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Die Metalle

Blei

Auch: Pb, Plumbum

Blei (Pb) ist weich, sehr dicht und niedrigschmelzend. Kaum ein Industriemetall hängt so stark an einer einzigen Anwendung: Der weit überwiegende Teil der Weltproduktion geht in Bleiakkumulatoren.

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Blei — Grafik zum Teilen von edelmetall-preis.de
Aussehen

Blei ist das Metall mit der schmalsten Zukunft und der stabilsten Gegenwart. Es ist weich genug, um mit dem Fingernagel zu ritzen, schmilzt schon bei 327 Grad — und ist mit 11,34 g/cm³ so dicht, dass ein Kubikdezimeter über elf Kilogramm wiegt.

Ein Metall, fast nur noch ein Zweck

Der weit überwiegende Teil der Weltproduktion geht in Bleiakkumulatoren, also in Starterbatterien von Fahrzeugen und in stationäre Notstromanlagen. Alles andere — Strahlenschutz, Lote, Gewichte, Dachanschlüsse — zusammengenommen bleibt Beiwerk.

Diese Abhängigkeit macht den Bleipreis zu etwas anderem als Kupfer: Er folgt nicht der allgemeinen Konjunktur, sondern der Fahrzeugflotte. Solange Autos eine 12-Volt-Batterie haben, wird Blei gebraucht — und die haben Elektroautos ebenso, auch wenn ihr Antriebsakku aus Lithium besteht.

Das am besten recycelte Metall

🔑 Hier liegt die Besonderheit des Marktes: Eine Starterbatterie ist ein klar definiertes, überall anfallendes, gesetzlich pfandbewehrtes Sammelgut. Die Rückgewinnungsquoten liegen bei Bleiakkus über denen praktisch jedes anderen Massenprodukts.

Für den Preis heißt das: Ein erheblicher Teil des Angebots kommt nicht aus Minen, sondern aus dem Rücklauf. Der Bleimarkt reagiert deshalb träger auf Minenstörungen als andere Industriemetalle.

Giftig — und deshalb zurückgedrängt

Blei ist ein Nervengift, das sich im Körper anreichert. Seit Jahrzehnten wird es systematisch aus Anwendungen verdrängt, in denen Menschen damit in Kontakt kommen: aus Benzin, aus Farben, aus Wasserleitungen, aus Lötzinn.

⚠️ Für den Handel hat das praktische Folgen. Bleischrott fällt unter Abfallrecht; Ankauf und Transport sind reglementiert, und ein Verwerter braucht eine Genehmigung. Wer Bleiblech oder alte Batterien abgeben will, geht zum zugelassenen Schrotthandel, nicht zum Edelmetallankauf.

Als Geldanlage

Nein. Der Preis je Kilogramm liegt im niedrigen einstelligen Eurobereich, es fällt volle Mehrwertsteuer an, und der Rückverkauf läuft über Verwerter, die nach Sortenreinheit zahlen. Gehandelt wird an der LME in Tonnen; für Privatanleger bleibt allenfalls ein ETC.

Eine Rolle spielt Blei bei Edelmetallen trotzdem — als Fälschungsmaterial. Seine Dichte liegt deutlich unter der von Gold (19,32), weshalb es für überzeugende Goldfälschungen nicht taugt; dafür wird Wolfram verwendet. Für plumpe Fälschungen reicht es.

Zurück zum Lexikon Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026

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