Emittentenrisiko
Auch: Ausfallrisiko, Kontrahentenrisiko, Bonitätsrisiko
Das Risiko, dass der Herausgeber eines Wertpapiers zahlungsunfähig wird und seine Verpflichtung nicht mehr erfüllen kann. Es betrifft Schuldverschreibungen wie ETCs und Zertifikate — nicht aber Fondsvermögen und nicht physisches Metall im eigenen Besitz.
Gefällt dir, was du siehst und liest?
Wir stecken viel Herzblut in edelmetall-preis.de — schnell, übersichtlich und kostenlos, ohne Bezahlschranken, ohne Werbeflut, nur verlässliche Fakten und Live-Kurse. Wenn es dir hilft, ist die schönste Art Danke zu sagen, es weiterzuempfehlen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu entdecken, und hält das Projekt am Leben. 💛
Gefällt dir, was du siehst und liest?
Wir stecken viel Herzblut in edelmetall-preis.de — schnell, übersichtlich und kostenlos, ohne Bezahlschranken, ohne Werbeflut, nur verlässliche Fakten und Live-Kurse. Wenn es dir hilft, ist die schönste Art Danke zu sagen, es weiterzuempfehlen. Jedes Teilen hilft anderen, uns zu entdecken, und hält das Projekt am Leben. 💛
Das Emittentenrisiko ist die Gefahr, dass derjenige, der ein Wertpapier herausgegeben hat, es am Ende nicht bedienen kann. Bei einem Metallinvestment entscheidet es darüber, ob Sie im Insolvenzfall des Anbieters Ihr Geld wiedersehen — oder in der Gläubigerliste stehen.
Warum es überhaupt entsteht
Es hängt an der Rechtsform, nicht am Metall. Entscheidend ist eine einzige Frage: Gehört Ihnen etwas, oder schuldet Ihnen jemand etwas?
| Form | Was Sie besitzen | Emittentenrisiko |
|---|---|---|
| Barren im eigenen Tresor | das Metall | keines |
| Allokiertes Metall beim Verwahrer | nummerierte Barren, Ihr Eigentum | keines |
| Fonds (ETF) | Anteil am Sondervermögen | keines |
| ETC, Zertifikat, Anleihe | eine Forderung | ja |
| Unallokiertes Metall beim Händler | eine Forderung | ja |
Der Unterschied ist im Normalbetrieb unsichtbar. Die Kursentwicklung ist dieselbe, die Abrechnung sieht gleich aus. Sichtbar wird er genau einmal: wenn der Anbieter zahlungsunfähig wird.
Wie es gemindert wird
Bei einem ETC gibt es drei Abstufungen, und sie stehen im Wertpapierprospekt:
- Physisch hinterlegt — für jeden ausgegebenen Anteil liegt Metall bei einem Treuhänder, getrennt vom Vermögen des Emittenten. Geht dieser pleite, wird das Metall verwertet und ausgekehrt. Das Risiko ist damit praktisch ausgeschaltet.
- Vollbesichert — hinterlegt sind Sicherheiten, deren Wert arbeitstäglich geprüft wird. Bleibt ein Restrisiko, falls Sicherheit und Forderung im Krisenfall auseinanderlaufen.
- Unbesichert — Sie verlassen sich allein auf die Bonität des Herausgebers.
⚠️ Die Einlagensicherung hilft hier nicht. Sie gilt für Guthaben auf Konten, nicht für Wertpapiere.
Der Fall, der Anleger überrascht
Nicht nur Börsenprodukte tragen dieses Risiko. Auch wer Metall bei einem Händler kauft und einlagern lässt, ohne dass es ihm zugeordnet wird, hat keine Barren, sondern einen Anspruch auf Barren. Geht der Händler insolvent, ist dieser Anspruch eine Forderung wie jede andere.
Der Unterschied heißt allokiert gegen unallokiert und steht im Vertrag, nicht im Prospekt. Wer sichergehen will, lässt sich die Nummern der Barren nennen.
Für welche Metalle das praktisch wird
Bei Industriemetallen führt für Privatanleger kaum ein Weg am ETC vorbei — physisches Nickel oder Zink ist keine realistische Anlageform. Dort ist das Emittentenrisiko also nicht vermeidbar, sondern nur zu prüfen: Wie ist das Papier besichert?
Bei Gold und Silber haben Sie die Wahl, und viele entscheiden sich bewusst für den Barren im Tresor — nicht weil die Rendite höher wäre, sondern weil kein Dritter dazwischensteht.