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Reinheit & Legierungen

750er Gold (18 Karat)

Auch: 18 Karat Gold, 18k, 750, Au750

750er Gold bezeichnet eine Goldlegierung mit einem Feingehalt von 750 Promille (75,0 %), entsprechend 18 Karat, und ist die meistverwendete Qualität in der Schmuck- und Uhrenindustrie.

750er Gold – umgangssprachlich „18 Karat Gold" – ist weltweit die dominierende Qualitätsstufe für hochwertigen Goldschmuck und Luxusuhren. Mit einem Goldanteil von exakt 75 Prozent bietet die Legierung einen überzeugenden Kompromiss: Sie bleibt reich genug, um die charakteristisch warme Goldfarbe und den hohen Materialwert zu bewahren, und ist dabei deutlich robuster als nahezu reines Feingold (999). Der Schmelzwertrechner hilft, den aktuellen Materialwert eines 750er-Stücks in Sekunden zu ermitteln.

Feingehalt und Karat-System

Der Feingehalt gibt an, wie viel Gramm Reingold in 1 000 Gramm einer Legierung enthalten sind. Bei 750er Gold sind es 750 von 1 000 Teilen – also drei Viertel. Das entspricht im Karat-System genau 18 von 24 möglichen Karat, da 1 Karat definitionsgemäß einem Vierundzwanzigstel des Gesamtgewichts entspricht.

Feingehalt (‰) = (Karat / 24) × 1 000
750 ‰ = (18 / 24) × 1 000

Die restlichen 25 Prozent des Gewichts bestehen aus einem oder mehreren Legierungsmetallen. Erst deren Zusammensetzung entscheidet über Farbe, Härte und weitere Eigenschaften des fertigen Schmuckstücks.

Legierungsvarianten und Farben

Je nach Mischungsverhältnis der Zusatzmetalle entstehen optisch sehr verschiedene Goldqualitäten – alle mit demselben 750er-Stempel:

Farbe Goldanteil Hauptzusätze
Gelbgold 75 % Silber (~12,5 %), Kupfer (~12,5 %)
Weißgold 75 % Palladium oder Nickel, ggf. Zink
Rotgold 75 % Kupfer (erhöhter Anteil, ~22 %)
Roségold 75 % Kupfer (~20 %), Silber (~5 %)
Grüngold 75 % Silber (erhöhter Anteil), kein Kupfer

Weißgold mit Palladiumzusatz gilt heute als hautverträgliche Standardvariante, weil Nickel-Weißgold allergische Reaktionen auslösen kann. Palladium-Weißgold wird häufig zusätzlich rhodiniert, um den leicht gräulichen Eigenton aufzuhellen und die Oberfläche kratzfester zu machen.

Punze und Kennzeichnung

Jedes seriös hergestellte 750er-Stück trägt eine Punze, die den Feingehalt belegt. In Deutschland und der EU ist die Angabe 750 (Promille-Stempel) oder 18K (Karat-Stempel) üblich. Britische Stücke zeigen den Hallmark-Stempel mit dem Zahlencode 750, ältere kontinentaleuropäische Stücke tragen gelegentlich die Signatur Au 750. Ein fehlendes oder unlesbares Stempel-Bild ist kein sicheres Qualitätsmerkmal – im Zweifel schafft eine Röntgenfluoreszenzanalyse Klarheit.

Schmelzwert berechnen

Der materielle Wert eines 750er-Stücks lässt sich aus dem aktuellen Goldpreis und dem Gewicht des Stücks ableiten:

Schmelzwert = Gewicht (g) × 0,750 × Goldpreis (€/g)

Beispiel: Ein Ring wiegt 6,0 g, der Goldpreis beträgt 85,00 €/g.

Schmelzwert = 6,0 × 0,750 × 85,00 = 382,50 €

Der Goldrechner übernimmt diese Rechnung automatisch mit dem aktuellen Tagespreis. Beim Verkauf an einen Ankäufer liegt der tatsächlich gezahlte Preis meist etwas unter dem Schmelzwert, da Schmelz- und Bearbeitungsgebühren anfallen. Der Ankaufspreisrechner zeigt realistische Vergleichswerte.

750er Gold in der Zahntechnik

Historisch war 750er Gold auch in der Zahntechnik verbreitet. Klassische Zahngold-Legierungen für Kronen, Brücken und Inlays enthalten häufig genau diesen Feingehalt, ergänzt durch Platin, Palladium und Silber für erhöhte Festigkeit und Biokompatibilität. Wer alte Zahnersatzteile verwerten möchte, kann den Zahngoldrechner nutzen, um den ungefähren Materialwert zu ermitteln.

Vergleich mit anderen Feingehalten

Legierung Feingehalt Karat Typische Verwendung
333er Gold 333 ‰ 8 kt Einstiegssegment, Modeschmuck
375er Gold 375 ‰ 9 kt UK-Schmuckmarkt
585er Gold 585 ‰ 14 kt Mittelklasse-Schmuck, USA
750er Gold 750 ‰ 18 kt Hochwertiger Schmuck, Uhren
916er Gold 916 ‰ 22 kt Anlagemünzen, asiatischer Schmuck
Feingold 999 ‰ 24 kt Barren, Anlagemünzen

750er Gold positioniert sich klar im Premiumsegment. Im Vergleich zum verbreiteten 585er ist der Goldanteil rund 16,5 Prozentpunkte höher (75 % gegenüber 58,5 %) – das schlägt sich spürbar im Materialwert nieder und erklärt den deutlichen Preisunterschied zwischen den Schmucksegmenten.

Kauf, Verkauf und steuerliche Hinweise

750er Schmuck und Uhren mit 750er-Goldgehäuse sind im Sekundärmarkt gut handelbar, weil der Feingehalt international anerkannt und leicht prüfbar ist. Beim Kauf beim Händler enthält der Preis neben dem Schmelzwert stets einen Aufschlag für Verarbeitung, Design und Handelsmarge. Beim Wiederverkauf spiegelt sich hingegen vor allem der Materialwert wider.

Für private Verkäufer in Deutschland gilt: Gewinne aus dem Verkauf von Schmuck und Edelmetallen können unter die Spekulationsfrist (§ 23 EStG) fallen, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als ein Jahr liegt. Nach Ablauf der Jahresfrist sind Gewinne in der Regel steuerfrei, sofern die Freigrenze nicht überschritten wird. Hinweis: Dies ist keine Steuer- oder Anlageberatung; für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen Steuerberater.

Beim Barankauf ab 2 000 Euro greift das Geldwäschegesetz (GwG) – eine Legitimationsprüfung durch den Händler ist Pflicht.

Kurz gemerkt

750er Gold (18 Karat) vereint einen hohen Feingehalt von 75 % mit guter Verarbeitbarkeit und Alltagstauglichkeit – kein Wunder, dass es die bevorzugte Wahl von Goldschmieden und Uhrenherstellern weltweit ist. Wer den aktuellen Materialwert eines Stücks kennen möchte, nutzt am besten den Schmelzwertrechner mit dem tagesaktuellen Goldpreis.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2026

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