Rotgold
Auch: Red Gold, Kupfergold
Rotgold ist eine Goldlegierung mit einem hohen Kupferanteil, der dem Metall seine charakteristische rötliche bis warme bronzefarbene Tönung verleiht.
Rotgold entsteht, wenn reinem Gold gezielt Kupfer – und je nach Rezeptur geringe Mengen Silber – beigemischt werden. Der erhöhte Kupferanteil überlagert den warmen Gelbton des Goldes und erzeugt Farbnuancen von zart Rosé bis hin zu einem satten, fast kupferfarbenen Rotton. Je höher der Kupfergehalt, desto intensiver die rote Färbung. Den Goldpreis und den Kupferpreis kennen, ist deshalb beim Schmelzwert-Kalkül von Rotgoldschmuck entscheidend – beides fließt in den Schmelzwertrechner ein.
Zusammensetzung und Feingehalte
Die genaue Farbgebung hängt vom Verhältnis der Legierungsmetalle ab. Üblich sind folgende Kombinationen:
| Feingehalt | Goldanteil | Kupferanteil | Silberanteil | Farbwirkung |
|---|---|---|---|---|
| 333 (8 Karat) | 33,3 % | bis zu 60 % | Rest | Stark rötlich-kupfrig |
| 585 (14 Karat) | 58,5 % | 35–41 % | 0–6 % | Kräftig rot-golden |
| 750 (18 Karat) | 75,0 % | 25 % | 0 % | Warm rötlich-golden |
Enthält die Legierung kein Silber, spricht man von klassischem Rotgold mit maximaler Rotfärbung. Wird Silber beigemischt, kippt der Farbton in Richtung Roségold, das sich durch seinen pastellrosa Ton vom kräftigeren Rotgold unterscheidet. Diese Übergänge sind fließend; die Begriffe Rotgold und Roségold werden im Handel gelegentlich synonym verwendet, obwohl sie streng genommen unterschiedliche Kupfergehalte bezeichnen.
Schmelzwert berechnen
Der Materialwert von Rotgoldschmuck ergibt sich aus dem Feingewicht des Goldes (und anteilig des Kupfers, das jedoch bei der Wertermittlung meist vernachlässigt wird, da sein Beitrag gering ist). Die Formel lautet:
Schmelzwert = Raugewicht (g) × Feingehalt (‰) / 1000 × Goldpreis (€/g)
Ein 10-Gramm-Ring in 585er Rotgold enthält also 5,85 g Feingold. Den aktuellen Grammpreis ermittelt der Goldrechner.
Eigenschaften und Verarbeitung
Kupfer macht Goldlegierungen deutlich härter und verschleißfester als reines Feingold (999). Rotgold mit 585er Feingehalt lässt sich gut löten, prägen und gravieren. Die höhere Härte ist beim Schmuck ein Vorteil – Ringe und Armbänder halten den mechanischen Belastungen des Alltags besser stand als solche aus Gelbgold.
Allerdings bringt der hohe Kupferanteil auch Nachteile:
- Anlaufen: Kupfer oxidiert an feuchter Luft; Rotgoldschmuck kann langfristig leicht anlaufen, was sich jedoch durch gängige Schmuckpflegemittel beheben lässt.
- Allergierisiko: Kupferhaltige Legierungen können bei sensiblen Personen Hautreizungen auslösen, weshalb 750er Rotgold (weniger Kupfer) für empfindliche Haut besser geeignet ist.
- Nicht schweißtauglicher als Weißgold: Im Gegensatz zu rhodiniertem Weißgold bietet Rotgold keine zusätzliche Schutzschicht.
Abgrenzung zu verwandten Legierungen
| Begriff | Hauptlegierungsmetall | Typischer Ton |
|---|---|---|
| Roségold | Kupfer + Silber | Pastellrosa |
| Rotgold | Kupfer (höher als Rosé) | Warm rot-kupfrig |
| Gelbgold | Silber + Kupfer ausgewogen | Goldgelb |
| Weißgold | Palladium oder Nickel | Silbrig-weiß |
Markt und Ankauf
Beim Verkauf oder Ankauf zählt ausschließlich der Feingehalt – also der Goldanteil – als wertbestimmende Größe. Kupfer und Silber werden beim typischen Edelmetallankauf nicht separat vergütet. Der Ankaufspreisrechner hilft, den realistischen Erlös für Rotgoldschmuck vorab einzuschätzen. Hinweis: Steuerliche Aspekte beim Verkauf (z. B. Spekulationsfrist nach § 23 EStG) sind individuell – keine Steuer- oder Anlageberatung.
Kurz gemerkt
Rotgold verdankt seine warme, rötliche Farbe dem gezielt erhöhten Kupferanteil in der Goldlegierung. Je nach Feingehalt (333 bis 750) variieren Farbe, Härte und Schmelzwert – letzterer lässt sich bequem mit dem Schmelzwertrechner ermitteln.