Der Kalender zeigt die tägliche Preisveränderung des Rutheniumpreises als Heatmap. Jedes Kästchen steht für einen Handelstag (Montag bis Freitag).
Grüne Kästchen = Preisanstieg, rote Kästchen = Preisrückgang. Je intensiver die Farbe, desto stärker die Bewegung.
Bedienung: Fahren Sie mit der Maus über ein Kästchen, um den genauen Preis und die Veränderung an diesem Tag zu sehen. Wählen Sie ein Jahr, um die historische Heatmap anzuzeigen.
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Ratgeber: Performance-Kalender
Was zeigt der Performance-Kalender?
Der Performance-Kalender visualisiert die tägliche Preisveränderung eines Edelmetalls über ein gesamtes Kalenderjahr hinweg. Jedes einzelne Kästchen in der Heatmap steht für genau einen Handelstag (Montag bis Freitag). Wochenenden und Feiertage, an denen kein Handel stattfindet, werden ausgeblendet.
Die Farbe jedes Kästchens kodiert sowohl die Richtung als auch die Stärke der Tagesveränderung gegenüber dem Vortag:
- ◆ Grün bedeutet Preisanstieg — je dunkler das Grün, desto stärker fiel der Tagesgewinn aus. Dunkelgrüne Kästchen markieren Tage mit einem Plus von über 2 %.
- ◆ Rot bedeutet Preisrückgang — je dunkler das Rot, desto stärker der Verlust. Dunkelrote Kästchen zeigen Tagesverluste von mehr als 2 % an.
- ◆ Grau (neutral) steht für minimale Bewegungen zwischen −0,1 % und +0,1 %. An diesen Tagen hat sich der Preis praktisch nicht verändert.
Tipp: Fahren Sie mit der Maus über ein beliebiges Kästchen, um den exakten Schlusskurs und die prozentuale Veränderung dieses Handelstages anzuzeigen. So erkennen Sie auf einen Blick, ob es sich um eine moderate oder extreme Preisbewegung handelte.
Heatmap richtig lesen
Eine Heatmap ist mehr als eine bunte Übersicht — sie offenbart Muster, die in reinen Zahlenreihen unsichtbar bleiben. Der Schlüssel liegt darin, nicht einzelne Kästchen isoliert zu betrachten, sondern Zusammenhänge und Cluster zu erkennen.
Trends und Phasen erkennen
Zusammenhängende Blöcke gleicher Farbe verraten die vorherrschende Marktphase. Eine ununterbrochene Reihe grüner Kästchen über mehrere Wochen zeigt einen Aufwärtstrend an — der Preis stieg Tag für Tag oder zumindest an den meisten Handelstagen. Umgekehrt signalisiert ein roter Block eine Korrekturphase. Besonders aufschlussreich sind die Übergänge: Wo wechselt Grün abrupt zu Rot? Das markiert häufig ein lokales Hoch.
Seitwärtsmärkte identifizieren
Wenn sich grüne, rote und graue Kästchen bunt abwechseln, ohne dass sich eine Richtung durchsetzt, befindet sich der Markt in einer Seitwärtsphase (Konsolidierung). In solchen Zeiträumen bewegt sich der Preis in einer engen Bandbreite. Für langfristige Anleger sind diese Phasen neutral, für Trader bieten sie wenig Momentum.
Schock-Tage und extreme Bewegungen
Einzelne, intensiv gefärbte Kästchen inmitten einer ansonsten ruhigen Phase deuten auf externe Schock-Events hin. Beispiele aus der jüngeren Geschichte: der Lehman-Kollaps im September 2008, die COVID-Panik im März 2020 oder geopolitische Eskalationen. Solche Tage lassen sich in der Heatmap sofort identifizieren und mit historischen Ereignissen abgleichen.
Jahre vergleichen
Nutzen Sie die Jahresauswahl, um verschiedene Kalender nebeneinander zu analysieren. Vergleichen Sie beispielsweise 2020 (Corona-Jahr) mit 2019 (ruhiges Umfeld): Die Dichte und Intensität der grünen und roten Kästchen unterscheidet sich fundamental. Solche Vergleiche schärfen das Verständnis dafür, wie stark Krisen und Marktphasen die tägliche Preisentwicklung beeinflussen.
Typische Muster bei den Platingruppenmetallen
Rhodium, Ruthenium und Iridium werden an keiner Börse gehandelt. Es gibt für sie weder ein Fixing noch einen Terminmarkt; der Preis entsteht als Notierung einzelner Händler, die ihn einmal am Arbeitstag feststellen. Das prägt den Kalender stärker als jede Jahreszeit — und macht ihn anders lesbar als den eines börsengehandelten Metalls.
Lange unveränderte Phasen
Weil keine Börse fortlaufend Preise bildet, bleibt eine Notierung oft mehrere Tage gleich. Im Kalender erscheinen dann graue Felder in Serie. Das bedeutet nicht, dass niemand gehandelt hätte — es bedeutet, dass der Händler keinen Anlass sah, seine Notierung zu ändern. Bei Gold wäre eine solche Serie auffällig; hier ist sie normal.
Autokatalysatoren als einziger großer Abnehmer
Der weit überwiegende Teil dieser Metalle geht in Abgaskatalysatoren. Es gibt keine Schmucknachfrage, die einen Rückgang auffangen könnte, und keine Zentralbank, die kauft. Verschärfte Abgasnormen oder eine schwache Fahrzeugproduktion schlagen deshalb nahezu ungedämpft durch — eine Abhängigkeit von einer einzigen Branche, wie sie kein anderes Metall hat.
Angebot aus wenigen Minen
Diese Metalle fallen als Beiprodukt des Platin- und Nickelbergbaus an, fast ausschließlich in Südafrika und Russland. Niemand baut sie gezielt ab, das Angebot folgt also der Platinförderung. Stromausfälle oder Streiks in Südafrika wirken darum unmittelbar, und zwar auf alle drei gleichzeitig — ein Muster, das im Vergleich mehrerer Kalender sichtbar wird.
Sprünge statt Bewegungen
Der Markt ist klein, und wenige Abschlüsse genügen, um eine Notierung zu verschieben. Auf eine ruhige Woche folgt deshalb oft ein einzelner Tag mit mehreren Prozent. Rhodium stieg zwischen 2019 und 2021 von rund 2.500 auf über 20.000 Dollar je Unze und fiel anschließend ähnlich schnell zurück — in einem liquiden Markt wäre das kaum möglich.
Wichtig: Saisonale Regeln lassen sich für diese drei Metalle kaum aufstellen. Die Reihen sind kurz, die Zahl der Marktteilnehmer klein, und einzelne Ereignisse überlagern jedes Muster. Der Kalender taugt hier vor allem dazu, ruhige Phasen von Sprüngen zu unterscheiden.
Volatilität verstehen
Bei einem Metall ohne Börsenhandel misst der Kalender zwei Dinge gleichzeitig: die Bewegung des Marktes und die Art, wie der Händler sie in seine Notierung übernimmt. Beides lässt sich nicht trennen, und das sollte man beim Lesen wissen.
Ein grauer Tag ist keine Ruhe
Bleibt die Notierung gleich, erscheint das Feld grau. Ob der Markt tatsächlich still stand oder ob der Händler nur keinen Grund zur Änderung hatte, ist von außen nicht zu unterscheiden. Eine lange graue Strecke ist deshalb kein Beleg für einen stabilen Preis, sondern für eine unveränderte Notierung.
Aufgestaute Bewegung
Wird eine Notierung mehrere Tage nicht angepasst und dann in einem Schritt nachgezogen, erscheint die Bewegung mehrerer Tage an einem einzigen. Der Kalender zeigt dann ein kräftiges Feld, wo in einem Börsenmarkt drei blasse gestanden hätten. Für den Vergleich mit Gold oder Platin heißt das: einzelne Tagesausschläge sind hier nicht gleichwertig zu lesen.
Wofür der Kalender hier trotzdem taugt
Er zeigt zuverlässig, wann ein Metall in Bewegung war und wann nicht. Ein Jahr mit vielen gefärbten Feldern war ein Jahr mit Nachrichten — neue Abgasnormen, Förderausfälle, ein Einbruch der Fahrzeugproduktion. Ein Jahr aus überwiegend grauen Feldern war ein Jahr ohne solche Anlässe. Für die Frage nach der Richtung eignet sich die Kurslinie besser; für die Frage, wie unruhig es war, dieses Gitter.