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Doré-Barren

Auch: Doré, Doré Bullion, Minenbarren

Doré-Barren sind vorraffinierte Rohbarren aus Gold und Silber, die direkt in Minen oder Hüttenwerken gegossen und anschließend in einer Scheideanstalt zur Feinmetall-Qualität weiterverarbeitet werden.

Doré-Barren (von frz. doré = vergoldet) sind das unmittelbare Produkt der pyrometallurgischen Aufbereitung in Gold- und Silberminen. Nachdem das taube Gestein durch Cyanidlaugung oder andere Verfahren aufgeschlossen wurde, werden die angereicherten Edelmetalle eingeschmolzen und vor Ort zu Rohbarren gegossen. Diese Barren verlassen die Mine und gelangen zur Scheideanstalt, wo sie zur handelbaren Feinmetall-Qualität (≥ 995 ‰ für LBMA Good Delivery, häufig bis 999,9 ‰ Feingold) raffiniert werden.

Zusammensetzung und Herstellung

Ein Doré-Barren ist kein reines Edelmetall, sondern ein Zwischenprodukt mit variablem Feingehalt. Je nach Lagerstätte und Aufbereitungsverfahren enthält er:

Bestandteil Typische Bandbreite
Gold 60–95 %
Silber 5–35 %
Verunreinigungen (Cu, Pb, Zn …) < 5 %

Der Gewinn an Gold und Silber aus einem Doré-Barren hängt vom genauen Feingehalt ab, der vor der Affinage durch Probenahme (Assay) bestimmt wird.

Weg vom Minenshaft zum Markt

  1. Erzgewinnung – Abbau im Tagebau oder unter Tage (Primärförderung).
  2. Aufbereitung – Mahlung, Flotation, Laugung; Edelmetalle werden in Lösung gebracht.
  3. Einschmelzung – Fällung und Einschmelzen zum Doré-Barren direkt auf dem Minengelände.
  4. Transport & Assay – Sicherer Transport zur Raffinerie; Probenahme bestimmt den genauen Gehalt.
  5. Affinage – Elektrochemische oder chemische Raffination liefert Feingold (999,9) und Feinsilber.
  6. Handel – Das raffinierte Metall fließt in Bullionbarren, Münzen oder industrielle Anwendungen; der aktuelle Goldpreis und Silberpreis dienen als Abrechnungsbasis.

Bedeutung für den Goldmarkt

Rund 90 % der jährlichen Minenproduktion gelangt als Doré-Barren in die Raffinerien. Die Differenz zwischen dem Spotpreis des Feingoldes und den Raffinationskosten (sog. Treatment & Refining Charges, TC/RC) bestimmt die Erlösseite der Minengesellschaft. Mit dem Schmelzwertrechner lässt sich der rechnerische Metallwert eines Rohbarrens anhand von Gewicht und Feingehalt abschätzen.

Doré-Barren sind kein Handelsobjekt für Privatanleger – sie erfüllen weder die LBMA Good Delivery-Anforderungen noch die Bedingungen für steuerfreies Anlagegold. Für die Preisentwicklung der historischen Edelmetallpreise sind sie jedoch eine zentrale Angebotsgröße.

Kurz gemerkt

Doré-Barren bilden das Bindeglied zwischen Minenproduktion und Feinmetallmarkt: Erst nach der Raffination in einer akkreditierten Scheideanstalt entsteht das handelbare Feinmetall, das dem globalen Goldpreis entspricht.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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