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OTC-Handel (außerbörslich)

Auch: OTC, over the counter, außerbörslicher Handel, Direkthandel

OTC steht für „over the counter" — Handel direkt zwischen zwei Parteien statt über eine Börse. Der größte Teil des weltweiten Edelmetallhandels läuft so; für Rhodium, Ruthenium und Iridium ist es die einzige Handelsform.

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OTC-Handel (außerbörslich) — Grafik zum Teilen von edelmetall-preis.de
Aussehen

OTC heißt „over the counter", wörtlich über den Tresen. Gemeint ist ein Geschäft, das direkt zwischen zwei Parteien zustande kommt — ohne Börse, ohne zentrales Orderbuch, ohne veröffentlichte Abschlüsse.

Das klingt nach Nische, ist aber der Normalfall: Der weit überwiegende Teil des weltweiten Edelmetallhandels läuft außerbörslich, vor allem über London. Auch der Spotpreis, den Sie auf dieser Seite sehen, entsteht in diesem Markt und nicht an einer Börse.

Was an einer Börse anders ist

Börse OTC
Vertragspartner die Börse tritt dazwischen der andere Händler
Preisbildung zentrales Orderbuch, sichtbar bilateral, nicht veröffentlicht
Kontrakte standardisiert frei verhandelt
Ausfallrisiko Clearingstelle sichert ab trägt jede Seite selbst
Transparenz hoch gering

Der letzte Punkt ist für Anleger der entscheidende: Niemand sieht, zu welchen Preisen tatsächlich abgeschlossen wurde. Was veröffentlicht wird, sind Richtpreise — Einschätzungen von Marktteilnehmern, keine Abschlüsse.

Die drei Metalle ohne Börse

Für Rhodium, Ruthenium und Iridium gibt es keinen liquiden Terminmarkt und kein Fixing. Ihre Preise entstehen vollständig OTC: Produzenten verkaufen überwiegend über langfristige Verträge an Industriekunden, und was auf dem freien Markt bleibt, ist wenig.

Veröffentlicht werden die Kurse von großen Raffinerien und Händlern — Johnson Matthey und Heraeus etwa stellen arbeitstäglich Richtpreise, teils zweimal am Tag. Diese Zahl ist die Grundlage der Kursseiten hier, und sie ist ein Briefkurs: der Preis, zu dem verkauft wird.

🔴 Was Sie beim Verkauf bekommen, ist etwas anderes. In diesem dünnen Markt ist die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs erheblich — bei Rhodium lag der Geldkurs zeitweise um einen vierstelligen Dollarbetrag unter dem veröffentlichten Preis. Wer den Kurs als Verkaufserlös liest, rechnet falsch.

Woran man einen dünnen Markt erkennt

Zwei Anzeichen, beide sichtbar:

  • Der Preis steht tagelang still und springt dann in Stufen. Wo wenig gehandelt wird, gibt es wenig, woran sich ein Kurs ausrichtet. Im Performance-Kalender dieser Metalle zeigt sich das als lange gleichfarbige Strecken.
  • Die Handelsspanne ist breit. Bei Gold liegen An- und Verkauf eng beieinander, bei den börsenlosen Platingruppenmetallen können zwischen beiden 20 Prozent und mehr liegen.

Beides ist kein Mangel der Daten, sondern die Eigenschaft des Marktes. Wer in diesen Metallen anlegt, sollte es vorher wissen: Der Einstieg ist einfach, der Ausstieg nicht.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026

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