LME (London Metal Exchange)
Auch: London Metal Exchange, Londoner Metallbörse
Die London Metal Exchange ist die weltweit größte Börse für Industriemetalle. Sechs Basismetalle werden dort gehandelt — Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Blei und Zinn — und ihre Notierungen gelten als Weltmarktpreis.
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Die London Metal Exchange ist der zentrale Handelsplatz für Industriemetalle. Gegründet 1877, handelt sie heute ein Vielfaches der physisch verfügbaren Mengen — ihre Notierungen sind der Referenzpreis, auf den sich Lieferverträge weltweit beziehen.
Sechs Metalle bilden den Kern: Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Blei und Zinn. Notiert wird in US-Dollar je Tonne.
Was die LME von anderen Börsen unterscheidet
Zwei Eigenheiten, beide aus ihrer Geschichte als Händlerbörse:
Der 3-Monats-Kontrakt. Während andere Terminbörsen feste Liefermonate kennen, ist an der LME jeder Handelstag ein möglicher Fälligkeitstag — ein Erbe der Segelschifffahrt, als Kupfer aus Chile und Zinn aus Malaysia genau drei Monate unterwegs waren. Der Preis, den Nachrichtendienste als „LME-Kurs" melden, ist meist dieser 3-Monats-Preis, nicht der Kassakurs.
Echte Lieferung. Die LME unterhält ein Netz zugelassener Lagerhäuser. Metall darin kann on warrant registriert sein — dann existiert ein handelbares Papier, das Anspruch auf genau diese Partie gibt. Die täglich veröffentlichten Lagerbestände gelten als Knappheitsanzeige: fallende Bestände als Zeichen für Verknappung, steigende für Überangebot.
Warum das für die Kursseiten hier zählt
Der Preis eines Industriemetalls entsteht nicht am Schrottplatz, sondern an dieser Börse — und zwar für raffiniertes Material in genormter Qualität. Das erklärt den Abstand zu dem, was ein Ankäufer für Altmetall zahlt: Er muss sortieren, transportieren und einschmelzen lassen.
⚠️ Es erklärt auch, warum Industriemetalle für Privatanleger physisch kaum zugänglich sind. Ein LME-Standardkontrakt umfasst je nach Metall 5 bis 25 Tonnen. Wer auf den Preis setzen will, nimmt einen ETC.
Der Fall, der die Grenzen zeigte
Im März 2022 stieg der Nickelpreis innerhalb von zwei Tagen um ein Vielfaches, nachdem ein großer Marktteilnehmer seine Short-Positionen nicht mehr bedienen konnte. Die LME setzte den Handel aus und annullierte bereits geschlossene Geschäfte — ein in dieser Form beispielloser Eingriff, der bis heute juristisch nachwirkt.
🔴 Für die Daten auf dieser Seite hat das Folgen: Die Nickelreihe jener Tage bildet einen Markt ab, der zeitweise nicht funktionierte. Wer Kursverläufe aus dieser Zeit auswertet, sollte den Einbruch nicht als normale Marktbewegung lesen.