Grüngold
Auch: Elektron, Grünes Gold
Grüngold ist eine Goldlegierung mit einem hohen Silberanteil, die dem Metall einen charakteristisch grünlich-gelben Farbton verleiht.
Grüngold entsteht durch die Legierung von Gold mit einem hohen Anteil an Silber – gelegentlich ergänzt durch kleine Mengen Kupfer oder Cadmium. Die Kombination dieser Metalle absorbiert bestimmte Wellenlängen des sichtbaren Lichts stärker als reines Gelbgold, wodurch das charakteristische grünliche Schimmern entsteht. Der aktuelle Goldpreis bildet die Bewertungsgrundlage für den enthaltenen Feingoldanteil.
Zusammensetzung und Farbgebung
Die Farbe hängt direkt vom Silberanteil ab: Ab etwa 15 % Silber beginnt der Gelbton zu verblassen und kippt ins Grünliche. Übliche Zusammensetzungen bei 18-Karat-Grüngold (750er Gold) sehen rund 20–30 % Silber vor; der Rest ist reines Gold. Historisch wurde der Begriff Elektron für natürlich vorkommende Gold-Silber-Legierungen mit 15–45 % Silber verwendet – die ersten Münzen der Antike, etwa in Lydien (7. Jahrhundert v. Chr.), bestanden daraus.
| Silberanteil | Farbwirkung |
|---|---|
| 5–10 % | Leicht blasseres Gelbgold |
| 15–25 % | Deutlich grünlich-gelb |
| 25–35 % | Blassgrün |
| > 40 % | Helles Graugrün (selten in Schmuck) |
Cadmium als Zusatz verstärkt den Grünton erheblich, ist jedoch aufgrund seiner Toxizität in der modernen Schmuckproduktion weitgehend verboten.
Verwendung in der Schmuckherstellung
Grüngold findet sich vor allem in der Hochjuwelierkunst und im Designerschmuck, wo es als Kontrast zu Rot-, Weiß- oder Gelbgold eingesetzt wird. Technisch ist es gut verarbeitbar – ähnlich wie Gelbgold – und lässt sich löten, ziehen und prägen. Der hohe Silberanteil macht die Legierung etwas weicher als Rotgold, das durch seinen Kupferanteil deutlich an Härte gewinnt.
Der Schmelzwert lässt sich schnell berechnen, wenn Gewicht und Feingehalt bekannt sind; beim Ankauf wird ebenfalls nur der enthaltene Feingoldanteil vergütet.
Abgrenzung zu anderen Goldfarben
- Gelbgold – klassische Gold-Silber-Kupfer-Legierung, wärmer im Ton
- Weißgold – Palladium- oder Nickellegierung, kühl-silbrig
- Rotgold / Roségold – hoher Kupferanteil, warmer Rotton
- Grüngold – dominanter Silberanteil, kühler Gelbgrünton
Kurz gemerkt
Grüngold ist keine Eigenheit moderner Schmuckdesigner, sondern eine der ältesten Goldlegierungen der Menschheitsgeschichte. Wer ein Stück Grüngold bewerten möchte, sollte den Feingehaltsstempel prüfen und den aktuellen Goldpreis heranziehen – der Silberanteil erhöht zwar das Gewicht, nicht aber den Goldwert des Stücks.