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Reinheit & Legierungen

Zusatzmetall / Legierungsmetall

Auch: Zusatzmetall, Beimetall, Legant

Ein Legierungsmetall ist ein unedles oder edles Metall, das einem Edelmetall in definierter Menge zugesetzt wird, um Härte, Farbe, Schmelzverhalten oder andere Eigenschaften gezielt zu verändern.

Ein Legierungsmetall (auch Zusatzmetall oder Legant) ist der Anteil einer Edelmetalllegierung, der nicht aus dem eigentlichen Edelmetall besteht. Ohne Legierungsmetalle wären viele Anwendungen kaum möglich: Reines Gold (999,9 ‰) ist so weich, dass es sich mit dem Fingernagel ritzen lässt – erst der Zusatz anderer Metalle verleiht dem Schmuck oder der Münze die nötige Gebrauchshärte. Der Feingehalt gibt stets an, wie viel Edelmetall – und damit wie wenig Legierungsmetall – in einer Legierung steckt.

Welche Metalle werden eingesetzt?

Legierungsmetall Typischer Einsatz Wirkung
Kupfer Rotgold, Sterlingsilber, 585er Gold Härte ↑, Rotfärbung
Silber Gelbgold, Weißgold-Basislegierungen Hellere Farbe, Duktilität
Palladium Weißgold (hypoallergen) Weißfärbung, Anlaufen ↓
Nickel Älteres Weißgold Weißfärbung (Allergiepotenzial)
Zink Lötlegierungen, Gelbgold Schmelzpunkt ↓, Härtung
Iridium / Ruthenium Platinlegierungen Härte ↑ bei Platin

Einfluss auf den Materialwert

Der Schmelzwert eines Schmuckstücks basiert ausschließlich auf dem Feingewicht des Edelmetalls, nicht auf dem Gewicht der Legierungsmetalle. Bei einem 585er Goldring mit 10 g Raugewicht sind rechnerisch nur 5,85 g Feingold wertrelevant – die restlichen 4,15 g Legierungsmetall (oft Kupfer und Silber) gehen in die Bewertung kaum ein. Den genauen Materialwert ermitteln Sie mit dem Schmelzwertrechner.

Feingewicht = Raugewicht × (Feingehalt ÷ 1000)
Beispiel 585er Gold, 10 g: 10 × 0,585 = 5,85 g Feingold

Farbwirkung durch Legierungsmetalle

Die Farbe einer Goldlegierung ist direkt vom Mischungsverhältnis der Legierungsmetalle abhängig:

  • Rotgold / Roségold: hoher Kupferanteil (z. B. 750 ‰ Gold + ~200 ‰ Kupfer + ~50 ‰ Silber)
  • Weißgold: Palladium (hypoallergen) oder historisch Nickel ersetzt Kupfer vollständig
  • Grüngold (Electrum): hoher Silberanteil, kein oder wenig Kupfer

Anlaufen und Allergierisiko

Kupfer und Nickel als Legierungsmetalle können bei empfindlichen Trägern Kontaktallergien auslösen. Nickel ist in der EU für Schmuck, Piercing-Schmuck und hautberührende Artikel streng reguliert – die ursprüngliche Nickelrichtlinie 94/27/EG wurde durch die REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Anhang XVII Eintrag 27, ersetzt und weiter verschärft. Palladium gilt als verträglichere Alternative. Silber legt durch Schwefelverbindungen in der Luft eine dunkle Anlaufschicht an – das Legierungsmetall Kupfer beschleunigt diesen Prozess.

Kurz gemerkt

Das Legierungsmetall bestimmt Farbe, Härte, Allergierisiko und Anlaufverhalten einer Edelmetalllegierung, hat aber keinen wesentlichen Einfluss auf den Edelmetallwert – maßgeblich ist allein der Feingehalt des Edelmetalls.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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