Privatkäufe, bis hin zur Vorsteuer, die den 19-Prozent-Punkt oben für gewerbliche Käufer relativiert. Für eine verbindliche Auskunft fragen Sie einen Steuerberater.