Gelbgold
Auch: Yellow Gold, Gelbgoldlegierung
Gelbgold ist die klassische Goldlegierung aus Gold, Silber und Kupfer, deren warmer gelblicher Farbton dem Reinmetall am nächsten kommt.
Gelbgold ist die ursprünglichste und weltweit verbreitetste Form verarbeiteten Goldes. Als Goldlegierung kombiniert es reines Gold mit Silber und Kupfer, wobei das Mengenverhältnis der Zusatzmetalle den Feingehalt und die genaue Farbwirkung bestimmt. Wer den aktuellen Goldpreis kennt, kann den Materialwert eines Gelbgoldstücks über den Schmelzwertrechner direkt ermitteln.
Zusammensetzung und Feingehalte
Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Gold (Au) je 1.000 Gewichtsteile in der Legierung enthalten ist. Bei Gelbgold werden Silber und Kupfer üblicherweise in einem Verhältnis von etwa 1:1 bis 2:1 (Ag:Cu) beigemischt, was den charakteristischen warmen Gelbton erhält. Ein höherer Kupferanteil verschiebt die Farbe ins Rötliche, ein höherer Silberanteil macht das Stück blasser.
| Feingehalt | Karat | Goldanteil | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| 333 ‰ | 8 Kt | 33,3 % | Modeschmuck, Einstiegsschmuck (DE/AT) |
| 585 ‰ | 14 Kt | 58,5 % | Alltagsschmuck, USA, Osteuropa |
| 750 ‰ | 18 Kt | 75,0 % | Feiner Schmuck, Uhrengehäuse (CH/DE) |
| 916 ‰ | 22 Kt | 91,6 % | Münzen (Krügerrand), traditioneller Schmuck |
| 999 ‰ | 24 Kt | 99,9 % | Anlagegold, Barren – kein Schmuck |
Das in Deutschland populärste Schmuckgold ist 750er Gelbgold (18 Karat): Es vereint gute Verarbeitbarkeit, hohe Beständigkeit und einen satten Goldton. Das 585er Gold (14 Karat) ist günstiger und im internationalen Massenmarkt weit verbreitet. Münzen wie der Krügerrand nutzen traditionell 916er Gelbgold, um eine härtere, kratzfestere Oberfläche zu erzielen.
Herstellung und Verarbeitung
Gelbgoldlegierungen entstehen in der Scheideanstalt oder Gießerei durch gemeinsames Einschmelzen der Komponenten. Der Prozess folgt einer einfachen Grundformel:
Feingewicht (Au) = Raugewicht × Feingehalt / 1000
Beispiel 750er: 10 g × 0,750 = 7,50 g Feingold
Nach dem Schmelzen wird die Legierung zu Walzband, Draht oder Rohling weiterverarbeitet. Gelbgold lässt sich hervorragend löten, walzen und ziehen – Eigenschaften, die es seit Jahrtausenden zum bevorzugten Schmuckmaterial machen.
Erkennungsmerkmale und Punzen
Gelbgoldstücke tragen in Deutschland und Österreich eine gesetzlich geregelte Punze, die den Feingehalt in Promille (z. B. „585" oder „750") oder als Karatangabe kennzeichnet. Ältere Stücke aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert können abweichende Stempelungen tragen. Zur Echtheitsprüfung eignen sich Säureprüfung, Strichprobe oder – zerstörungsfrei – die Röntgenfluoreszenzanalyse.
Gelbgold vs. andere Goldlegierungen
Neben Gelbgold existieren drei weitere Hauptlegierungsfarben:
- Weißgold: Enthält statt Kupfer Palladium oder Nickel; wird häufig rhodiniert.
- Rotgold: Hoher Kupferanteil (>12 %) verleiht eine ausgeprägt rötliche Farbe.
- Roségold: Mittlerer Kupferanteil; liegt farblich zwischen Gelb- und Rotgold.
Gelbgold benötigt keine Oberflächenveredelung wie Rhodinierung und zeigt daher keine Farbveränderung durch Abrieb – ein praktischer Vorteil gegenüber weißen Legierungen.
Materialwert berechnen
Der Materialwert eines Gelbgoldstücks hängt vom aktuellen Goldpreis und dem Feingehalt ab. Mit dem Goldrechner lässt sich der Wert nach Gramm, Karat und Tagespreis sekundengenau ermitteln. Für Altgold oder Bruchgold liefert der Ankaufspreisrechner einen realistischen Richtwert abzüglich Händlermarge.
Hinweis: Angaben zu steuerlichen Aspekten beim Kauf oder Verkauf von Goldschmuck (z. B. Umsatzsteuer, Spekulationsfrist) sind keine Steuer- oder Anlageberatung – bitte wenden Sie sich an einen Fachberater.
Kurz gemerkt
Gelbgold ist die zeitloseste Goldlegierung: Durch die Kombination von Gold mit Silber und Kupfer entsteht der klassische Goldton bei gleichzeitig praxistauglicher Härte. Der Feingehalt – erkennbar an der Punze – bestimmt sowohl den Materialwert als auch die Verarbeitungseigenschaften.