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Die Metalle

Aluminium

Auch: Al, Alu

Aluminium (Al) ist das häufigste Metall der Erdkruste und zugleich eines der energieintensivsten in der Herstellung. Sein Preis folgt deshalb weniger der Knappheit des Rohstoffs als den Stromkosten der Hütten.

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Aluminium — Grafik zum Teilen von edelmetall-preis.de
Aussehen

Aluminium ist nach Sauerstoff und Silizium das häufigste Element der Erdkruste — und war trotzdem bis ins 19. Jahrhundert teurer als Gold. Der Grund liegt in der Chemie: Aluminium kommt in der Natur nie gediegen vor, sondern immer gebunden, und sich aus dieser Bindung zu lösen kostet sehr viel Energie.

Erst die Schmelzflusselektrolyse machte die Gewinnung im großen Maßstab möglich. Napoleon III. soll Ehrengästen noch von Aluminiumtellern serviert haben lassen, während die übrigen mit Silber vorliebnahmen.

Warum der Preis am Strom hängt

Ein Kilogramm Primäraluminium verbraucht in der Elektrolyse eine zweistellige Kilowattstundenzahl. Das macht die Hütten zu den größten Einzelverbrauchern in jedem Stromnetz, in dem sie stehen — und den Aluminiumpreis zu einer Funktion der Energiepreise.

🔑 Deshalb reagiert der Kurs auf Dinge, die mit Metall nichts zu tun haben: auf Gaspreise in Europa, auf Dürren in Regionen mit Wasserkraft, auf Strompreisbeihilfen. Wer eine Kursbewegung erklären will, schaut zuerst auf die Energieseite.

Das zweite Gesicht desselben Sachverhalts ist das Recycling. Eingeschmolzenes Altaluminium braucht nur einen kleinen Bruchteil der Energie der Primärgewinnung, bei gleicher Qualität. Sekundäraluminium ist deshalb kein Abfallprodukt, sondern ein eigener, großer Markt.

Wofür es gebraucht wird

Verkehr und Verpackung stehen vorn: Karosserien und Felgen, Flugzeugstrukturen, Getränkedosen, Folien. Dazu Fassaden und Fensterrahmen im Bau sowie Freileitungen in der Stromübertragung, wo Aluminium Kupfer ersetzt — es leitet schlechter, ist aber so viel leichter, dass die Masten weiter auseinanderstehen können.

Dass Aluminium nicht rostet, liegt nicht an Edelmut: Es oxidiert sofort und sehr gründlich. Die entstehende Oxidschicht ist nur wenige Nanometer dick, dicht und fest — sie schützt das Metall darunter, und beim Zerkratzen bildet sie sich binnen Sekunden neu.

Als Geldanlage

⚠️ Physisch praktisch nicht. Der Preis liegt bei einem niedrigen einstelligen Eurobetrag je Kilogramm, gehandelt wird an der LME in Tonnen, und beim Kauf fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an, die beim Verkauf nicht zurückkommen. Wer auf die Preisentwicklung setzen möchte, nutzt einen ETC — mit dem dazugehörigen Emittentenrisiko.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026

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