Jetzt in 27 EU-Ländern verfügbar — in deiner Sprache, mit lokalen MwSt.-Sätzen & Rechnern
Sprache
Reinheit & Legierungen

Roségold

Auch: Rotgold (hellere Variante), Pink Gold, Red Gold

Roségold ist eine Goldlegierung mit einem charakteristischen rosa bis rötlichen Farbton, der durch einen gezielten Kupferanteil entsteht.

Roségold verdankt seinen warmen, rosa bis rötlichen Schimmer ausschließlich dem Legierungspartner Kupfer. Je höher der Kupferanteil, desto kräftiger und rötlicher wirkt der Farbton – weshalb die Grenze zwischen Roségold und Rotgold fließend ist und sich eher nach Konvention als nach einer verbindlichen Norm richtet. Den Feingehalt des enthaltenen Reingoldes können Sie mit dem Schmelzwertrechner schnell ermitteln.

Zusammensetzung und Farbskala

Die Farbe von Roségold ergibt sich aus dem Verhältnis von Gold, Kupfer und einem kleineren Silberanteil. Silber hellt die Legierung auf und mildert den Rotton; ohne Silber entsteht ein kräftigeres Rot, das als Rotgold bezeichnet wird.

Typische Zusammensetzungen im Überblick:

Bezeichnung Feingehalt Gold Kupfer Silber
Roségold 18 Karat 750 ‰ 75,0 % 20,0–22,5 % 2,5–5,0 %
Roségold 14 Karat 585 ‰ 58,5 % 30,0–33,0 % 8,5–11,5 %
Rotgold 18 Karat 750 ‰ 75,0 % 25,0 % 0 %

Der Goldpreis bezieht sich stets auf reines Feingold (999,9 ‰); Roségold enthält nur den angegebenen Goldanteil – der Rest besteht aus unedlen Legierungsmetallen, die keinen Edelmetallwert tragen.

Eigenschaften und Verarbeitung

Kupfer macht Roségold spürbar härter als reines Gelbgold gleichen Feingehalts. Das hat praktische Vorteile:

  • Höhere Kratzfestigkeit – Schmuckstücke behalten länger ihre Oberfläche.
  • Gute Formstabilität – filigrane Fassungen und dünne Ringschienen sind möglich.
  • Günstigerer Materialpreis – Kupfer ist deutlich billiger als Gold; der Kupferpreis liegt weit unter dem Goldpreis.

Nachteilig ist, dass Kupfer anlaufen kann: Schweiß und Säuren greifen die Oberfläche an und können bei empfindlichen Trägern Hautreizungen verursachen. Anders als Weißgold wird Roségold üblicherweise nicht rhodiniert, da die Farbe des Grundmetalls das Designziel ist.

Feingehalt und Stempelung

In Deutschland und der EU werden Goldlegierungen nach ihrem Goldanteil in Promille gestempelt. Roségold trägt dieselben gesetzlichen Feingehaltsstempel wie jede andere Goldlegierung:

750 ‰ = 18 Karat Roségold  →  Goldanteil: 75,0 %
585 ‰ = 14 Karat Roségold  →  Goldanteil: 58,5 %
333 ‰ =  8 Karat Roségold  →  Goldanteil: 33,3 %

Ein Schmuckstück, das als „Roségold" vermarktet wird, muss nicht zwingend 18 Karat aufweisen. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die aufgeprägte Punze, die den tatsächlichen Feingehalt angibt. Den Materialwert eines Roségold-Stücks – auf Basis des aktuellen Goldpreises – ermitteln Sie schnell im Goldrechner.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

  • Rotgold: kein oder kaum Silber, Kupferanteil ≥ 25 % → deutlich rötlicher Ton.
  • Gelbgold: klassische Gold-Silber-Kupfer-Mischung ohne Farbverschiebung ins Rote.
  • Tombak: Kupfer-Zink-Legierung ohne Goldanteil, goldfarben, kein Edelmetall.
  • Vermeil: Silberschmuck mit dicker Goldauflage – kein massives Roségold.

Kurz gemerkt

Roségold ist keine Erfindung der Neuzeit – bereits im 19. Jahrhundert war es in russischen Schmuckateliers populär und trägt deshalb gelegentlich den historischen Namen „Russisches Gold". Wer den genauen Materialwert eines Roségold-Stücks ermitteln möchte, sollte lediglich den Goldanteil (Feingehalt × Gewicht) mit dem aktuellen Goldpreis multiplizieren – Kupfer und Silber spielen beim Ankaufspreis nur eine untergeordnete Rolle.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

Cookie-Banner? Nein!

Kein Tracking, keine Werbung. → Hand drauf ←

Fehler melden

Helfen Sie uns, die Seite zu verbessern