Aktueller Rhodiumpreis und Rhodiumkurs mit Chart & Rechner
Rhodium ist das seltenste und über weite Strecken teuerste der Edelmetalle — in der Spitze kostete es das Siebenfache von Gold. Es gehört zur Gruppe der Platinmetalle und verdankt seinen Wert einer einzigen, kaum ersetzbaren Aufgabe: Im Autokatalysator baut es Stickoxide ab, und dafür gibt es bis heute keinen gleichwertigen Ersatz. Ein zweiter Umstand macht Rhodium besonders: Es wird an keiner Börse gehandelt. Statt eines Fixings wie bei Gold oder eines Terminkontrakts wie bei Kupfer gibt es nur Händlernotierungen — was zusammen mit einer Jahresproduktion von wenigen Dutzend Tonnen zu den stärksten Kursschwankungen aller Edelmetalle führt. Hier finden Sie den aktuellen Rhodiumpreis in Euro und US-Dollar je Feinunze, Gramm und Kilogramm sowie den Chart mit der Preishistorie ab September 2019, einschließlich des Allzeithochs vom März 2021. Im Ratgeber weiter unten erfahren Sie, wie der Preis ohne Börse zustande kommt, wofür Rhodium außerhalb des Katalysators gebraucht wird, welche fünf Faktoren den Kurs bewegen und was beim Kauf von Barren samt Mehrwertsteuer und Handelsspanne zu bedenken ist.
Hier sehen Sie den aktuellen Rhodiumpreis pro Feinunze (31,1 g) in Ihrer gewählten Währung, inklusive Tagesveränderung in Prozent und absolut.
Darunter finden Sie den aktuellen Wechselkurs sowie den Preis in der zweiten Währung. Ganz unten stehen die Preise pro Gramm, Feinunze und Kilogramm.
Tipp: Rhodium wird nicht börslich gehandelt. Der Preis ist eine Händlernotierung, die zweimal täglich neu gestellt wird — zwischen zwei Notierungen bleibt der Wert unverändert, auch wenn die Seite neu geladen wird.
Details beim Rhodiumpreis →
Quelle: Spot
Der Chart zeigt die Preisentwicklung des Rhodiumpreises im gewählten Zeitraum. Bewegen Sie die Maus über den Chart, um den genauen Preis an einem bestimmten Tag zu sehen.
Bedienung: Wählen Sie oben den Zeitraum (Heute bis Max). Mit der Maus können Sie in einen Bereich hineinzoomen. Die Statistik-Karten darunter zeigen Hoch, Tief und Veränderung im gewählten Zeitraum.
Tipp: Im Zeitraum "Heute" sehen Sie die Intraday-Daten mit minütlicher Auflösung.
(21.10.26)
(28.09.26)
(14.10.26)
(06.10.26)
(24.03.21)
Schlagen Sie den Rhodiumpreis für ein beliebiges Datum in der Vergangenheit nach. Sie sehen Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs sowie den Preis pro Gramm und Kilogramm.
Bedienung: Wählen Sie ein Datum. Falls an Ihrem gewählten Tag kein Handel stattfand, wird der nächstliegende Kurs angezeigt.
| 21.10.2026 | EUR | USD |
|---|---|---|
| Eröffnung | – | – |
| Hoch | – | – |
| Tief | – | – |
| Schluss | 8.100,51 € | 9.100,00 $ |
Quelle: Spot
Gefällt dir, was du siehst und liest?
Wir stecken viel Herzblut in edelmetall-preis.de — schnell, übersichtlich und kostenlos, ohne Bezahlschranken, ohne Werbeflut, nur verlässliche Fakten und Live-Kurse. Wenn es dir hilft, ist die schönste Art Danke zu sagen, es weiterzuempfehlen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu entdecken, und hält das Projekt am Leben. 💛
Gefällt dir, was du siehst und liest?
Wir stecken viel Herzblut in edelmetall-preis.de — schnell, übersichtlich und kostenlos, ohne Bezahlschranken, ohne Werbeflut, nur verlässliche Fakten und Live-Kurse. Wenn es dir hilft, ist die schönste Art Danke zu sagen, es weiterzuempfehlen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu entdecken, und hält das Projekt am Leben. 💛
Hier sehen Sie den aktuellen Rhodiumpreis umgerechnet auf verschiedene Gewichtseinheiten: Gramm, Feinunze (31,1 g) und Kilogramm.
In der zweiten Zeile steht jeweils der Preis in der anderen Währung zum Vergleich.
Tipp: Eine Feinunze (troy ounce) ist die internationale Handelseinheit für Edelmetalle und entspricht 31,1035 Gramm.
1 Feinunze (troy ounce) = 31,1035 Gramm
Diese Tabelle zeigt den aktuellen Grammpreis für verschiedene Rhodium-Legierungen. Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Rhodium in 1000 Teilen enthalten ist.
Beispiel: 750/1000 bedeutet 75 % reines Rhodium (bei Gold entspricht das 18 Karat). Der Preis pro Gramm wird entsprechend dem Feingehalt berechnet.
| Feingehalt | Karat | Preis / Gramm |
|---|---|---|
| 999/1000 | Feinrhodium | – |
| 999.5/1000 | Feinrhodium | – |
Die Performance-Tabelle zeigt, wie sich der Rhodiumpreis über verschiedene Zeiträume entwickelt hat: von heute bis 5 Jahre.
Sie sehen die absolute Veränderung in beiden Währungen sowie die prozentuale Veränderung. Grüne Werte bedeuten Gewinn, rote Werte Verlust.
Tipp: Vergleichen Sie die EUR- und USD-Performance, um den Einfluss des Wechselkurses zu erkennen.
| Zeitraum | EUR | % EUR | USD | % USD |
|---|---|---|---|---|
| Heute | -54,35 € | -0,67 % | +0,00 $ | +0,00 % |
| 7 Tage | +0,00 € | +0,00 % | +0,00 $ | +0,00 % |
| 30 Tage | -188,77 € | -2,28 % | -150,00 $ | -1,62 % |
| seit 01.01. | -121,56 € | -1,48 % | -75,00 $ | -0,82 % |
| 1 Jahr | +931,40 € | +12,99 % | +1.100,00 $ | +13,75 % |
Hier finden Sie einen schnellen Überblick über die aktuellen Preise der anderen Edelmetalle. Die Prozentzahl zeigt die Tagesveränderung.
Tipp: Klicken Sie auf ein Metall, um direkt zur entsprechenden Detail-Seite zu gelangen.
Ratgeber: Rhodiumpreis
Was ist der Rhodiumpreis?
Der Rhodiumpreis gibt den Marktwert einer Feinunze (31,1035 Gramm) Rhodium an. Rhodium ist das chemische Element mit dem Symbol Rh und der Ordnungszahl 45 und gehört zur Gruppe der Platingruppenmetalle (PGM) — gemeinsam mit Platin, Palladium, Iridium, Osmium und Ruthenium. Es ist silberweiß, außergewöhnlich hart, extrem korrosionsbeständig und besitzt die höchste Reflexionsfähigkeit aller Metalle. Notiert wird es, wie die übrigen Edelmetalle, in US-Dollar je Feinunze; der Eurokurs ergibt sich aus dem Dollarpreis und dem aktuellen EUR/USD-Wechselkurs.
In einem Punkt unterscheidet sich der Rhodiumpreis jedoch grundlegend von Gold, Silber, Platin und Palladium: Rhodium wird an keiner Börse gehandelt. Es gibt kein LBMA-Fixing wie bei Gold und Silber, keine LPPM-Notierung wie bei Platin und Palladium, und auch keine Terminkontrakte an COMEX, LME oder SHFE. Der Preis entsteht stattdessen als Händlernotierung: große Raffinerien und Edelmetallhäuser — darunter Johnson Matthey, Umicore und Heraeus — veröffentlichen arbeitstäglich eigene Ankaufs- und Verkaufspreise, die sich am physischen Handel zwischen Produzenten, Recyclern und Industrieabnehmern orientieren.
Gut zu wissen: Weil kein Börsenhandel stattfindet, gibt es für Rhodium auch keinen Sekundentakt. Notierungen werden in der Regel einmal arbeitstäglich gestellt, an Wochenenden und Feiertagen gar nicht. Wer Rhodiumcharts mit minütlicher Auflösung sieht, betrachtet fortgeschriebene oder modellierte Werte — keine gehandelten Kurse.
Ein sehr kleiner Markt mit großen Folgen
Rhodium ist eines der seltensten Metalle der Erdkruste. Die weltweite Jahresproduktion liegt im Bereich weniger Dutzend Tonnen — Gold wird jährlich etwa im Umfang von 3.000 Tonnen gefördert, also um Größenordnungen mehr. Hinzu kommt, dass Rhodium praktisch nie eigenständig abgebaut wird: Es fällt als Beiprodukt der Platin- und Nickelgewinnung an. Die Produzenten können die Menge daher kaum an die Nachfrage anpassen, selbst wenn der Preis stark steigt.
Aus diesem Zusammenspiel — winziges Volumen, unelastisches Angebot, kein liquider Börsenmarkt — folgt die Eigenschaft, die den Rhodiumpreis vor allen anderen Edelmetallen auszeichnet: eine außergewöhnlich hohe Volatilität. Kursbewegungen, die bei Gold über Jahre verlaufen, vollziehen sich bei Rhodium in Monaten. Auch die Handelsspannen zwischen An- und Verkauf sind deutlich breiter als bei den etablierten Anlagemetallen. Für Anleger ist das der wichtigste Unterschied, den man vor einem Kauf verstanden haben sollte.
Preisbildung ohne Börse
Bei Gold und Silber legt die LBMA zweimal täglich einen Referenzpreis in einer elektronischen Auktion fest, bei Platin und Palladium tut dies die LPPM. Für Rhodium gibt es nichts davon. Es existiert kein Fixing, kein Spotmarkt und kein Terminkontrakt — weder an der COMEX noch an der LME oder in Shanghai. Wer Rhodium kaufen oder verkaufen will, verhandelt mit einem Händler — der Handel läuft außerbörslich (OTC).
Was als „Rhodiumpreis" veröffentlicht wird, ist daher die Notierung einer Raffinerie oder eines Handelshauses. Die bekanntesten Quellen sind Johnson Matthey, Umicore und Heraeus. Sie stellen arbeitstäglich einen Ankaufs- und einen Verkaufspreis und orientieren sich dabei am physischen Geschäft, das über ihre Bücher läuft: Material von Minen und Raffinerien auf der einen Seite, Bedarf von Katalysatorherstellern und Recyclern auf der anderen.
Was das praktisch bedeutet
- ◆ Ein Preis je Tag, nicht je Sekunde. Notierungen werden arbeitstäglich gestellt. An Wochenenden und Feiertagen bewegt sich nichts, weil nichts gehandelt wird.
- ◆ Breite Spannen zwischen An- und Verkauf. Während bei Gold zwischen Geld- und Briefkurs Bruchteile eines Prozents liegen, sind es bei Rhodium regelmäßig mehrere Prozent. Diese Spanne trägt der Käufer.
- ◆ Unterschiedliche Preise je Quelle. Weil es keinen amtlichen Kurs gibt, können zwei Händler am selben Tag verschieden notieren. Ein Vergleich lohnt sich deshalb mehr als bei jedem anderen Edelmetall.
- ◆ Keine Absicherung über Futures. Industrieabnehmer können ihren Rhodiumbedarf nicht an der Börse hedgen, wie es bei Kupfer oder Gold selbstverständlich ist. Sie sichern sich über langfristige Lieferverträge ab — oder tragen das Preisrisiko.
Diese Marktstruktur ist der Hauptgrund für die extremen Kursbewegungen. In einem liquiden Börsenmarkt treten bei starken Preisausschlägen Arbitrageure und Spekulanten auf, die Bewegungen dämpfen. Bei Rhodium fehlt dieser Mechanismus: Trifft eine unelastische Angebotsseite auf eine Nachfrage, die kurzfristig nicht verzichten kann, setzt sich der Preis in Sprüngen neu — nach oben wie nach unten.
Rhodiumpreis-Entwicklung im Überblick
Die Geschichte des Rhodiumpreises ist eine Geschichte extremer Ausschläge. Einen ersten Höhepunkt erreichte das Metall 2008, als die Notierung über 10.000 US-Dollar je Feinunze stieg — getrieben von der weltweiten Verschärfung der Abgasvorschriften. Im Zuge der Finanzkrise brach der Preis anschließend binnen Monaten um mehr als 90 % ein: Die Autoproduktion kam weltweit nahezu zum Stillstand, und da Rhodium fast ausschließlich in Katalysatoren verbaut wird, verschwand die Nachfrage praktisch über Nacht. Kein anderes Edelmetall zeigt diese Abhängigkeit von einer einzigen Branche so deutlich.
Der zweite und bislang größte Zyklus begann 2019. Zwei Entwicklungen trafen zusammen: Die Abgasnormen China 6 und Euro 6d erhöhten den Rhodiumbedarf je Fahrzeug deutlich, weil das Metall in der Katalyse der Stickoxide nicht ersetzbar ist. Gleichzeitig fiel in Südafrika, von wo der überwiegende Teil der Weltproduktion stammt, wiederholt Fördermenge aus — durch Stromabschaltungen, Wartungsstillstände und später durch die Pandemie. Angebot und Nachfrage liefen in entgegengesetzte Richtungen, und weil die Produktion als Beiprodukt nicht kurzfristig hochgefahren werden kann, entlud sich das in einem Preissprung ohne Beispiel.
Das Allzeithoch: Am 24. März 2021 notierte Rhodium bei 29.804 US-Dollar je Feinunze — zu diesem Zeitpunkt rund das Siebenfache des Goldpreises. In unserer Datenreihe ist dieser Tag der höchste erfasste Wert.
Seither hat sich der Preis wieder deutlich zurückgebildet. Dafür gibt es drei Gründe, die zusammenwirken: Erstens die Substitution — Hersteller haben Katalysatoren so umkonstruiert, dass sie mit weniger Rhodium auskommen oder teilweise Platin einsetzen, ein Vorgehen, das in der Branche Thrifting genannt wird. Zweitens das Recycling: Mit den hohen Preisen wurde die Rückgewinnung aus Altkatalysatoren so lukrativ, dass erhebliche Mengen zusätzlich auf den Markt kamen. Drittens die Elektromobilität, denn ein batterieelektrisches Fahrzeug benötigt überhaupt keinen Katalysator und damit kein Rhodium. Wer die langfristige Entwicklung beurteilen will, muss daher weniger auf klassische Edelmetall-Argumente schauen als auf Fahrzeugabsatz, Antriebsmix und Abgasgesetzgebung.
Historische Rhodiumpreise abfragen
Die historische Abfrage für Rhodium greift auf Tagesnotierungen zurück. Weil für Rhodium kein Börsenhandel und damit kein offizielles Fixing existiert, gibt es hier — anders als bei Gold mit dem LBMA-Preis — keinen amtlichen Referenzkurs, sondern Händlernotierungen des jeweiligen Tages. Aus demselben Grund stehen für Rhodium keine Eröffnungs-, Höchst- und Tiefstkurse innerhalb eines Tages zur Verfügung: Ohne laufenden Handel entsteht kein Tagesverlauf, sondern nur ein Tageswert.
Besonders aufschlussreich sind drei Zeiträume. Das Jahr 2008 zeigt den ersten großen Zyklus samt Absturz im Zuge der Finanzkrise. Der März 2021 markiert mit 29.804 US-Dollar je Feinunze das Allzeithoch — ein Niveau, auf dem Rhodium das Siebenfache von Gold kostete. Und die Jahre ab 2022 dokumentieren die Gegenbewegung, als Substitution, Recycling und der Hochlauf der Elektromobilität zusammen auf den Preis drückten.
Für Rhodium liegen in unserer Datenreihe Werte ab dem 17. September 2019 vor. Sie stammen von unserem Datenlieferanten und enthalten vier Zeiträume, in denen dieser keine Notierungen geliefert hat — der längste umfasst 18 Handelstage im Januar und Februar 2020. Diese Lücken füllen wir nicht mit geschätzten Werten auf: In Chart und Abfrage bleiben sie als Lücke sichtbar, weil ein erfundener Preis schlechter ist als ein fehlender. Für die Zeit vor 2019 bietet der historische Rechner daher keine Rhodiumwerte an.
Rhodiumpreis nach Gewicht und Einheiten
Rhodium wird wie die übrigen Edelmetalle in der Feinunze gerechnet — der Troy-Unze zu 31,1035 Gramm. Sie ist nicht mit der im Handel gebräuchlichen Unze (28,3495 g) zu verwechseln: Wer die beiden verwechselt, liegt um knapp 10 % falsch. Weil eine einzelne Feinunze Rhodium einen vierstelligen Eurobetrag kostet, sind in der Praxis die kleineren Einheiten oft die relevanteren.
Die gebräuchlichen Einheiten im Rhodiumhandel:
- ◆ Feinunze (31,1035 g) — Die Notierungseinheit. Alle Händlerpreise beziehen sich auf sie, und auch Barren werden überwiegend in 1-Unzen-Stücken angeboten.
- ◆ Gramm — Die praktische Einheit für kleine Barren und für die Galvanik. Umrechnung: Preis je Feinunze geteilt durch 31,1035.
- ◆ Kilogramm — Die Einheit der Industrie und des Recyclings. Ein Kilogramm entspricht 32,1507 Feinunzen; der Kilopreis liegt bei Rhodium daher im sechsstelligen Bereich.
- ◆ Gramm je Fahrzeug — Die Bezugsgröße der Automobilindustrie. In einem Katalysator stecken nur wenige Gramm Rhodium; genau deshalb verändert schon eine kleine Anpassung der Rezeptur die weltweite Nachfrage spürbar.
Handelsformen und Reinheit
Im Anlagebereich ist Rhodium fast ausschließlich als Barren erhältlich, typischerweise mit einer Reinheit von 999,5 oder höher. Übliche Größen sind 1 Gramm, 10 Gramm, 1 Unze und 100 Gramm. Anlagemünzen gibt es nicht — keine staatliche Prägeanstalt gibt Rhodium als Kurs- oder Anlagemünze heraus, wie es bei Gold mit Krügerrand oder Maple Leaf der Fall ist. Wer auf Münzangebote in Rhodium stößt, hat es mit Medaillen privater Hersteller zu tun, bei denen der Aufschlag auf den Metallwert oft erheblich ist.
In der Industrie zirkuliert Rhodium überwiegend in anderer Form: als Rhodiumschwamm oder Pulver für die Katalysatorherstellung, als Bestandteil von Platin-Rhodium-Legierungen für Glasfaserdüsen und Thermoelemente, und als Rhodiumsulfat oder -chlorid in galvanischen Bädern. Beim Recycling von Altkatalysatoren fällt es als Teil einer PGM-Mischung an und muss erst raffiniert werden — ein aufwendiger Prozess, der erklärt, warum Ankaufspreise für Katalysatoren deutlich unter dem reinen Metallwert liegen.
Wofür Rhodium verwendet wird
Rhodium ist ein Metall mit einer dominanten Anwendung. Der weit überwiegende Teil der Nachfrage stammt aus Autoabgaskatalysatoren — und das erklärt die Preisbildung besser als jede andere Kennzahl. Wer den Rhodiumpreis beurteilen will, muss die Automobilbranche beobachten, nicht die Zinsen oder die Inflation.
Im Dreiwegekatalysator übernimmt Rhodium die Aufgabe, die kein anderes Metall gleich gut erfüllt: Es reduziert Stickoxide (NOx) zu Stickstoff. Platin und Palladium besorgen dagegen die Oxidation von Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen. Weil für die NOx-Reduktion kein praktikabler Ersatz existiert, lässt sich Rhodium nur begrenzt substituieren — anders als Platin und Palladium, die untereinander getauscht werden können.
Fast jeder Weißgoldring ist rhodiniert: Eine galvanisch aufgebrachte Schicht von wenigen Zehntel Mikrometern gibt dem Schmuck das strahlende Weiß und schützt vor Anlaufen. Auch Silberschmuck wird so veredelt. Der Materialeinsatz je Stück ist winzig, in der Summe aber relevant — und weil die Schicht mit den Jahren abträgt, ist das Nachrhodinieren eine gängige Dienstleistung des Juweliers.
Geschmolzenes Glas wird durch Düsen aus Platin-Rhodium-Legierungen gezogen. Diese Werkstoffe halten über Jahre Temperaturen von weit über 1.000 °C stand, ohne sich zu verformen oder mit der Schmelze zu reagieren. Das eingesetzte Metall wird dabei nicht verbraucht, sondern gebunden — und am Ende der Lebensdauer zurückgewonnen.
Rhodiumverbindungen dienen als Katalysatoren in der Herstellung von Essigsäure und in Hydroformylierungsprozessen. In der Messtechnik bilden Platin-Rhodium-Thermoelemente (Typ R, S und B) den Standard für Temperaturmessungen bis in den Bereich von 1.700 °C, etwa in Gießereien und in der Halbleiterfertigung.
Woher das Metall kommt
Rhodium wird nicht eigenständig abgebaut. Es fällt als Beiprodukt bei der Gewinnung von Platin und Nickel an, und zwar in geringen Anteilen des Fördergewichts. Der überwiegende Teil der Weltproduktion stammt aus Südafrika, insbesondere aus dem Bushveld-Komplex; weitere Mengen liefern Russland als Beiprodukt der Nickelgewinnung sowie Simbabwe und Kanada.
Diese Konzentration hat zwei Folgen. Erstens reagiert der Preis unmittelbar auf Störungen an einem einzigen Standort — Stromabschaltungen des südafrikanischen Netzes, Streiks oder Wartungsstillstände schlagen direkt durch. Zweitens ist das Angebot preisunelastisch: Selbst wenn Rhodium sich vervielfacht, lohnt es sich nicht, eine Platinmine auf Rhodium umzustellen, denn die Anteile im Erz sind geologisch vorgegeben. Die zweite Quelle ist deshalb umso wichtiger: das Recycling von Altkatalysatoren, das bei hohen Preisen erheblich zunimmt und den Markt mit Verzögerung entlastet.
Einflussfaktoren auf den Rhodiumpreis
Rhodium folgt anderen Treibern als Gold. Zinsen, Zentralbankkäufe und die Rolle als „sicherer Hafen" spielen hier praktisch keine Rolle — es gibt keine Rhodiumreserven von Notenbanken und keine nennenswerte Anlagenachfrage. Maßgeblich sind fünf Faktoren:
1 Abgasgesetzgebung
Der stärkste Hebel. Jede Verschärfung der Grenzwerte für Stickoxide erhöht die benötigte Rhodiummenge je Fahrzeug. Die Einführung von China 6 und Euro 6d war der Auslöser des Preisanstiegs ab 2019. Umgekehrt kann eine Verschiebung oder Abschwächung angekündigter Normen die Nachfrageerwartung sofort dämpfen.
2 Fahrzeugabsatz und Antriebsmix
Entscheidend ist nicht nur, wie viele Autos verkauft werden, sondern welche. Benziner mit Dreiwegekatalysator sind die zentralen Rhodiumverbraucher. Reine Elektrofahrzeuge brauchen keinen Katalysator und damit kein Rhodium — Hybride dagegen schon. Jede Verschiebung im Antriebsmix wirkt daher direkt auf die Nachfrage.
3 Angebot aus Südafrika
Weil der Großteil der Förderung aus einer Region kommt, sind Stromausfälle, Streiks und Wartungsstillstände Preisfaktoren ersten Rangs. Ein mehrwöchiger Ausfall einer großen Raffinerie entzieht dem Weltmarkt eine Menge, die nicht ersetzt werden kann.
4 Substitution und Thrifting
Bei hohen Preisen arbeiten die Hersteller daran, mit weniger Rhodium auszukommen — durch veränderte Beschichtungen, bessere Ausnutzung oder teilweisen Ersatz durch Platin. Dieser Effekt wirkt mit Verzögerung von Jahren, weil Katalysatoren mit dem Fahrzeugmodell entwickelt werden; dann aber dauerhaft.
5 Recycling
Altkatalysatoren sind die zweite Rhodiumquelle. Steigt der Preis, wird das Sammeln und Aufarbeiten lukrativer, und das zusätzliche Material dämpft die Rally — ebenfalls mit Verzögerung, weil Erfassung und Raffination Zeit brauchen. Ein Nebeneffekt hoher Preise ist der Diebstahl von Katalysatoren, der in Phasen hoher Notierungen deutlich zunimmt.
Worauf es nicht ankommt: Rhodium reagiert kaum auf die Faktoren, die den Goldpreis bewegen. Es gibt keine Zentralbanknachfrage, keine bedeutenden börsengehandelten Fonds und keine Tradition als Krisenwährung. Ein Rhodiumkauf ist daher keine Absicherung gegen Inflation oder Finanzkrisen, sondern eine Wette auf die Automobilindustrie und das Abgasrecht.
In Rhodium investieren
Rhodium ist unter den Edelmetallen die schwierigste Anlage. Das liegt nicht an der Qualität des Metalls, sondern an der Struktur seines Marktes: kein Börsenhandel, kaum Anlageprodukte, breite Handelsspannen und eine Volatilität, die Gold und Silber weit hinter sich lässt. Wer trotzdem investieren möchte, sollte die vier Wege und ihre jeweiligen Kosten kennen.
Physische Barren
Der direkteste Weg. Barren mit einer Reinheit von 999,5 gibt es in Größen von einem Gramm bis zu 100 Gramm, meist von spezialisierten Prägestätten. Anlagemünzen existieren nicht.
Zu beachten: Aufschlag auf den Metallwert und Rückkaufabschlag fallen deutlich höher aus als bei Gold. Wer kauft und kurz darauf verkauft, verliert allein an der Spanne einen zweistelligen Prozentbetrag. Dazu kommt die Umsatzsteuer (siehe nächster Abschnitt).
Zertifikate und ETC
Es gibt einzelne börsengehandelte Produkte auf Rhodium, in der Regel als besicherte Schuldverschreibung. Sie ersparen Lagerung und Umsatzsteuer.
Zu beachten: Das Angebot ist dünn, die Handelsumsätze sind gering, und es besteht ein Emittentenrisiko. Bei schmalen Orderbüchern können die Spannen zwischen Kauf und Verkauf im Handelsverlauf stark schwanken.
Minenaktien
Weil Rhodium ein Beiprodukt ist, gibt es keine reinen Rhodiumproduzenten. Wer über Aktien investiert, kauft Platin- und PGM-Produzenten, bei denen Rhodium einen Teil des Erlöses ausmacht.
Zu beachten: Dazu kommen Unternehmensrisiken — Förderkosten, Streiks, Energieversorgung, Wechselkurse und politische Rahmenbedingungen in den Förderländern. Der Aktienkurs folgt dem Rhodiumpreis nur mittelbar.
Altkatalysatoren und Recyclingmaterial
Der gewerbliche Weg: Katalysatoren enthalten Platin, Palladium und Rhodium in schwankenden Anteilen.
Zu beachten: Für Privatanleger ist das kein Anlageweg. Der tatsächliche Metallgehalt lässt sich erst nach Analyse bestimmen, die Aufarbeitung ist aufwendig, und Ankaufspreise liegen entsprechend deutlich unter dem reinen Metallwert.
Einordnung: Rhodium eignet sich nicht als Basisbaustein eines Edelmetalldepots — diese Rolle erfüllen Gold und Silber. Es ist eine Beimischung für Anleger, die den Automobil- und Katalysatormarkt verstehen und bereit sind, Kursverluste von mehr als der Hälfte auszuhalten, wie sie in der Vergangenheit mehrfach vorkamen. Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis macht zudem einen kurzfristigen Handel von vornherein unattraktiv.
Steuern auf Rhodium in Deutschland
Die steuerliche Behandlung ist ein wesentlicher Kostenfaktor und unterscheidet sich klar von Gold. Anlagegold ist in der EU von der Umsatzsteuer befreit — Rhodium ist es nicht. Wie bei Silber, Platin und Palladium fällt beim Kauf von physischem Rhodium der volle Umsatzsteuersatz von 19 % an.
Diese 19 % sind beim Rhodiumkauf gewichtiger als bei anderen Metallen, weil sie zur ohnehin breiten Handelsspanne hinzukommen. Zusammen bedeutet das: Der Preis muss nach dem Kauf deutlich steigen, bevor ein Verkauf überhaupt in den Gewinn führt. Bei Silber gibt es für gebrauchte Münzen die Differenzbesteuerung, die die effektive Belastung senkt — bei Rhodium entfällt dieser Weg, weil es keine Anlagemünzen gibt.
Für den Verkauf gilt wie bei allen physischen Edelmetallen § 23 EStG: Gewinne aus einem Verkauf innerhalb von einem Jahr nach dem Kauf sind als privates Veräußerungsgeschäft mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern, sofern der Gesamtgewinn aus solchen Geschäften im Kalenderjahr die Freigrenze überschreitet. Nach Ablauf eines Jahres Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei. Bei Zertifikaten und ETC greift stattdessen die Abgeltungsteuer, unabhängig von der Haltedauer.
Hinweis: Diese Darstellung gibt den allgemeinen Rahmen wieder und ist keine steuerliche Beratung. Die Behandlung im Einzelfall hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen ab und kann sich durch Gesetzesänderungen verschieben. Für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich an einen Steuerberater.