Ruthenium
Auch: Ru, Ruthenium (PGM)
Ruthenium (Ru) ist ein seltenes Platingruppenmetall mit außergewöhnlicher Härte und Korrosionsbeständigkeit, das vor allem in der Elektronikindustrie und als Legierungszusatz eingesetzt wird.
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Ruthenium gehört zur Gruppe der Platingruppenmetalle (PGM) und zählt zu den seltensten Elementen der Erdkruste. Es wurde 1844 vom russisch-baltischen Chemiker Karl Ernst Claus isoliert und nach der lateinischen Bezeichnung für Russland benannt. Trotz seiner technischen Bedeutung ist Ruthenium in der breiten Öffentlichkeit weitaus weniger bekannt als Platin oder Palladium.
Eigenschaften
Ruthenium ist ein silbrig-weißes, sprödes Übergangsmetall. Es besitzt mit 12,45 g/cm³ eine hohe Dichte und einen außerordentlich hohen Schmelzpunkt von 2.334 °C. Charakteristisch ist seine extreme Härte: Bereits geringe Rutheniumzusätze (0,1 %) erhöhen die Härte von Platin und Titan signifikant. Gegenüber den meisten Säuren ist Ruthenium äußerst beständig; selbst Königswasser greift es nur langsam an.
Gewinnung und Vorkommen
Ruthenium kommt fast ausschließlich als Beiprodukt bei der Förderung von Nickel und Kupfer vor, vorrangig in Südafrika (Bushveld-Komplex) und Russland. Die weltweite Jahresproduktion beträgt schätzungsweise 35 Tonnen – ein Bruchteil der Goldproduktion. Die Affinage erfolgt über aufwendige hydrometallurgische und pyrometallurgische Verfahren.
Verwendung
| Anwendungsbereich | Anteil (ca.) |
|---|---|
| Elektronikindustrie (Widerstände, HDD) | ~50 % |
| Elektrochemie / Chloralkalielektrolyse | ~15 % |
| Legierungen (Platin, Titan, Wolfram) | ~15 % |
| Chemische Katalyse | ~10 % |
| Sonstige | ~10 % |
In der Elektronikindustrie wird Ruthenium für Chip-Resistoren und als Beschichtung von Festplattenplatten (Antiferromagnetic Coupling Layer) eingesetzt. In der Katalysator-Technik dient es als Aktivkomponente für die Ammoniaksynthese und die Fischer-Tropsch-Reaktion. Als Legierungszusatz verleiht es Platinschmuck besondere Verschleißfestigkeit.
Marktbedeutung und Preisfindung
Der Rutheniummarkt ist eng und intransparent: Es gibt kein Börsenfixing wie beim LBMA-Fixing für Gold oder Silber. Preise werden bilateral zwischen Produzenten und Abnehmern ausgehandelt und von Analysehäusern wie Johnson Matthey und Argus Media publiziert. Die Notierung ist dabei ein gerundeter Richtpreis, der nur zweimal täglich neu gestellt wird und sich an rund einem von fünf Tagen überhaupt ändert.
Entsprechend groß sind die Ausschläge über längere Zeiträume: Ruthenium wurde zeitweise für unter 40 USD/Feinunze gehandelt und stieg 2007 erstmals über 700 USD. Diese Marken sind historische Stationen und kein Maßstab für das heutige Niveau – den aktuellen Kurs samt Chart zeigt die Seite Rutheniumpreis. Für Anleger ist der Markt wegen fehlender standardisierter Handelsprodukte und geringer Liquidität kaum zugänglich. (Keine Anlageberatung.)
Kurz gemerkt
Ruthenium ist ein Hochtechnologiemetall mit unverzichtbarer Rolle in Elektronik und Katalyse, aber kaum im Anlegermarkt präsent. Den aktuellen Kurs und die verfügbare Preishistorie finden Sie auf der Seite Rutheniumpreis; zur Einordnung in die Metallgruppe lohnt der Vergleich mit der Preisentwicklung von Platin. Ein eigenständiges Investment bleibt institutionellen Akteuren und Spezialisten vorbehalten.