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Gebrauchsformen

Blattgold

Auch: Goldblatt, Blattmetall (Gold)

Zu hauchdünnen Blättern gehämmertes oder gewalztes Gold, das in Vergoldungen, Kunsthandwerk und der Lebensmittelverarbeitung Verwendung findet.

Blattgold entsteht durch mechanisches Auswalzen oder das traditionelle Handwerk des Goldschlagens: Ein Goldbarren wird zunächst zu einem feinen Band gewalzt, dann zwischen Pergament- oder Kunststofflagen in mehreren tausend Hammerschlägen zu hauchdünnen Blättern ausgedehnt. Das Ergebnis sind Folie mit einer Dicke von typischerweise 0,07 bis 0,15 Mikrometer – dünner als die menschliche Hautzelle. Möglich macht dies die außerordentliche Duktilität von Gold: Von allen Metallen lässt es sich am weitesten hämmern und ziehen, ohne zu reißen.

Feingehalt und Sorten

Handelsübliches Blattgold wird in verschiedenen Karat-Stufen angeboten:

Bezeichnung Karat Feingehalt Farbnote
Echter Gold (Transfer) 23–24 kt 958–999 ‰ Sattgelb
Dukatengold 23,5 kt ~979 ‰ Warmgelb
22-Karat 22 kt 916 ‰ Leicht grünlich
Weißgold-Blatt 12–18 kt 500–750 ‰ Silbrig-weiß

Für Lebensmittel (Konfekt, Pralinen, Getränke) ist ausschließlich Blattgold mit dem Zusatzstoffstatus E 175 zugelassen – mindestens 22 Karat (916 ‰), nickel- und bleifrein. Der aktuelle Goldpreis beeinflusst die Materialkosten direkt, da schon wenige Gramm eine beträchtliche Fläche ergeben.

Herstellung: Goldschlagen

Das traditionelle Handwerk des Goldschlagens gliedert sich in drei Phasen:

  1. Vorwalzen – der Barren wird maschinell auf ca. 0,1 mm Banddicke gebracht.
  2. Kutschieren – Bandstücke werden zwischen Häuten (Katze, Ochsendarm) gelegt und von Hand oder maschinell auf Zwischenstärke geschlagen.
  3. Feinschlagen – in einem zweiten Päckchen werden die Blätter auf die Enddicke gebracht und auf Format 80 × 80 mm geschnitten.
Flächenausbeute (Näherung):
1 g Au × (1 / Dichte 19,32 g/cm³) × (1 / Dicke 0,00001 cm) ≈ 0,5 m²
(Dicke 0,00001 cm = 0,1 µm, typische Handschlagware)

Anwendungsgebiete

  • Vergoldung von Bildrahmen, Skulpturen, Kirchenausstattungen und Architekturdetails
  • Schrift- und Buchvergoldung (Buchbinderei, Schilder, Glasvergoldung)
  • Kulinarik – E 175 auf Pralinen, in Digestifs und auf Desserts
  • Medizin/Kosmetik – Gesichtsmasken, vereinzelt Wundabdeckungen (antimikrobielle Wirkung geringer Goldkonzentration)
  • Elektronik – ultradünne Kontaktbeschichtungen in Spezialanwendungen

Ein direkter Materialwert lässt sich jederzeit mit dem Goldrechner oder dem Schmelzwertrechner ermitteln – relevant etwa beim Ankauf vergoldeter Objekte, deren Goldanteil minimal ist.

Abgrenzung: Echtes Gold vs. Imitation

Schlagmetall" oder „unechtes Blattgold" aus Messing- oder Kupfer-Zink-Legierungen sieht ähnlich aus, läuft jedoch an und ist deutlich günstiger. Die Unterscheidung erfolgt durch den Feingehaltsstempel, bei losen Blättern durch die Säureprobe oder ein Goldtestgerät.

Kurz gemerkt

Blattgold vereint Jahrtausende alte Handwerkstradition mit moderner Industrie­anwendung. Entscheidend für Qualität und Preis sind Feingehalt und Dicke – beides bestimmt, ob ein Blatt sich für edle Vergoldungen, Lebensmittel oder technische Zwecke eignet.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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